EKD-Synode berät über Haushaltsplan für 2003

05. November 2002

Das Gesamtvolumen des auf der diesjährigen Synodal-Tagung in Timmendorfer Strand zu verhandelnden Haushaltsplanes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird im Jahr 2003 voraussichtlich 207.552.758,64 EURO betragen. Das sind etwa 493.000 EURO bzw. 0,24 % weniger, als im Jahr 2002. Diese Reduzierung erklärt sich aus teilweise gegenläufigen Veränderungen in den verschiedenen Teilbereichen des EKD-Haushaltes.

Die Kernaufgaben der EKD werden über die „Allgemeine Umlage“ der Gliedkirchen finanziert. Diese erhöht sich gegenüber dem Jahr 2002 um 2.715.287 EURO auf 71.852.439 EURO. „Nach einigen Jahren mit erheblichen Einsparungen gibt es für 2003 wieder eine kleine Verschnaufpause“, sagte der Vorsitzende des Haushaltsausschusses der EKD-Synode, Rainer Meusel, am Dienstag in Timmendorfer Strand. Dafür sind auch ca. 1,68 Mio. EURO zur Finanzierung von Schwerpunktsetzungen und neuen Aktivitäten von besonderer gesamtkirchlicher Bedeutung vorgesehen, z.B.:

die Finanzierung der Neukonzeption von „Studium in Israel“(+ 97.910 €), Aktivitäten der ev. Jugendarbeit (Bundestutorat Freiwilliges Soziales Jahr, Diakonisches Jahr im Ausland, CVJM-Kolleg = +128.489 €), Seelsorge an ev. Ausländern in Deutschland (insbes. f. Schweden und Niederländer = + 400.000 €), Stärkung des Medienfonds für neue Anschubfinanzierungen (+ 93.533 €), Finanzierung von „Zuschauertelefon nach ZDF-Gottesdienst“ (+ 65.982 €), Übernahme der kirchlichen Finanzierung für das Ev. Studienwerk Villigst (+ 450.000 €), Dokumentation „Märtyrer / Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts (+ 60.000 €).

Diese Entwicklung sei bemerkenswert, so Meusel, „wenn man berücksichtigt, dass das Bruttoaufkommen der evangelischen Kirchensteuer 2001 um 3,9 % unter dem des Vorjahres lag.

Weitestgehend kompensiert wird die Steigerung bei der „Allgemeinen Umlage“ durch den deutlichen Rückgang bei der zweckbestimmten „Umlage für die Ostpfarrerversorgung“ in Höhe von 2.688.900 EURO. Hierbei handelt es sich um die von der EKD getragene Alterssicherung von Geistlichen aus den östlichen Gliedkirchen.
 
Eine Steigerung ist auch bei den Zuweisungen für den kirchlichen Entwicklungsdienst (KED) vorgesehen. Dort erhöht sich der von den evangelischen Gliedkirchen aufzubringende Betrag um 680.658 EURO bzw. 1,5 % auf 46.052.700 EURO. Zuzüglich der Entnahmen aus der Projektmittelrücklage stehen damit in 2003 für den Kirchlichen Entwicklungsdienst 77.865.400 Euro zur Verfügung. Mehr als 97 % dieses Betrages werden von dem in Bonn angesiedelten Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) bewirtschaftet.
Rückläufig ist der Finanzierungsbedarf der evangelischen Militärseelsorge. Dieser reduziert sich um 163.730 EURO bzw. 1,57 % auf 10.299.570 EURO. Hintergrund sind veränderte Konzepte in der Soldatenbetreuung und die verschiedenen strukturellen Veränderungen in der Bundeswehr.
Insgesamt werden die evangelischen Gliedkirchen bei der Finanzierung der EKD nach dem Haushaltsplan nur um 0,12 % stärker belastet, als im Jahr 2002. Allerdings muss die EKD in diesem Rahmen auch die allgemeinen Preis- und Personalkostensteigerungen auffangen.

Timmendorfer Strand, den 5. November
Pressestelle der EKD
Silke Fauzi



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