Die Bibel vor Augen

Bühnenbild zum Schwerpunktthema der Synodentagung

31. Oktober 2003

Die Augen von Birgit Bach strahlen. "Genau so wollte ich das sehen. Genial!" Die 43jährige Grafikerin steht in der Europahalle in Trier und betrachtet das von ihr gestaltete Bühnenbild für die zweite Tagung der 10. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). "Bibel im kulturellen Gedächtnis" lautet das Schwerpunktthema und dieser Schriftzug ist auch auf dem 9x5 Meter großen Transparent zu lesen. In warmen Rottönen ist eine aufgeschlagene Bibel zu sehen, davor fünf kleinere Detailfotos. Vom 2. bis 7. November wird das Bild den Hintergrund der Plenarsitzungen der Synodentagung schmücken.

Im Vorfeld sei sie immer sehr nervös, sagt Birgit Bach. Wenn sie ein Projekt entwickelt habe und es schließlich in die Produktion gebe, könne sie nur hoffen, dass nichts mehr schief geht. "Der größte Albtraum ist, dass am Schluss im Schriftzug ein Druckfehler ist." In der Europahalle sieht man ihr die Erleichterung an. Das Bühnenbild entspricht ihren Vorstellungen.

Die erste Idee zur grafischen Umsetzung des Schwerpunktthemas sei ihr ganz schnell gekommen. "Ich bin jemand, der vor Einfällen nur so sprüht", sagt Frau Bach mit einem verlegen-verschmitzten Lachen. Mitte September habe sie das erste Mal mit Vertretern der EKD zusammen gesessen und den Auftrag besprochen. Schnell war ihr klar, dass sie eine aufgeschlagene Bibel abbilden wollte. "Es ging mir um Offenheit. Ich wollte zeigen, dass die Bibel kein zugeklapptes Buch ist. Die Bibel ist nicht passé." Davor hängen fünf kleinere Detailaufnahmen, die Hände zeigen. Babyfinger schmiegen sich in eine Erwachsenenhand, Dirigentenhände schwingen einen Taktstock, jemand schreibt auf einer Computertastatur. "Die Hände symbolisieren Annahme und Weitergabe. Denn auch darum geht es ja bei der Bibel: dass ihre Botschaft immer weitergegeben wird."

Ein so großes Bühnenbild sei eine besondere Herausforderung, erzählt die selbstständige Grafikerin, die an der Fachhochschule in Trier studiert hat. Zu Anfang habe sie an Nesselstoff gedacht. "Aber können sie sich vorstellen, was das in einer Größe von fünf mal neun Metern wiegen würde? Das geht gar nicht." Leichter Fahnenstoff sei schließlich bedruckt worden.

Die freiberufliche Grafikerin war sechs Jahre in einer Agentur beschäftigt, heute arbeitet sie im eigenen Atelier zu Hause. "Das ist ein ziemlich dynamisches Umfeld, wenn man zwei Kinder hat", lacht Birgit Bach. Sohn und Tochter seien ihre größten Kritiker. Vom Synoden-Bühnenbild seien beide "begeistert" gewesen. Die Arbeit mit dem Thema Bibel war faszinierend, resümiert sie. "Das wird mich weiter beschäftigen. Ich habe mich schon dabei ertappt, dass ich die täglichen Losungen lese."

Trier,  31. Oktober 2003
Pressestelle der EKD
Silke Fauzi

Hinweis: Die Synode der EKD tagt vom 2. bis 7. November in der Europahalle in Trier. Im Mittelpunkt steht die Wahl des neuen Rates. Informationen zur Synodentagung finden Sie im Internet unter www.ekd.de/synode2003. Die EKD-Pressestelle erreichen Sie während der Tagung unter der Rufnummer 0651-146 09 56.



erweiterte Suche