"Eine wichtige Stimme des Protestantismus ist verstummt"

Ratsvorsitzender Manfred Kock und Präses Barbara Rinke zum Tod von Heinz Zahrnt

01. November 2003

Eine wichtige Stimme des Protestantismus sei mit ihm verstummt, erklärten der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Manfred Kock, und die Präses der zehnten Synode der EKD, Barbara Rinke. Der 1915 geborene Theologe und Schriftsteller ist am Samstag, 1. November, in Soest gestorben.

„Mit Heinz Zahrnt ist ein Mensch gestorben, der mit seinen Büchern die aktuellen Geschichten Gottes mit den Menschen so erzählen konnte, dass die Menschen es lesen wollten,“ erinnert der Ratsvorsitzende. Er habe mit seinen Büchern und seinen Vorträgen in der säkularen Gesellschaft theologisch Stellung bezogen. Seit den 50er Jahren galt Zahrnt als sachkundiger Vermittler von Themen aus Christentum, protestantischer Theologie und Kirche. Wir trauern um einen Mann, der als Schriftsteller Gott „zu seiner Sache gemacht“ habe. „Die Sache mit Gott“ heißt eines seiner bekanntesten Bücher, in der er auf intellektuell redlich Weise über das theologischen Nachdenken im 20. Jahrhundert Rechenschaft gegeben habe. Seine Vorträge haben über Jahrzehnte zu den Glanzstücken der Kirchentage gehört, erinnert sich Barbara Rinke, die mit dem Theologen im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags Mitglied war.

Heinz Zahrnt ist in Kiel als Sohn eines Bankdirektors geboren. Er hat in seiner Heimatstadt, in Marburg und Tübingen evangelische Theologie studiert. Nach seiner Zeit als Soldat war ein Jahr Pfarrer in Rosenheim und anschließend Hochschulpfarrer in Kiel. Von 1950 bis 1975 leitete er das Deutsche Allgemeine Sonntagsblatt. Von 1960 bis 1999 gehörte er dem Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags an.

Trier/Hannover, 1. November

Pressestelle der EKD
Christof Vetter



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