Schwerpunktsetzung trotz sparsamen Wirtschaftens

EKD-Synode berät über Haushaltsplan für 2004

03. November 2003

Das Gesamtvolumen des Haushaltsplanes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Jahr 2004  wird sich auf etwa 204 Mio. EURO belaufen. Das sind fast 3 Mio. EURO weniger, als im Jahr 2003. "Die schwierigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gehen natürlich auch an den Kirchen nicht vorbei", sagte der Vorsitzende des Haushaltsausschusses der EKD-Synode, Dr. Rainer Meusel, am Montag, 3. November, anlässlich der Tagung der EKD-Synode in Trier.

Trotz der Notwendigkeit zu sparsamem Wirtschaften ist der Haushalt durch Schwerpunktsetzungen in wichtigen Bereichen des kirchlichen Handelns geprägt. Auf gut 12,7 Mio. EURO belaufen sich die Ausgaben für die Öffentlichkeitsarbeit und die publizistische Tätigkeit der EKD. Der Stärkung des gesellschaftlichen Diskurses dienen erneut Zuwächse in einigen Bereichen, wie z.B.

  • Mittel für die Evangelische Akademie zu Berlin,

  • die finanzielle Absicherung der ev. Pressearbeit in Ostdeutschland (epd-ost),

  • den Ausbau des virtuellen religionspädagogischen Instituts als Internetplattform für den Religionsunterricht,

  • aber auch die konzeptionelle Verbesserung der Urlauberseelsorge.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sicherung der Finanzierung für den kirchlichen Entwicklungsdienst. Die evangelischen Landeskirchen werden ihren Beitrag um knapp 350.000 EURO auf über 46 Mio. EUR0 erhöhen. Zuzüglich der Zinserträge und der Entnahmen aus der Projektmittelrücklage stehen dem Kirchlichen Entwicklungsdienst in 2004 damit über 78 Mio. EURO zur Verfügung. Dieser Betrag wird nahezu vollständig von dem in Bonn angesiedelten Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) für die vielfältigen Projekte zur Armutsbekämpfung auf der Welt verwendet. Hierbei arbeitet der EED eng mit der evangelischen Aktion Brot für die Welt und kirchlichen Hilfswerken in Europa zusammen.

Auch die EKD muss im Rahmen der begrenzten Mittel wieder erhebliche Preis- und Personalkostensteigerungen auffangen. Dies wird durch einen Rückgang der von der EKD getragenen Altersversorgung von heimatvertriebenen Geistlichen, die ihre Versorgungsansprüche durch den Krieg und seine Folgen verloren haben, ermöglicht.
 
Rückläufig ist auch der Finanzierungsbedarf der evangelischen Seelsorge an Soldaten, dieser geht um 300.000 EURO auf knapp 10 Mio. EURO zurück. Hintergrund sind eine veränderte Finanzierung der in den östlichen Bundesländern eingesetzten Pfarrerinnen und Pfarrer und die strukturellen Veränderungen in der Bundeswehrseelsorge.

Der Haushalt der EKD wird maßgeblich durch Umlagen der Gliedkirchen finanziert. Diese betragen 97,4 Mio. EURO, das ist ein Rückgang zum Vorjahr um insgesamt 5 Prozent. "Damit trägt die EKD der allgemeinen Finanzlage in den evangelischen Gliedkirchen Rechnung", erläuterte Meusel diese Entwicklung.

Trier, den 3. November 2003
Pressestelle der EKD
Silke Fauzi

Wortlaut der Einbringungsrede



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