Weitere Berichte und Referate

2. Tagung der 10. Synode der EKD Trier, 2. - 7. November 2003

Bericht des Ratswahlausschusses der EKD

Synodaler Dr. h.c. Peter Bukowski

Es gilt das gesprochene Wort.

Frau Präses,
liebe Schwestern und Brüder der Kirchenkonferenz und der Synode!

Der Wahlvorschlag für die Wahl des Rates der EKD ist ihnen bereits schriftlich zugegangen. Die offizielle Einbringung hat den Sinn, über die Arbeit des Ratswahlausschusses zu berich-ten und den Wahlaufsatz zu begründen.

Der Ratswahlausschuss wurde bekanntlich auf der Synode in Leipzig gewählt; zehn Mitglieder von der Synode und drei von der Kirchenkonferenz. In der Folgezeit hat er dreimal getagt, seine Arbeit wurde in jeder Weise von Seiten des Kirchenamtes unterstützt, wofür ich an dieser Stelle Herrn Präsident Valentin Schmidt, seinem Referenten Herrn Kiefer und dem Büro ausdrücklich danken möchte.

Aufgaben und Arbeitsweise des Ratswahlausschusses sind durch Artikel 30 der Grundordnung der EKD und durch § 21 der Geschäftsordnung der Synode der EKD festgelegt. Dem-nach hatten wir einen Wahlvorschlag zu erstellen, der mehr Namen enthalten soll, als Rats-mitglieder zu wählen sind, also mehr als 14 Namen (das 15. Mitglied des Rates steht in der Person der Präses bereits fest). Unser Vorschlag umfasst 21 Namen.

Als verpflichtenden Gesichtspunkt für die Wahl des Rates nennt die Grundordnung "die be-kenntnismäßige und landschaftliche Gliederung der EKD". Wir haben dies so verstanden, dass unser Wahlvorschlag weitest möglich die Vielfalt des in der EKD vereinten Protestantismus widerspiegeln soll, also neben den Konfessionen auch die verschiedenen Frömmigkeits- und theologischen Richtungen. Über dieses Kriterium hinaus hatten wir uns vor der Wahl von Personen über weitere sachliche Gesichtspunkte zu verständigen. Ich will die wichtigsten nennen - zur Erläuterung unseres Wahlaufsatzes aber auch verbunden mit der Bitte, diese Gesichtspunkte bei Ihrem Wählen zu berücksichtigen.

Um der Bedeutung der EKD Rechnung zu tragen, sollten im Rat eine ausreichende Anzahl (hauptamtlich) kirchenleitender Personen vertreten sein; wir nennen 9 Namen, 7 leitende Geistliche und zwei leitende Juristen (ein Jurist und eine Juristin). Vor allem bei diesen Personen gilt es, dem in der Grundordnung genannten Kriterium im engeren Sinne genüge zu tun, also auf bekenntnismäßige und landschaftliche Ausgewogenheit zu achten.

Bei den so genannten Laien war uns neben einer Vielfalt der beruflichen, kirchlichen und lebensmäßigen Hintergründe, die sie in die Ratsarbeit einbringen können, die kirchliche An-bindung wichtig: wie Sie aus den Kurzvorstellungen schon entnehmen konnten, sind alle auch abgesehen von der etwaigen Ratsarbeit engagierte Mitglieder ihrer Kirche.

Insgesamt haben wir uns darum bemüht durch die Auswahl der KandidatInnen, möglichst viele unterschiedliche kirchliche und gesellschaftliche Arbeitsfelder präsent sein zu lassen: Kirchenleitende Tätigkeit, Gemeindearbeit vor Ort, besondere Erfahrungen und Verbindungen zu Diakonie, Ökumene und Mission, Arbeit in Schule und Hochschule, in Recht, Politik, Wirtschaft und in den Medien - Stichworte nur, denen weitere hinzuzufügen wären. Ausserdem gewährleistet unser Wahlaufsatz, dass gegenwärtig besonders brennende Fragen und Herausforderungen im Rat kompetent aufgegriffen werden können.
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Schließlich haben wir im Gefälle der Synodenbeschlüsse von Bad Krotzingen (1989) einen 40% Frauenanteil angestrebt. Mit 9 von 21 Kandidatinnen ist dies zum ersten Mal in der bis-herigen Geschichte der EKD gelungen – ob dies auch für den künftigen Rat gilt, bleibt Ihnen vorbehalten.

Um noch einige andere Zahlen hinzuzufügen: Unser Vorschlag umfasst 21 KandidatInnen, 7 Lutheraner, 13 Unierte und ein Reformierter, 7 ordinierte und 14 so genannte Laien, 9 Hauptamtliche und 12 Ehrenamtliche aus insgesamt 12 Landeskirchen (dazu kommt als 13. die Kirche der schon gewählten Präses), wobei die landschaftliche Zuordnung bei manchen der sog. Laien nicht ganz leicht ist!; das Durchschnittsalter beträgt – wie beim letzten Mal! - 53 Jahre; 6 Personen stehen für die Kontinuität zum letzten Rat.

Soviel zu den von uns erarbeiteten Gesichtspunkten. Es drängt mich hinzuzufügen:. Diese waren notwendige aber beileibe nicht hinreichende Bedingung zur Aufstellung eines Kandidaten oder einer Kandidatin. Wir waren in der glücklichen Lage, niemanden aus Proporzgründen nennen zu müssen. Und so ist unsere KandidatInnenliste weit mehr als die Summe der hier genannten Kriterien und Funktionen. Wir halten jede der vorgeschlagenen Persön-lichkeiten weit über die Erfüllung einzelner Kriterien hinaus für hervorragend geeignet, die Aufgaben eines Ratsmitglieds zu erfüllen.

Sie haben also, das wird die persönliche Vorstellung gleich eindrucksvoll bestätigen die Qual der Wahl. Ich darf Sie herzlich bitten, diese Qual tapfer zu ertragen und das heißt: vom ers-ten Wahlgang an beherzt zu Wählen, anstatt durch all zu zögerliches Wahlverhalten die Prozedur für die KandidatInnen quälend zu gestalten!

Abschließend möchte ich mich im Namen des Ratswahlausschusses noch einmal ausdrücklich bei all den Schwestern und Brüdern bedanken, die sich zu einer Kandidatur bereit-erklärt haben. Ich weiß, dass einigen die Entscheidung nicht leicht gefallen ist. Mit Ihrer Be-reitschaft sich vorzustellen und gegebenenfalls eine sehr zeitaufwendige Aufgabe zu über-nehmen machen Sie uns ein großes Geschenk, mit dem wir achtsam umgehen werden. Au-ßerdem bedanke ich mich bei den Mitgliedern des Ratswahlausschusses, namentlich bei der stellvertretenden Vorsitzenden, der Konsynodalen Lieberknecht, für die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit und für die Zeit und Mühe, die alle für diese Arbeit aufge-bracht haben. Dass wir´s nicht zu leicht hatten, dafür haben Synode und Kirchenkonferenz gesorgt, als sie ganz unterschiedliche Persönlichkeits-, Frömmigkeits-, Theologie-, Politik-, und was sonst noch alles -Profile zusammenspannte. Dass wir Ihnen unseren Wahlvor-schlag gleichwohl einmütig vorlegen können, mag als gutes Zeichen für den Geist dieser Synode und für die nun beginnende Wahlprozedur gelten.



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