Berichte

2. Tagung der 10. Synode der EKD Trier, 2. - 7. November 2003

Kurzbericht des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) gGmbH

Geschäftsführer Jörg Bollmann

Das Gemeinschaftswerk: Der publizistische Dienstleister für die evangelische Kirche

Das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) hat seine neue Rolle gefunden. Das zur Jahrtausendwende vom Verein zur gGmbH umgegründete Unternehmen etabliert sich als Dienstleister für die evangelische Kirche. Es nimmt damit seine satzungsgemäß festgeschriebenen Aufgaben als Produzent publizistischer Leistungen, als Koordinator und als Berater wahr. Das GEP setzt dabei auf eine differenzierte Strategie, indem Bewährtes stabilisiert, nicht mehr Leistbares abgebaut und notwendiges Neues aufgebaut werden.

Zu den bewährten Säulen zählt die Nachrichtenagentur epd, das Kerngeschäft des Gemeinschaftswerks. Ihre Arbeit zu stabilisieren ist im bisherigen Jahr hervorragend gelungen, und das trotz anhaltender Medienkrise und der damit zusammenhängenden Krise der Agenturen. epd hat es geschafft, sich auf dem weltweit härtesten Markt mit sieben Anbietern (dpa, ddp, AP, AFP, Reuters, kna und epd) zu behaupten. Nach wie vor beziehen alle überregionalen Zeitungen und etwa die Hälfte der deutschen Regionalzeitungen den bundesweiten Basisdienst. Damit hat der epd allein in der Tagespresse eine potenzielle Reichweite von etwa zehn Millionen Exemplaren mit 25 Millionen Lesern. Auch alle öffentlich-rechtlichen Hörfunk- und Fernsehsender haben den epd-Basisdienst abonniert. Die regionalen Landesdienste und die epd-Bilderdienste sind noch weiter verbreitet. Diese Leistung zu stabilisieren ist eine der Aufgaben, die das GEP in 2003 zu bewältigen hatte. Dazu gehören Investitionen in die Rahmenbedingungen wie der Umbau in ein Großraumbüro für die Redaktionen ebenso wie der Aufbau neuer, modernerer Servertechnik. epd bleibt somit sowohl organisatorisch als auch technisch auf neuestem Stand und kann von dieser Basis aus auch im nächsten Jahr den Wettbewerb bestehen.

Herausragende inhaltliche Ergänzung des epd-Angebots ist die Etablierung des Feature-Dienstes. Als Projekt mit EKD-Finanzhilfe gestartet, hat sich epd feature zu einer unverzichtbaren Ergänzung des epd-Basisdienstes entwickelt. Viele säkulare Kunden nutzen diese weitere Aufwertung ihrer Nachrichtenagentur. In der nahen Zukunft wird es darum gehen, die Konzeption von epd sozial als eine feste Größe im epd-Portfolio zu stabilisieren. Unbestritten ist bereits die aufgebaute Kompetenz in diesem Themenfeld.  Nun gilt es, das Geschäftsmodell zu finden, mit dem epd sozial sich auf dem Markt behaupten kann. An einer entsprechenden Konzeption wird in der epd-Chefredaktion in Zusammenarbeit mit der GEP-Geschäftsführung zur Zeit gearbeitet.

Ebenfalls eine bewährte Säule ist die Evangelische Medienakademie, deren Arbeit es zu sichern und zu stabilisieren gilt. Dazu ist es notwendig, alle Geschäftsfelder der Medienakademie unter ein Dach zu holen -  nach Berlin in die Jebenstraße. Dort hat sich der Großteil der Medienakademie bereits etabliert, die Journalistenschule und die journalistische Aus- und Fortbildung. Umziehen wird Anfang kommenden Jahres der Fernstudiengang Öffentlichkeitsarbeit, der damit das Portfolio der Medienakademie in Berlin komplettiert. Um den Geschäftsbetrieb des GEP insgesamt zu konsolidieren, war die Geschäftsführung gezwungen, das Fachreferat Medienpädagogik zu schließen. Das dort angesiedelte Fortbildungsprojekt ariadNeT wird bis zum Sommer 2004 fortgesetzt, dann aber aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Das Kompetenzfeld Medienpädagogik bleibt aber im GEP – allerdings in neuer Struktur. Geplant ist, ein medienkulturelles Kompetenzzentrum aufzubauen mit den Fachgebieten Film und AV-Medien, Medienethik und Medienpädagogik. Dazu gehört dann auch die Geschäftsführung des Robert-Geisendörfer-Preises, des Medienpreises des deutschen Protestantismus. Dieser Preis hat nach dem Wechsel der Geschäftsführung von München nach Frankfurt eine neue Heimat gefunden. Die Jury-Sitzungen finden jetzt im ZDF in Mainz statt. Damit hat der Preis, das wurde bei der ersten Jury-Sitzung in diesem Jahr auf dem Lerchenberg deutlich, einen neuen großzügigen Gastgeber.

Die dritte Säule, auf der das Gemeinschaftswerk aufsetzt, ist neu. Das GEP etabliert sich als Mediendienstleister, baut dabei neue Kompetenzen auf und führt dazu vorhandene Kompetenzen zusammen. So wurden zum Beispiel Aufträge, die markt- und betriebswirtschaftliche Kenntnisse voraussetzen, im Verlag bearbeitet. Viel Beachtung fand unter anderem die Marktanalyse des Evangelischen Verlagsmarktes, deren Ergebnisse vor der Kirchenkonferenz präsentiert wurden (vgl. Börsenblatt 22/2003, S. 19; Buchmarkt Juli 2003, S. 104-106). Zur Zeit bearbeitet der Verlag Aufträge zur Marketingstrategie für eine Kirchenzeitung bis zur konkreten Umsetzungs-Empfehlung sowie zur Strategie-Erarbeitung für zwei bundesweite Fachzeitschriften einschließlich Marketing-Maßnahmen, Kostenanalyse- und maßnahmen.

In der Geschäftsführung angesiedelt sind Projekte wie zum Beispiel die Analyse der evangelischen Printpublizistik mit der Aufgabe, zukunftsfähige Antworten auf drängende Fragen der evangelischen Publizistik zu finden. In diesem Projekt werden Kompetenzen gebündelt und Grundsatzfragen erörtert mit dem Ziel, auf der Ebene der Kirchenkonferenz Entscheidungsvorlagen zu liefern. Ebenfalls in der Geschäftsführung angesiedelt ist die Koordinierungsaufgabe im Zusammenhang mit der Vermarktung des Spielfilms Luther, der in diesen Tagen in die deutschen Kinos kommt. Das GEP ist um Übernahme dieses Auftrags gebeten worden, bei dessen Umsetzung der EIKON eine Koordinierungsgruppe mit dem Rundfunkbeauftragten der EKD, dem Leiter des Referats Publizistik und Medien im Kirchenamt der EKD sowie dem Pressesprecher der EKD bei der Vermarktungsaufgabe unterstützend zur Seite tritt.
 
Wichtiger Eckpfeiler der neuen Dienstleister-Funktion des GEP ist die ehemalige Arbeitsstelle Internet, die sich zur Kommunikationsagentur i-public entwickelt hat. Die multimedialen Leistungen des Teams haben sich bereits über die Grenzen der evangelischen Kirche hinaus herumgesprochen. Jetzt baut i-public seine Leistungen umfassender auf, indem Agenturangebote im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit integriert und mit präsentiert werden.

Aufgabe der Geschäftsleitung in der kommenden Zeit wird es sein, diese bereits sehr gut angenommenen Dienstleistungen organisatorisch im GEP zusammenzuführen und zu bündeln. Dieser Prozess soll nun zügig begonnen werden und in 2004 abgeschlossen sein.

Bereits in 2002 haben sich GEP und Rundfunkbeauftragter der EKD auf ein Kooperationsabkommen geeinigt, das die Zusammenarbeit neu regelt. Dieses Abkommen führt zu der Auflage eines Projekts, das hervorragend funktioniert. Dabei behält das GEP die strategische Führung des im Gemeinschaftswerk angestellten Personals, über das der Rundfunkbeauftragte aber operativ verfügen kann. So gelingt die Arbeit für den Bereich Hörfunk und Fernsehen effektiv - in Kooperation und unter Ausnutzung der jeweiligen Kompetenzen. Ziel von GEP-Geschäftsführung und Rundfunkbeauftragtem ist es, diese Zusammenarbeit in der kommenden Zeit weiter zu optimieren und auszubauen.

Basis für die beschriebenen Leistungen des Gemeinschaftswerks ist die wirtschaftliche Konsolidierung des GEP, die von der seit März 2002 neu amtierenden Geschäftsführung von Beginn an energisch betrieben worden ist. Eckpunkte dieser Konsolidierung sind die Auslagerung der Satz-, Druck- und Versandaktivitäten des GEP, die Einstellung der medienpädagogischen Zeitschrift medien praktisch und die Schließung des Fachreferats Medienpädagogik in der Evangelischen Medienakademie. Diese Schritte sind für die Weiterführung eines konsoliden Geschäftsbetriebs notwendig gewesen. Soziale Härten wie betriebsbedingte Kündigungen sind dabei allerdings unvermeidbar. Die Geschäftsführung hat zusammen mit dem Betriebsrat versucht, den Abbauprozess sozialverträglich zu gestalten und zum Teil auch für Ersatzarbeitsplätze zu sorgen.

Der Weg in die Zukunft führt das GEP weiter in die Rolle als Dienstleister für die evangelische Publizistik. Wesentlich für die erreichten Erfolge war und ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Verwaltungsrat, der die Geschäftsführung jederzeit unterstützt hat. Auf dieser Basis kann und soll die begonnene erfolgreiche Arbeit intensiviert und fortgesetzt werden.



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