Grußworte (Auswahl)

3. Tagung der 10. Synode der EKD (Magdeburg, 7. - 12. Nov. 2004)

Metropolit Augoustinos von Deutschland und Exarch von Zentraleuropa

07. November 2004

Frau Präses, Herr Ratsvorsitzender, hohe Synode, liebe Schwestern und Brüder in Christo! Mein Grußwort beginne ich mit einem herzlichen Dank an den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland und seinen Vorsitzenden für die Einladung, wiederum an der Tagung der Synode in diesem Jahr als Gast teilzunehmen.

Das Schwerpunktthema Ihrer Synode beschäftigt ja nicht nur die evangelischen Kirchen in Deutschland, sondern mit dem ganzen deutschen Volk auch die anderen christlichen Kirchen. "Keiner lebt für sich allein - Vom Miteinander der Generationen", dieses Thema gehört zu den Bemühungen um ein wirklich soziales Miteinander, die die Menschen seit über 150 Jahren bewegen. Allerdings wissen wir alle und haben es im vergangenen Jahrhundert noch in großer Zahl am eigenen Leibe erlebt, zu welchen Perversitäten das an sich gute Bestreben leider auch geführt hat. Sie liefen zwar unter der Bezeichnung sozial, verdienten aber diesen Namen nicht.

Inzwischen geht es nicht mehr nur um die soziale Problematik der Gesellschaft allgemein. Vielmehr stoßen wir in ihren innersten Kern vor, in die Familie. Es geht um die Lebensgemeinschaft von Jung und Alt. Als Christ und Bischof bin ich der Meinung, dass eine echte und andauernde Gemeinschaft unter den Menschen nur ausgehen kann von der Gemeinschaft mit Gott, die er uns anbietet und schenken will. Solange wir nicht zu der Erkenntnis kommen, dass von uns selbst nicht alles "machbar" ist und wir auch das Gutgemeinte durch unseren Willen zur Macht und zur totalen Selbstbestimmung immer wieder verderben, können wir keine wirkliche Gemeinschaft erreichen. Diese kann sich nämlich nur auf die Liebe gründen, die nicht das Ihre sucht, auf Verzicht und Opferbereitschaft - alles Werte, die unter uns kaum noch aktuell sind.

Dass wir als Christen verpflichtet sind, auf diesem Wege voranzugehen, ist selbstverständlich. Unsere Gemeinden sollten Modell sein für die Gemeinschaft im weltlichen Raum. Als orthodoxe Christen, die in die deutsche Lebens- und Arbeitswelt integriert sind, verfolgen wir mit größtem Interesse die Debatten, Verhandlungen und Beschlüsse Ihrer Synode. Mögen sie mit der Hilfe und durch die Kraft des Heiligen Geistes Gottes zu Ergebnissen führen, die dem Wohle Ihrer Kirchen und den Menschen dienen, die in Deutschland leben und arbeiten.



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