Grußworte (Auswahl)

3. Tagung der 10. Synode der EKD (Magdeburg, 7. - 12. Nov. 2004)

Grußwort der Fédération Protestante de France

Pasteur Dr. Jérôme Cottin, Vertreter der Fédération Protestante de France, Mitglied der Kirchenleitung der Reformierten Kirche Frankreichs

11. November 2004

Grußwort der Fédération Protestante de France 

Geehrtes Präsidium, liebe Schwestern und Brüder,

im Namen der Fédération Protestante de France (Bund evangelischer Kirchen in Frankreich) und ihres Präsidenten, Jean-Arnold de Clermont, möchte ich dieser Synode die besten Wünsche für eine erfolgreiche Arbeit aussprechen.

Die Fédération Protestante de France - die ich im Folgenden mit ihrem Kürzel "FPF" benennen werde - hat es in Anbetracht der geographischen, kulturellen und politischen Nähe unserer beiden Länder für wichtig befunden, einen Vertreter auf Ihre Synode zu entsenden. Als solcher möchte ich in Kürze drei Punkte, die uns heute wichtig sind, benennen:

  1. Die FPF ist zwar der Partner der EKD in Frankreich, aber in der Struktur von ihr sehr verschieden. Sie stellt 80% des französischen Protestantismus dar1, welcher aber im Ganzen höchstens 2% der französischen Bevölkerung ausmacht. Wir sind also eine ganz kleine Minderheit! Ein anderer Unterschied besteht darin, dass die FPF reformierte und lutherische, aber auch evangelikale Kirchen anderer Konfessionen umfasst: Baptisten, Pfingstler, auch Adventisten (seit diesem Jahr) und historische Freikirchen.
  2. Nächstes Jahr, 2005, wird in Frankreich der 100. Jahrestag des Gesetzes der Trennung von Kirche und Staat begangen werden 2. Diese Trennung ist nach dem Willen des Gesetzes radikal. Für den französischen Protestantismus, der unter dem übermächtigen Einfluss der katholischen Kirche litt, stellte sie damals eine Lösung dar. Heutzutage hingegen wird dieses Gesetz oft als zu starr und unflexibel eingeschätzt. Es kann praktisch das Zeugnis der Kirchen im öffentlichen Raum unterbinden. Im Jahr der Bibel 2003 haben wir da etliche negative Beispiele erlebt.
  3. Deutschland ist der erste Partner für unseren kirchlichen Austausch. Die Reformierte Kirche Frankreichs (der größten Kirche in der FPF) hat viele Pastoren, die aus Deutschland kommen und deren Arbeit  anerkannt und geschätzt wird. Innerhalb der EKD unterhält die EKiR die meisten Kontakte und Austauschprogramme mit uns. Der evangelische Kirchentag gewinnt immer mehr an Bekanntheitsgrad auch bei uns und wird von den französischen Protestanten immer aufmerksamer verfolgt. 

So gewinnen nach und nach die Gegenwart und Zukunft der EKD immer mehr an Bedeutung auch für unsere Gegenwart und Zukunft.

Pasteur Dr. Jérôme Cottin
Vertreter der Fédération Protestante de France
Mitglied der Kirchenleitung der Reformierten Kirche Frankreichs

 

1   17 Mitgliedskirchen, von denen nur zwei, die reformierte und die lutherische Kirche von Elsass-Lothringen, durch einen Vertrag (oft uneigentlich "Konkordat" genannt) an den Staat gebunden sind.
2   Dieses Gesetz wurde 1919 nicht auf Elsass-Lothringen ausgeweitet und bis heute dort nicht eingeführt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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