„Hier ist nicht Mann noch Frau“

Recht auf Gleichbehandlung
ungeachtet sexueller Orientierung und Identität

Grußwort

Jedes Jahr am 10. Dezember wird der „Internationale Tag der Menschenrechte“ begangen. Ein Tag im Advent – in einer Zeit der Besinnlichkeit, aber auch einer Zeit der Besinnung.

Die EKD gibt daher wieder Gottesdienstmaterialien heraus, die Hintergrundwissen, Predigtanregungen, Lieder und liturgische Bausteine zu einem Menschenrechtsthema bieten. In diesem Jahr stehen im Fokus des Materialheftes Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität angefeindet werden.

In Deutschland gibt es mittlerweile viele Menschen, die keine Angst haben, über ihre sexuelle Orientierung zu sprechen. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung. Und doch sind wir auch in unserem Land noch nicht bei einem vorurteilsfreien, unbefangenen Umgang miteinander angelangt.

Tagtäglich angefeindet oder als „anders“ angesehen zu werden, prägt das Leben vieler Millionen Menschen weltweit. Sie verstecken sich vor ihrer Familie, vor Freunden, Nachbarn oder am Arbeitsplatz – aus Angst vor seelischen oder körperlichen Angriffen. In vielen Ländern wird Diskriminierung vom Staat toleriert oder Betroffene müssen gar strafrechtliche Verfolgung fürchten. In acht Ländern steht auf Homosexualität sogar die Todesstrafe.

Wenn Menschen aus diesen Ländern nach Deutschland fliehen, erfordert das auch bei uns neue Anstrengungen. Unter den Flüchtlingen sind auch Menschen, die selbst homophobe Vorurteile aus ihren Herkunftskulturen verinnerlicht haben. Ihnen in dieser Hinsicht die Errungenschaften unserer Freiheit zu vermitteln, ist eine wichtige Aufgabe.

Das  vorliegende  Heft  wirft  Schlaglichter  auf  solche  Situationen:  Von  der menschenrechtswidrigen Praxis vieler Staaten berichtet Andrea Kämpf vom Deutschen Institut für Menschenrechte. Die Juristin Dr. Berit Völzmann erinnert daran, dass auch in Deutschland  die strafrechtliche Verfolgung Homosexueller bis 1994 im Strafgesetzbuch verankert war – und die Opfer bis heute nicht rehabilitiert sind. Zwei  Predigtanregungen und liturgisches Material helfen dabei, das Thema in Gottesdiensten und Andachten aufzugreifen. Ein  Glossar, weiterführende Links und Literatur machen das Thema besprechbar. Und nicht zuletzt erzählen die Betroffenen:  Menschen aus aller Welt berichten uns aus ihrem Alltag, von ihren Sorgen und dem Wunsch nach Normalität und Anerkennung.

Möge dieses Heft dazu beitragen, dass sich dieser Wunsch verwirklicht.

Ihr



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Tag der Menschenrechte 2016

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    Materialsammlung „Hier ist nicht Mann noch Frau“ - Recht auf Gleichbehandlung ungeachtet sexueller Orientierung und Identität

Glossar

Oftmals tauchen im alltäglichen Sprachgebrauch Begriffe auf, mit denen man umgehen muss und deren Bedeutung man kennen sollte. Auch dieses Materialheft benutzt sie.