Deutscher evangelischer Kirchentag 2013 in Hamburg

 Programm und allgemeine Informationen zum Kirchentag finden sich unter www.Kirchentag.de

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Was wir brauchen: eine sozial gerechte und umweltverträgliche Energiewende!

Resolution auf dem Kirchentag in Hamburg fast einstimmig verabschiedet:

Einreichende Organisation oder Person:

Pfr. Klaus Breyer, Prof. Dr. Hans Diefenbacher, Katja Breyer

Veranstaltung/Marktbereich:

Text: Was wir brauchen: eine sozial gerechte und umweltverträgliche Energiewende!

Begründung:

Als Christinnen und Christen treten wir dafür ein, dass die Erde als Gottes Schöpfung bewahrt wird und alle Menschen eine menschenwürdige Lebensperspektive erhalten. Die Folgen der Nutzung fossiler und nuklearer Energieträger bedrohen die Schöpfung und die Menschenwürde. Wir setzen uns dafür ein, dass bis 2050 die Energieversorgung Deutschlands zu 100% auf der Basis erneuerbarer Energien beruht. Für diese notwendige Energiewende wenden uns wir mit folgenden Anliegen an die politisch Verantwortlichen:

Die Energiewende braucht:

einen verbindlichen rechtlichen Rahmen:

Ein bundesweites Klimaschutzgesetz, das den Ausstieg aus der Atomkraft energie- und klimapolitisch flankiert, kann die Sicherheit, Verbindlichkeit, Zukunftsfähigkeit und damit die gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende gewährleisten.

ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Bund und Ländern:

Es sollte umgehend ein Gesamtplan zur Energiewende erarbeitet werden, der Ziele, Maßnahmen und Zeitplan des Umbaus der Energieversorgung auf Bundes- und Länderebene festlegt und durch ein fachkundiges, unabhängiges Gremium regelmäßig evaluiert und weiterentwickelt wird.

eine sozial gerechte Gestaltung:

Dass viele Privathaushalte ihre Energierechnungen nicht mehr bezahlen können, liegt vor allem an der wachsenden Armut in Deutschland und nicht an der Energiewende. Das weitere Auseinanderdriften von Arm und Reich muss verhindert werden, z. B. durch Mindestlöhne und eine gerechtere Steuerpolitik. Steigende Energiekosten erfordern eine Aufstockung der Sozialtransfers. Energieversorger müssen Wege finden Stromsperren zu vermeiden.

eine faire Verteilung der Kosten und Gewinne:

Viele Unternehmen genießen Vergünstigungen bei den Energiepreisen, z. B. bei der EEG Umlage und der Stromsteuer. Vor allem Privathaushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen tragen die Lasten der Energiewende. Alle Ausnahmereglungen für Großverbraucher müssen überprüft werden. Allein die Unternehmen, deren internationale Wettbewerbsfähigkeit nachweislich gefährdet würde, sollten Ausnahmeregelungen erhalten.

eine dezentrale Energieversorgung in Bürgerhand:

Eine dezentrale Energieversorgung in Bürgerhand, z. B. Energiegenossenschaften, gewährleistet eine effiziente Energieversorgung und eine hohe Akzeptanz. Das EEG sollte dies fördern.

ein Ende der Blockadehaltung bei Energieeffizienz und beim Europäischen Emissionshandel:

Die EU-Energieeffizienzrichtlinie muss von der Bundesregierung in nationales Recht überführt und dabei sollten ehrgeizige Maßnahmen zum Energiesparen festgeschrieben werden. Der EU-Emissionshandel muss so reformiert werden, dass er wirksam zum Klimaschutz beiträgt.

die Beteiligung aller:

Wir Teilnehmenden am Deutschen Evangelischen Kirchentag sind bereit, uns an der Entwicklung und Umsetzung der Energiewende zu beteiligen. Dafür sind auch ein neuer, maßvoller Umgang mit Energie und ein nachhaltiger Lebensstil grundlegend. Hierfür setzen wir uns in unserem Alltag und Umfeld ein.

 

Kontakt

Die AGU erreichen Sie über die AnsprechpartnerInnen in den Landeskirchen oder den Vorstand.


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Publikationsdatum dieser Seite: Donnerstag, 29. November 2018 23:53