Archiv 2014

zurück

Fracking wird abgelehnt - Beschluss der Lippischen Landessynode

Beschluss der Lippischen Landessynode

Die Lippische Landessynode ist der Überzeugung, dass Fracking eine hohe Gefährdung insbesondere der natürlichen Ressource Wasser darstellt. Der Schutz der Heilquellen und des Trinkwassers ist unbedingt zu gewährleisten. Die Landessynode begrüßt die Entscheidung der nordrhein-westfälischen Landesregierung, bis auf weiteres keine Genehmigungen für Erkundung und Gewinnung der Lagerstätten unter Einsatz der Fracking-Methode zu erteilen.

Die Landessynode bittet die EKD, sich beim Bundesgesetzgeber für eine Novellierung des Bundesberggesetzes einzusetzen, mit dem Ziel, dass bei Bergbauvorhaben ein Planfeststellungsverfahren mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung zwingend vorgeschrieben wird.
Unter Fracking versteht man ein Verfahren der unkonventionellen Erdgasförderung. Dabei werden kleine Erdgasbläschen, die in Gestein eingeschlossen sind, freigesetzt und das Gas gefördert.
In NRW wurde interessierten Unternehmen eine Aufsuchungserlaubnis für fast die gesamte Landesfläche erteilt. In Lippe ist die gesamte Fläche inklusive der Wasserschutz- und Heilquellenschutzgebiete in die Aufsuchungserlaubnisse einbezogen. Für die geplante Förderung liegen bisher jedoch keine belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse über Risiken und Folgen für Umwelt und Gesundheit vor. Es ist zu befürchten, dass die betroffenen Regionen durch das Fracking mit extremen Umweltbelastungen konfrontiert werden.

Beschluss der 9. Tagung der 35. ordentlichen Synode der  Lippischen Landeskirche

Als Kirche, die den Zielen des konziliaren Prozesses Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung verpflichtet ist, nehmen wir eine Mitverantwortung für den Erhalt dieser Schöpfung als der Grundlage allen Lebens wahr.
Der biblische Schöpfungsauftrag setzt den Menschen dazu ein, dass er die Erde "bebaute und bewahrte" (Gen 2, 15) und so eine bewohnbare Welt für nachfolgende Generationen erhalte. Die Aufforderung "füllet die Erde und machet sie euch Untertan" (Gen 1,28) ist keine Erlaubnis zu uneingeschränkter Herrschaft, sondern mahnt Fürsorge und damit den sorgsamen, nachhaltigen Umgang mit dem von Gott geschenkten Lebensraum an.
Daher sind technische und gesellschaftliche Entwicklungen daran zu messen, ob sie ökologisch verträglich sind im Sinne des verantwortlichen Umgangs mit den natürlichen Ressourcen. Auf dieser Grundlage fasst die Landessynode den folgenden Beschluss:

  1. Die Landessynode lehnt den Einsatz der umstrittenen Fracking-Methode zur Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten ab. Die Methode birgt erhebliche Risiken für Mensch und Umwelt. Sie stellt eine hohe Gefährdung insbesondere der natürlichen Ressource Wasser dar. Der Schutz der Heilquellen und des Trinkwassers ist unbedingt zu gewährleisten.
  2. Die Landessynode begrüßt die Entscheidung der nordrhein-westfälischen Landesregierung, bis auf weiteres keine Genehmigungen für Erkundung und Gewinnung der Lagerstätten unter Einsatz der Fracking-Methode unabhängig von den eingesetzten Materialien zu erteilen.
  3. Die Landessynode bittet die EKD, sich beim Bundesgesetzgeber für eine Novellierung des Bundesberggesetzes einzusetzen mit dem Ziel, dass bei Bergbauvorhaben ein Planfeststellungsverfahren mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung zwingend vorgeschrieben wird.

Mobilität

Für die Deutschen Aktionstage der Nachhaltigkeit im Juni 2014 stehen vielfältige Aktionsmöglichkeiten für die Arbeit in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen und Gruppen zur Verfügung.

Kontakt

Die AGU erreichen Sie über die AnsprechpartnerInnen in den Landeskirchen oder den Vorstand.


Copyright © 2019 Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) | Impressum
Publikationsdatum dieser Seite: Montag, 28. Januar 2019 21:46