Energie

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AGU bittet Landeskirchen, zur Energiepolitik Stellung zu nehmen

Mit Sorge hat die AGU auf ihrer Herbsttagung die neuen Entwicklungen der Energiepolitik in Deutschland diskutiert. Die AGU bittet die Leitungen der Landeskirchen und Landessynoden, die Geschehnisse aufmerksam zu verfolgen, sich dazu öffentlich zu äußern und die alltägliche Praxis in den Landeskirchen verstärkt am Leitbild eines zukunftsfähigen Umgangs mit Energieträgern auszurichten.

Folgende Aspekte scheinen uns dabei von besonderer Bedeutung zu sein – Aspekte, zu denen viele Christinnen und Christen auf eine Orientierung auch aus ihren Kirchen hoffen.

(1) Ohne energiepolitische Notwendigkeit hat die Bundesregierung nun, wie im Koalitionsvertrag angekündigt, die 2001 unter großen Mühen gefundene Konsensvereinbarung zum Atomausstieg rückgängig gemacht. Die Aufteilung der Gewinne, die durch eine längere Laufzeit der Atomkraftwerke zu erzielen sind, dürfen jedoch nicht das ausschlaggebende Moment der energiepolitischen Entscheidung über die Zukunft der Kernenergie sein. Der Umstieg auf erneuerbare Energieträger ist möglich, auch ohne Kernkraft als „Brückentechnologie“ zu verwenden. Die derzeitige Debatte geht damit an entscheidenden Fragen vorbei, die für die Beurteilung der Kernkraft von besonderer Bedeutung sind.

(2) An der Beurteilung der Risiken von Kernkraftwerken hat sich nichts geändert. Nach wie vor existiert ein extrem hohes Schadenspotenzial bei großen Unfällen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Unfall eintritt, sehr niedrig ist, so ist doch das Schadensausmaß nicht akzeptabel und nicht zu rechtfertigen, da eine sichere Energieversorgung im Rahmen der Konsensvereinbarung zum Atomausstieg möglich ist. Alle Erfahrung lehrt, dass das Risiko großtechnischer Anlagen mit hoher Laufzeit wieder ansteigt. Dieses Risiko sollte sich Deutschland nicht zumuten.

(3) Nach wie vor völlig ungeklärt ist das Problem der Endlagerung hoch radioaktiver Abfälle. Das vom Einsturz bedrohte Atommülllager im Salzbergwerk Asse II ist ein erschütterndes Beispiel für das ungelöste Problem der Lagerung radioaktiven Abfalls. Auch die Entscheidung der Bundesregierung, Gorleben nun wieder als einzigen Standort zu präsentieren, der vorrangig erkundet werden soll, weist unseres Erachtens in eine völlig falsche Richtung und fällt weit hinter einen anderen, ebenfalls bereits erreichten Konsens zurück: Der „Arbeitskreis Endlager“ (Ak End) hatte 2002 die ergebnisoffene Erkundung mehrerer Standorte in der Bundesrepublik Deutschland empfohlen. Auch in diesem Punkt sollte die Politik an diesem sorgfältig erarbeiteten Konsens festhalten und ihn endlich zügig umsetzen.

Die Evangelische Kirche in Deutschland und viele Landeskirchen haben sich in der Vergangenheit in diesem Sinn geäußert, doch scheint es uns in der aktuellen Situation äußerst hilfreich zu sein, wenn möglichst viele Stimmen gehört werden können. Daher bitten wir die Synoden auch der Landeskirchen, die dies bisher nicht getan haben, sich mit den genannten Themen zu befassen. Gerade die immer noch ungelöste Frage der Endlagerung hochradioaktiver Abfälle ist kein Problem, das nur einige wenige Regionen Deutschlands angeht, denn der Strom aus Kernenergie wird im ganzen Land genutzt. Umso wichtiger erscheint es uns, Äußerungen zu energiepolitischen Entscheidungen mit praktischen Schritten zu verbinden, insbesondere mit der Erarbeitung von Energie- und Klimaschutzkonzepten für Landeskirchen. Der Umstieg auf den Bezug von Ökostrom ist jederzeit möglich.

Mobilität

Für die Deutschen Aktionstage der Nachhaltigkeit im Juni 2014 stehen vielfältige Aktionsmöglichkeiten für die Arbeit in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen und Gruppen zur Verfügung.

Klimaschutzkonzepte in Landeskirchen

Im Rahmen der Förderprogramme der nationalen Klimschutzinitative wird die Erstellung von integrierten Klimaschutzkonzepten gefördert. In diesen Konzepten werden die Bereiche Liegenschaften, Mobilität und Beschaffung ausführlich untersucht und Maßnahmen zur Reduzierung von CO2-Emissionen erarbeitet. Eine aktuelle Übersicht findet sich beim Projektbüros Klimaschutz der EKD

Kernpunkte für ein nachhaltiges Energiekonzept

Aufgrund eines Beschlusses der Landessynode hat die Evangelische Kirche im Rheinland 2012 ein Diskussionspapier zur Energiepolitik vorgelegt. Dafür wurden fachliche Beiträge zur C02-Reduktion, zur Energiewende und zum Ausstieg aus der Kernenergie aufgearbeitet. Das Diskussionspapier dient als Grundlage, um sich an der kirchlichen und öffentlichen Diskussion zu Klimaschutz und Energiewende angemessen beteiligen zu können. Die "Kernpunkte für ein nachhaltiges Energiekonzept" wurden u.a. auf zwei Tagungen in der Evangelischen Akademie Bonn und bei einer Regionalsynode einiger Kirchenkreise zu Energie vorgestellt und diskutiert.  


in 2009 war Energie das Jahresthema des Portals Bildung für Nachhaltige Entwicklung. 


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Publikationsdatum dieser Seite: Donnerstag, 29. November 2018 23:52