Bioethik, Biotechnologie und Gentechnik

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Resolution "Unser täglich Brot" auf dem ÖKT

Im Zentrum Zukunft  wurde am 14.05.2010 eine Resolution zur Ernährungssicherung durch verantwortungsvolle Agrarpolitik ohne Gentechnik und ohne Patente auf Pflanzen und Tiere verabschiedet.

"Wir fordern die Bundesregierung auf, eine Politik zu vertreten, die

  • auf die Stärkung des bäuerlichen Knowhows setzt
  • standortangepasste Pflanzensorten und Ackerbaumethoden unterstützt
  • den Erhalt der Vielfalt an Pflanzensorten und Tierrassen fördert
  • die Monopolisierung der Nahrungsgrundlagen verhindert, indem sie die Patentierung von Pflanzen und Tieren verbietet
  • die Forschungsförderung nicht einseitig auf Gentechnik ausrichtet
  • den Anbau der genetisch veränderten Stärkekartoffel Amflora in Deutschland

untersagt.

Begründung:
Der Klimawandel gefährdet die Sicherung unserer Ernährung. Aus diesem Grund müssen alle Anstrengungen unternommen werden, unsere Ernährungsgrundlagen zu sichern. Hierzu gehört eine nachhaltige Landbewirtschaftung, wie sie auch der Weltagrarbericht empfohlen hat.
Stattdessen werden immer mehr Forschungsgelder in die Entwicklung gentechnisch veränderter Pflanzen gesteckt. Diese Pflanzen erbringen nach Jahrzehnten der Entwicklungsarbeit bisher keine höheren Erträge und keine langfristige Verringerung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln. Gentechnisch veränderte Pflanzen mit ökologisch vorteilhaften Eigenschaften gibt es bisher nicht.
Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt den Anbau dieser Pflanzen ab:

  • negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit werden befürchtet
  • es ist kein Verbrauchernutzen erkennbar
  • eine Trennung von gentechnikfreien und gentechnikhaltigen Pflanzen ist aufwändig und teuer
  • Imker befürchten die Verunreinigung ihres Honigs.

Die Stärkekartoffel Amflora der BASF, die sogar im Koalitionsvertrag der Bundesregierung zu finden ist, soll zwar nicht gegessen werden, darf aber ins Tierfutter. Und das, obwohl die Kartoffel ein Antibiotikaresistenzgen enthält. Die Amflora-Kartoffel wird von der Stärkeindustrie nicht gebraucht, denn es gibt alternative Stärkekartoffeln mit ähnlichen Eigenschaften – ohne Gentechnik und ohne Antibiotikaressistenzgene.
Noch immer wird weltweit der Versuch unternommen, Pflanzen und Tiere durch Biopatente zu privatisieren. Längst geht es nicht mehr um gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere.
Inzwischen werden herkömmlich gezüchtete Pflanzen und Tiere – und die daraus hergestellen Produkte – unter Patentschutz gestellt. Pflanzen und Tiere sind jedoch keine Erfindungen des Menschen. Sie sind Geschöpfe Gottes. Die Grundlagen unserer Ernährung dürfen nicht über Biopatente monopolisiert werden."

"Keine Gentechnik auf Kirchenland"

Die Kampagne "Keine Gentechnik auf Kirchenland" der kirchlichen Umweltbeauftragten führte zu zahlreichen Beschlüssen zum Umgang mit der Gentechnik auf kirchlichem Pachtland. Die jeweils aktuelle Beschlusslage aus EKD und Landeskirchen wird im folgenden dargestellt. 

Arbeitshilfe Grüne Gentechnik

Nach wie vor werden in Deutschland und Europa kaum gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Global gesehen nimmt der Anbau jedoch weiter zu. Meldungen über Probleme für Landwirte, die Umwelt und die Gesundheit weisen auf Nachteile des großflächigen Anbaus dieser Pflanzen hin. "In Gentechnisch veränderte Pflanzen - Eine Betrachtung aus kirchlicher Sicht" wird der Sachstand zu gentechnisch veränderten Pflanzen und die Position der Evangelischen Kirche von Westfalen dargestellt.  

Vielfalt säen - Freies Saatgut erhalten

80 Prozent der Lebensmittel auf der Welt werden von Kleinbauernfamilien angebaut, die nur eine kleine Ackerfläche und geringe technische Ausstattung zur Verfügung haben. Die Arbeit dieser Bauernfamilien ist von unschätzbarem Wert für den Großteil der Welternährung und den Erhalt der biologischen Vielfalt. Die vielen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen benötigen dafür freien Zugang zu Saatgut. Wer kein Saatgut hat oder wem das freie Saatgut genommen wird, der kann sich nicht selbst ernähren und gerät in Abhängigkeit von Saatgutkonzernen ‒ mit verheerenden Folgen. Doch die internationale Agrarindustrie versucht seit längerem und zunehmend erfolgreich, den Saatgutmarkt zu kommerzialisieren.
 

Zellux.net

Stammzellen im Schlaglicht von Forschung, Medizin, Kirche, Ethik und Recht  

Next Generation

Das Institut für Kirche und Gesellschaft bietet unter dem Titel "Next GENeration?!" zwei Veranstaltungen zum Themenkomplex Gentechnik, Klonieren und genetische Auslese an. Das innovative Programm ist sowohl auf den Lehrstoff zum Themenkomplex Genetik und Ethik, als auch auf die besonderen Lernbedürfnisse junger Erwachsener abgestimmt. Die Veranstalterinnen und Veranstalter legen dabei besonderen Wert auf die Verknüpfung von Fachwissen und Erfahrungswissen sowie darauf, Freiräume zu schaffen, um die Entwicklung eines persönlichen Standpunktes zu fördern. Die Angebote "Diskurs" und "Kreativ" werden in Flyern näher vorgestellt.


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Publikationsdatum dieser Seite: Donnerstag, 29. November 2018 23:53