Bioethik, Biotechnologie und Gentechnik

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Masseneinspruch gegen ein Patent des Schweizer Konzerns Syngenta auf Tomaten

Vor dem Europäischem Patentamt (Foto: Sebastian Widmann)

Am 12. Mai 2016 wurde ein Masseneinspruch gegen ein Patent des Schweizer Konzerns Syngenta auf Tomaten dem Europäischen Patentamt (EPA) in München übergeben. An der Aktion beteiligen sich etwa 65.000 BürgerInnen aus 59 Ländern sowie 32 Organisationen. Auch die AGU unterstützt diesen Einspruch. Noch nie haben sich so viele Einsprechende an einem Verfahren vor dem Europäischen Patentamt beteiligt. In dem genannten Patent werden das Saatgut, die Pflanzen und die Früchte als Erfindung beansprucht, die aus Kreuzungen mit Tomaten aus Peru und Chile stammen. Damit verstößt das Patent nicht nur gegen das Patentierungsverbot bei konventioneller Züchtung, es stellt auch einen Akt der Biopiraterie dar.

Logos der unterstützenden Organisationen

"Keine Gentechnik auf Kirchenland"

Die Kampagne "Keine Gentechnik auf Kirchenland" der kirchlichen Umweltbeauftragten führte zu zahlreichen Beschlüssen zum Umgang mit der Gentechnik auf kirchlichem Pachtland. Die jeweils aktuelle Beschlusslage aus EKD und Landeskirchen wird im folgenden dargestellt. 

Arbeitshilfe Grüne Gentechnik

Nach wie vor werden in Deutschland und Europa kaum gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Global gesehen nimmt der Anbau jedoch weiter zu. Meldungen über Probleme für Landwirte, die Umwelt und die Gesundheit weisen auf Nachteile des großflächigen Anbaus dieser Pflanzen hin. "In Gentechnisch veränderte Pflanzen - Eine Betrachtung aus kirchlicher Sicht" wird der Sachstand zu gentechnisch veränderten Pflanzen und die Position der Evangelischen Kirche von Westfalen dargestellt.  

Vielfalt säen - Freies Saatgut erhalten

80 Prozent der Lebensmittel auf der Welt werden von Kleinbauernfamilien angebaut, die nur eine kleine Ackerfläche und geringe technische Ausstattung zur Verfügung haben. Die Arbeit dieser Bauernfamilien ist von unschätzbarem Wert für den Großteil der Welternährung und den Erhalt der biologischen Vielfalt. Die vielen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen benötigen dafür freien Zugang zu Saatgut. Wer kein Saatgut hat oder wem das freie Saatgut genommen wird, der kann sich nicht selbst ernähren und gerät in Abhängigkeit von Saatgutkonzernen ‒ mit verheerenden Folgen. Doch die internationale Agrarindustrie versucht seit längerem und zunehmend erfolgreich, den Saatgutmarkt zu kommerzialisieren.
 

Zellux.net

Stammzellen im Schlaglicht von Forschung, Medizin, Kirche, Ethik und Recht  

Next Generation

Das Institut für Kirche und Gesellschaft bietet unter dem Titel "Next GENeration?!" zwei Veranstaltungen zum Themenkomplex Gentechnik, Klonieren und genetische Auslese an. Das innovative Programm ist sowohl auf den Lehrstoff zum Themenkomplex Genetik und Ethik, als auch auf die besonderen Lernbedürfnisse junger Erwachsener abgestimmt. Die Veranstalterinnen und Veranstalter legen dabei besonderen Wert auf die Verknüpfung von Fachwissen und Erfahrungswissen sowie darauf, Freiräume zu schaffen, um die Entwicklung eines persönlichen Standpunktes zu fördern. Die Angebote "Diskurs" und "Kreativ" werden in Flyern näher vorgestellt.


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Publikationsdatum dieser Seite: Donnerstag, 29. November 2018 23:53