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Bundesregierung soll zum Atomkonsens 2001 zurückkehren

Landessynode der Mecklenburgischen Landeskirche: Bitte an Kirchgemeinden: Energieverbrauch senken und Stromanbieter wechseln

Kirchgemeinden und Einrichtungen der Mecklenburgischen Landeskirche sollten ihren Energieverbrauch verringern und zu Stromanbietern wechseln, die auf Kernenergie verzichten. Diese Bitte beschloss heute (20. November 2010) mehrheitlich die in Plau tagende Landessynode. Zugleich beauftragten die Synodalen den Oberkirchenrat, Angebote für einen entsprechenden Energie-Rahmenvertrag einzuholen. Diese Punkte sind Teil einer Synodenerklärung zur aktuellen Diskussion um die Energiepolitik in Deutschland. In der Diskussion waren zuvor unterschiedliche Standpunkte zum Thema deutlich geworden.

Die Erklärung der Landessynode im Wortlaut: 

Mit großer Sorge nimmt die Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs die aktuellen Entwicklungen der Energiepolitik in Deutschland wahr. Durch die Ausweitung der Restlaufzeiten der Kernkraftwerke hat die Bundesregierung im Herbst 2010 den unter groen Anstrengungen gefundenen Energiekonsens zum Atomausstieg aus dem Jahr 2001 ruckgängig gemacht.

a) Die Folge ist eine neu einsetzende Auseinandersetzung in energiepolitischen Fragen in der gesamten Gesellschaft. Es ist durch die Entscheidung der Bundesregierung der Eindruck entstanden, als hätten wirtschaftliche Erwägungen bei der Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken ein größeres Gewicht gehabt, als die mit der Kernenergie verbundenen Risiken. Wir befürchten durch diese Entscheidung eine Gefährdung des inneren gesellschaftlichen Friedens.

b) Das Problem der Endlagerung hoch radioaktiver Abfälle ist immer noch ungeklärt. Die Verlängerung der Restlaufzeiten verschärft dieses Problem, da die neu anfallenden atomaren Abfälle sicher entsorgt werden müssen, ohne dass es dafur eine Strategie gibt. Bis heute ist es den Verantwortlichen in Politik und Energiewirtschaft nicht gelungen, eine sichere Endlagerungsstätte fur hoch radioaktiven Abfall zu erkunden und einzurichten.

1. Deshalb unterstützen wir die Aufforderung der EKD-Synode (3. Tagung der 11. Synode vom 9. November 2010 in Hannover) an den Rat der EKD, die Bundesregierung dringend zu bitten, zu dem im Atomkonsens 2001 vereinbarten Zeitplan zum Ausstieg aus der Kernenergie zurückzukehren. Wir schlieen uns dieser Bitte an die Bundesregierung an.

2. Wir bitten die Kirchgemeinden und die Einrichtungen unserer Landeskirche, ihren Energieverbrauch zu verringern und zu Stromanbietern zu wechseln, die auf Kernenergie verzichten. Die Landessynode beauftragt den Oberkirchenrat Angebote für einen entsprechenden Rahmenvertrag einzuholen.

Mobilität

Für die Deutschen Aktionstage der Nachhaltigkeit im Juni 2014 stehen vielfältige Aktionsmöglichkeiten für die Arbeit in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen und Gruppen zur Verfügung.

Klimaschutzkonzepte in Landeskirchen

Im Rahmen der Förderprogramme der nationalen Klimschutzinitative wird die Erstellung von integrierten Klimaschutzkonzepten gefördert. In diesen Konzepten werden die Bereiche Liegenschaften, Mobilität und Beschaffung ausführlich untersucht und Maßnahmen zur Reduzierung von CO2-Emissionen erarbeitet. Eine aktuelle Übersicht findet sich beim Projektbüros Klimaschutz der EKD

Kernpunkte für ein nachhaltiges Energiekonzept

Aufgrund eines Beschlusses der Landessynode hat die Evangelische Kirche im Rheinland 2012 ein Diskussionspapier zur Energiepolitik vorgelegt. Dafür wurden fachliche Beiträge zur C02-Reduktion, zur Energiewende und zum Ausstieg aus der Kernenergie aufgearbeitet. Das Diskussionspapier dient als Grundlage, um sich an der kirchlichen und öffentlichen Diskussion zu Klimaschutz und Energiewende angemessen beteiligen zu können. Die "Kernpunkte für ein nachhaltiges Energiekonzept" wurden u.a. auf zwei Tagungen in der Evangelischen Akademie Bonn und bei einer Regionalsynode einiger Kirchenkreise zu Energie vorgestellt und diskutiert.  


in 2009 war Energie das Jahresthema des Portals Bildung für Nachhaltige Entwicklung. 


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Publikationsdatum dieser Seite: Sonntag, 3. Juni 2018 10:52