Präsenz und Dialog

Beauftragte des Rates der EKD

 Ein Mikrofon steht in einem Raum für einen Redner bereit.

Gewinnt ein Thema für den Rat der EKD an Bedeutung oder möchte er laufenden Kontakt zu einer Initiative oder Organisation pflegen, die ihm am Herzen liegt, kann er zu einem flexiblen Mittel greifen: Er benennt Beauftragte. In einem Beschluss des Rates von 1998 heißt es, Beauftragte sollten ihm helfen, „die kirchliche Präsenz in Bereichen zu verstärken, die generell und aktuell besonders dringlich intensiver kirchlicher Begleitung bedürfen. Die Beauftragten stehen den Menschen in diesen Bereichen als Gesprächspartner zur Verfügung und fördern in Kirche und Gesellschaft das Verständnis für ihre Belange.“

Medien und Sport, Frieden und Kultur

Derzeit hat der Rat zwölf Beauftragte für unterschiedliche Aufgaben berufen.Zu den ältesten gehört der Medienbeauftragte. Seine Arbeit reicht fast zwei Generationen zurück. Der Medienbeauftragte der EKD verantwortet die Kontaktpflege zu den Intendanten und den Programmverantwortlichen der Sender und entwickelt die Medienkompetenz der Evangelischen Kirche in Deutschland. Sein Team erarbeitet und begleitet ZDF-Fernsehgottesdienste, das Wort zum Sonntag sowie die Morgenandachten im Deutschlandfunk und im Deutschlandradio Kultur. Zudem gibt er Impulse zum Programm, zum Menschenbild in den Medien, aber auch dazu, wie die Kirche ihre Präsenz in den Medien überzeugend gestalten kann. Derzeit wird die Aufgabe von Oberkirchenrat Dr. Markus Bräuer wahrgenommen.

Wertschätzung des Rates der EKD

Auch der Beauftragte für die Kommunitäten kann auf eine lange Tradition blicken. Mit ihm haben die 46 geistlichen Gemeinschaften im deutschen Protestantismus, die in zwei Verbänden organisiert sind, einen Ansprechpartner in der Führung der evangelischen Kirche. Die Berufung des Beauftragten zeigt zugleich, welche Wertschätzung der Rat den Vereinigungen entgegenbringt, die eine besondere Form evangelischer Spiritualität verkörpern und mit ihrem Leben ökumenische Brücken schlagen. Üblicherweise nimmt ein Bischof im Amt oder im Ruhestand diese Aufgabe wahr. Derzeitiger Beauftragter ist der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Dr. Christoph Meyns. Darüber hinaus ist der Berliner Theologe Prof. Dr. Christoph Markschies seit 2016 als Beauftragter für den Johanniterorden tätig. Der Orden ist vor allem wegen seines sozial-karitativen Engagements von gesellschaftlicher Bedeutung.

Erster Friedensbeauftragter des Rates der EKD

Seit 2008 ist der Schriftführer der Bremischen Evangelischen Kirche, Renke Brahms, der erste Friedensbeauftragte des Rates der EKD. Seine Berufung entwickelte sich aus der gesellschaftlich viel beachteten, 2007 erschienenen Denkschrift „Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen“. Der Friedensbeauftragte gehört zum Beirat der Evangelischen Militärseelsorge und arbeitet mit der Arbeitsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) zusammen. Ebenfalls der Versöhnung diente die Berufung der stellvertretenden Ratsvorsitzenden, der westfälischen Präses Annette Kurschus, zur Beauftragten für deutsch-polnische Beziehungen. Die Berufung wurde im Jahr 2016 zum 25-jähringen Bestehen des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages ausgesprochen. Im Jahr zuvor hatte die EKD der 1965 veröffentlichten Ostdenkschrift des Rates der EKD gedacht, die damals eine Lanze für die Versöhnung mit den östlichen Nachbarn brach.

Im gesellschaftlichen Geschehen

Auch die Arbeit des Sportbeauftragten hat sich einen festen Platz unter den Beauftragungen gesichert. 2016 wurde der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung, in das Amt berufen. Er ist damit auch Vorsitzender des Arbeitskreises Kirche und Sport in der EKD, der die vielen Beziehungen zwischen Kirche und Sport pflegt, etwa über die sportlich aktiven Gruppen des CVJM.

Ebenfalls seit 2016 amtiert der zweite Kulturbeauftragte, Johann Hinrich Claussen. Er verbindet das kulturelle Engagement der evangelischen Kirche mit dem Kontakt zu Kunst- und Kulturschaffenden. Seine Vorgängerin, die hannoversche Landessuperintendentin Petra Bahr, ist seit 2016 Beauftragte für evangelische Freiwilligendienste. Weitere Beauftragungen gelten Umwelt- und agrarsozialen Fragen, dem Datenschutz und der Evangelischen Seelsorge in der Bundespolizei.

wt