Predigt zur Eröffnung des ökumenischen Zentrums Taufe in Eisleben

Margot Käßmann

Liebe Gemeinde,

am Ostersonntag war ich mit meiner Familie in einem Gottesdienst, in dem eine ältere Dame getauft wurde. Das war ein für alle sehr anrührendes Erlebnis. Da stand sie grauhaarig am Taufbecken mit Kindern und Enkeln. Einer ihrer Töchter kamen die Tränen. Sie wurde 1945 im Osten Deutschlands geboren kurz vor der Flucht. Es folgte der Überlebenskampf in der neuen Heimat. All das hatte die Taufe in den Hintergrund treten lassen. Später wurde das Nicht-Getauft-Sein eine Art Familiengeheimnis - man schämte sich dafür. Jetzt aber, Ende 60 fand diese Frau den Mut zu sagen: doch, ich will getauft sein! Irgendwie hatte sie das Gefühl, „die Sache in Ordnung“ bringen zu müssen. Ich hatte das Bedürfnis, spontan zu klatschen, irgendwie freuten sich alle mit. Sie ist jetzt eine von uns, Teil einer Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern!

Normalerweise taufen wir in unseren Kirchen Säuglinge. So wurde Martin Luther hier in Eisleben am Martinstag 1483, einen Tag nach seiner Geburt getauft. Und das ist ein wunderbarer Brauch, finde ich. Auch mir war als Mutter immer wieder wichtig, meine Kinder bald nach der Geburt taufen zu lassen. Anders als viele meinen ist das übrigens keine neuere Tradition. Schon in der Bibel wird berichtet, dass Menschen getauft werden „mit ihrem Haus“ (z.B. Acta 16,15) – und das heißt ja wohl, Kinder waren dabei. Und wenn um 160 nach Christus Kirchenvater Tertullian gegen die Kindertaufe argumentiert, zeigt das, wie verbreitet sie war.

Bis heute aber gibt es auch eine Debatte darum. Die eine sagen, der Missionsbefehl, der hier im neuen Taufbecken zitiert ist und so zum Predigttext wurde, zeige doch, dass erst die Taufe kommt und dann der Glaube: Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. (Mt. 28, 19f.)

Die anderen sagen, dass schon nach den Berichten der Apostelgeschichte Menschen sich erst getauft wurden, nachdem sie durch eine Predigt zum Glauben gefunden hatten (z.B. Acta 8, 26ff.). Muss ich nicht erst hören, lesen, begreifen, verstehen, zum Glauben finden, um dann getauft zu werden? So taufen manche Kirchen in der Welt erst Erwachsene.

Wieder andere fragen, wer denn den Glauben messen wolle, etwa in dem Sinne, ob er ausreiche für eine Taufe. Vor Jahren habe ich ein schwerbehindertes Mädchen getauft – wer wollte ihr den Segen Gottes nicht zusprechen, weil er meint, ihr Glaube sei nicht vom Verstand gedeckt? Wie viel muss ein Mensch verstehen, um messbar - taufbar? - zu glauben?

All diese Argumente setzen sich bis heute fort! Immer öfter sagen Eltern in unserem säkularisierten Land: Ich lasse mein Kind nicht taufen, denn es soll später einmal selbst entscheiden, welchen Glauben es haben oder praktizieren will. Ein wenig merkwürdig ist das schon. Eltern entscheiden für ihr Kind ja auch die Sprache, viele soziale Vorgaben, sie prägen es. Und sie wollen es teilhaben lassen an dem, was ihnen wichtig ist. Auf religiöse Erziehung verzichten, die Taufe unterlassen ist auch eine relevante Entscheidung. Ein Kind kann am Ende nur Ja oder Nein zu einer Religion sagen, die es kennt.

Einen Säugling zu taufen, der noch nichts leisten kann, ganz und gar auf andere angewiesen ist, das ist für mich ein wunderbares Zeichen für die Liebe Gottes. So liebt uns Gott, jeden Menschen, ganz ohne dass wir irgendetwas Großartiges vorzuweisen hätten. Gottes Zuspruch ist größer als alles, was wir je leisten können. Oder, wie es ein bekannter Theologe ausdrückt: die Säuglingstaufe bringt „auf eine unüberbietbare Weise die Bedingungslosigkeit der göttlichen Heilszusage zum Ausdruck“[1].

Ein Säugling hat noch nichts geleistet. Und trotzdem sagt Gott Ja zu ihm, unwiderruflich. Oder, drücken wir es ökonomisch aus: sein Lebenskonto ist schon in den schwarzen Zahlen, von Anfang an. Und nichts, was er tut im Leben, egal wie sehr er scheitert - vor Gott wird das Leben niemals in die roten Zahlen kommen, es hat seinen eigenen Wert. Das ist eine ungeheure Bestätigung für unser Leben!

Und diese Segenszusage kann Eltern ungeheuer entlasten. Auch sie können ja scheitern, in der Erziehung des Kindes, an vielen Punkten. Da zu wissen: es liegt nicht allein an mir, sondern alles liegt an Gottes Segen, das ermutigt, denke ich. 

Dabei geht es nicht um eine Art magischen Schutz gegen die Gefährdungen des Lebens. So erinnere ich mich, dass meine Schwiegermutter schockiert war, als ich meine erste Tochter vor ihrer Taufe Spazieren fuhr, „ungeschützt“ sozusagen. Und ich erinnere mich an Taufgespräche, in denen Eltern sagten, ihnen sei der Glaube eigentlich nicht so wichtig, aber wenn es das Kind schütze, sei es ja gut. Nein, die Taufe kann nicht vor Unglück und Leid bewahren. Aber sie zeigt eine Einbindung dieses Kindes, der Segen Gottes wird es begleiten in guten und in schweren Zeiten.

Der Segen Gottes ist nicht die Garantie, dass es kein Leid und keine Krankheit und keinen Tod gibt im Leben. Er ist die Versicherung, dass Gott uns begleitet in unserem Leben, auch in unseren schwersten Stunden und über den Tod hinaus in ein neues Leben. So hat es Jesus selbst erlebt. Eltern sind nicht allein zuständig. Da gibt es Gott, der dieses Kind bei seinem Namen gerufen hat, wie der Prophet Jesaja es ausdrückt (43,1). Und es gibt eine Gemeinde, eine Gemeinschaft, die mit für dieses Kind Sorge tragen will, Patinnen und Paten auch, die bei der christlichen Erziehung zur Seite stehen. Die Taufe stärkt Eltern in ihrem Vertrauen, dass dieses Kind Gott vertrauen darf.

Dabei ist interessant, dass der Taufbefehl, wie die Verse bei Matthäus genannt werden, ja auch ein Missionsbefehl ist. Wir können nicht ignorieren, wie das in der Kirchengeschichte zu furchtbaren Irrwegen geführt hat! Denken wir etwa an die Missionare, die die Kolonisatoren begleiteten. Zwangstaufen wurden zum Teil eines entsetzlichen Apparates der Unterdrückung etwa in Südamerika. Wobei ich sehr interessant finde, dass bei all den Irrwegen der Gedanke, dass die Taufe uns alle zu Kindern Gottes macht, offenbar nicht völlig unterdrückt werden konnte. In Südafrika wurde Missionaren in der Gegend um Durban lange Zeit verboten, schwarze Landarbeiter zu taufen mit der Begründung, sie würden dann vor Gott auf gleicher Stufe stehen wie ihre Sklavenhalter – eine sehr angemessene theologische Erkenntnis….

Taufe ist ein Akt der Freiheit, der Freude, der Zugehörigkeit. Die Taufe eines Säuglings ist keine Zwangstaufe, sondern Eltern nehmen ihre Kinder hinein in die Gemeinschaft, die für sie selbst entscheidende Lebensorientierung darstellt. Dabei entwickelt der Missionsgedanke offensichtlich heute eine ganz neue Dimension in unseren Breitengraden. Brachten früher Eltern ihre Kinder zur Taufe, so bringen heute immer öfter Kinder ihre Eltern zur Taufe. Eine steigende Zahl von Grundschulkindern möchte sich taufen lassen, nachdem sie im Schulunterricht oder der Kirchengemeinde vom Glauben gehört haben. Eine spannende neue Situation: nicht unmündig wie Säuglinge, die sich nicht ausdrücken können, aber auch nicht religionsmündig nach dem Gesetz….

Mit der Taufe werden wir Teil der Familie der Kinder Gottes. Wir werden zu Schwestern und Brüdern, die gemeinsam an Jesus Christus glauben. Die Familie der Kinder Gottes beheimatet uns in dieser Welt über unsere leibliche Familie hinaus. Wie gut kann es für ein Kind sein, zu wissen, da ist Gott im Himmel, der dich hört und sieht und begleitet in deinem Leben! Wie wichtig ist es, Orte zu wissen, an die ich kommen kann mit meinen Fragen und Sorgen. Da sind Menschen, die mit mir Brot brechen und eine zweite Meile mitgehen wollen.

Mir ist wichtig, dass wir nicht Teil einer einzelnen Kirche werden durch die Taufe, sondern über alle Trennungen hinweg Teil der einen geglaubten Kirche, die unter all den Kirchen und Konfessionen existiert. In der Ökumene wird die Taufe inzwischen gegenseitig anerkannt. Wie gut deshalb, dass dieses Zentrum ein ökumenisches ist!

Ein neues, in den Boden eingelassenen Taufbecken – offen gestanden war ich sehr gespannt darauf, es zu sehen! Klar, dass es durchaus Bedenken gab. Einerseits wegen der Kosten, das versteht jeder. Andererseits wegen der notwendigen Sanierungsarbeiten an Gewölbe und Mauerwerk. Auch aufgrund von Befürchtungen, es könne einen "Tauftourismus" geben – das wäre doch eigentlich wunderbar! Aber irgendwie gibt es offenbar auch eine Hemmung: „Ganzkörpertaufe“. Das hört sich wohl allzu körperlich an, habe ich bei Rückfragen in den letzten Tagen gemerkt. Gerade das aber spricht für Ihr Taufbecken hier. Glaube will sinnlich erfahrbar werden! Er ist nicht kopflastig. Im Abendmahl schmecken und sehen wir, wie freundlich Gott ist. Und in der Taufe dürfen wir das erfahren, eingetaucht in das Wasser des Lebens wie damals am Jordan. Sage niemand, der christliche Glaube kenne keine Erfahrbarkeit, keine Spiritualität!

So finde ich das Projekt mutig, auch weil hier viele Praktiken der christlichen Taufe wie Übergießen, Eintauchen und Untertauchen möglich sind, die wir weniger gewohnt sind. Gerade solche Vielfalt der liturgischen Praxis macht ja auch Glauben und Kirche lebendig. In den USA habe ich eine Taufe erlebt, bei der ein Flashlight ein riesiges transparentes Becken im oberen Kirchenbereich bestrahlte, in dem der Pfarrer eine Frau durch Untertauchen taufte. In Armenien konnte ich am See Sewan die Taufe von dreitausend Menschen gleichzeitig erleben. Etwas kleiner wurden im Kloster Loccum an einem sonnigen Tag 60 Kinder getauft mit anschließender großer Kaffeetafel für alle Angehörigen im Klostergarten. Und in Russland war ich einmal bei einer Taufe, bei der der Priester die anwesenden Kinder fragte: „Seid ihr getauft?“ Einige schüttelten den Kopf. Er fragte: „Wollt ihr getauft werden?“ einige nickten begeistert. Und schwupps ging die Taufe vonstatten. Andere Orte, andere Länder, andere Sitten… Aber es geht um die EINE Taufe, nicht wiederholbar, Zusage von Gottes Segen, Teil werden der Glaubensgemeinschaft in aller Welt.

Für Martin Luther war die Erinnerung an die Taufe entscheidend als Ermutigung in Zeiten der Anfechtung: baptizatus sum!, ich bin getauft. In diese Erinnerung hat er offensichtlich Eisleben mit einbezogen, auch wenn er hier gar nicht aufwuchs. Seine Eltern wohnten nur vorübergehend hier bei Verwandten und verließen mit ihm die Stadt schon im Frühjahr des darauf folgenden Jahres in Richtung Mansfeld. Auf der Homepage Ihrer Kirche aber heißt es, Luther habe einmal gesagt: „Mein Vaterland war Eisleben.“ Wie anrührend deshalb, dass er fast aus Zufall in dieser Stadt während einer Reise 1546 starb.

Mit Luthers Rückbesinnung auf die Taufe wird deutlich: selbst wenn ich keine persönliche Erinnerung an die Taufe als Säugling habe, weiß ich doch aus den Erzählungen der Eltern und Paten, dass dieses Ereignis stattgefunden hat. Heute belegen das auch Fotos und Videos – manchmal stören sie allerdings die Taufe geradezu und ich frage mich, ob Menschen nicht mal im Herzen etwas erinnern können wie Luther, statt alles online zu haben. Nicht Baptizatus sum, sondern „Ich kann euch das Bild zeigen“….

Ich bin getauft, ich gehöre zum Segenskreis Gottes. Das zu wissen, kann Menschen Halt geben in Zeiten von Angst und Not. Gut, dass das Zentrum hier auch Gästen für Tauferinnerungsfeiern zur Verfügung steht. Ich finde, diese Form des Rückbesinnens, die sich in den letzten Jahren immer stärker entwickelt hat, ist ein echter Gewinn an einer spirituellen gottesdienstlichen Form in unseren Kirchen.

Zum ersten Mal bin ich in diesen Tagen der Frage begegnet, ob jemand die eigene Taufe rückgängig machen kann. Können wir ent-taufen sozusagen. Was tut der Mensch bei solchen Fragen? Er recherchiert im Internet! Und da bin ich in der Tat auf eine Meldung gestoßen, auf der ein „Debaptiser 2010“ angeboten wird. Zitat: „Nach Auskunft der Initiatoren ist es eine verbesserte Version eines durch den USA-Atheisten Edwin Kagin entwickelten Gerätes. Um die magischen und geistigen Kräfte des heiligen Wassers bei der Taufe zunichte zu machen, entwickelte er auf der Basis eines einfachen Haartrockners ein revolutionäres Gerät, welches das gleiche Maß an magischen und spirituellen Kräften wie die Taufe besitzt.“ …. Taufen geschieht mit Wasser. Was kann man dagegen machen? Nun, heiße Luft blasen und dann verdampft das Wasser. Also blase dich trocken mit einem Fön und du bist enttauft.“[2]

Dieser Artikel ist nicht am 1. April erschienen! Aber er zeigt, dass Menschen ganz offensichtlich Taufe mit Magie verwechseln. Taufe ist Lebenszusage Gottes und Aufnahme in eine Gemeinschaft. Auf die Zusage Gottes kann ich nur im Glauben antworten, reagieren. Wenn ich keinen Glauben habe, wird sie in meinem Leben nicht auf magische Weise relevant werden. Und Teil der Gemeinschaft bin ich in aller Freiheit, ich kann dieser Gemeinschaft den Rücken kehren. Ich kann mich von der eigenen Taufe distanzieren, entfremden. Der Glaube sagt zwar: Aber Gott entfremdet sich nicht von mir. Gottes Zusage bleibt bestehen, auch und wo immer wir sie ablehnen und zurückweisen. Ent-taufen aber muss sich dafür niemand…

Ich freue mich, dass hier in der St. Petri-Pauli-Kirche das Zentrum „Taufe“ der Evangelischen Kirche in Deutschland eingeweiht wird. In der Kirche steht heute der Taufstein, der aus den Resten des Originaltaufsteins Martin Luthers rekonstruiert wurde. Auf dem mittleren Schlussstein über dem Kirchenschiff befindet sich die Lutherrose, das Familienwappen der Luthers. Das weist auf gute Tradition. Wird nach der Spiritualität der Kirche gefragt, so ist sie sicher zuallererst in den Sakramenten: Abendmahl und Taufe zu erleben. Wir hören, sehen, riechen, schmecken, spüren und erfahren Gottes Liebe.

Wenn Wasser über den Kopf des Säuglings gegossen wird, spüren wir das Glück, das die Liebe zu diesem Kind in uns auslöst.

Wenn ein Grundschulkind oder eine Konfirmandin sich taufen lässt, dann ist diese Freude auch spürbar: ein junger Mensch hat sich ganz bewusst entschieden für diesen Glauben an Jesus Christus und wird Teil unserer Gemeinschaft.

Wenn ein älterer Mensch getauft wird, sind wir berührt, weil deutlich ist: er hat lange gerungen um diesen Schritt. Manchmal ein Leben lang. Und manches Mal ist ein Mann oder eine Frau der Nachricht von der Liebe Gottes schlicht erst sehr spät begegnet. Die Taufe in diesem Becken wird diese Erfahrungen auf ganz besondere Weise vertiefen, davon bin ich überzeugt.

 „Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater Sohn und Heiliger Geist“, so singen wir in einem schönen Tauflied gleich nach der Predigt. Von der Taufe an nennen wir uns Christinnen und Christen, getauft auf diesen Namen, Kind Gottes, Teil der Gemeinschaft, die sich zu dem Gott bekennt, der uns liebt, der die Barmherzigen und Sanftmütigen, diejenigen die reinen Herzens sind und friedfertig, selig, also glücklich preist.

Freuen wir uns also mit einer Familie über ihr Kind, mit einem jungen oder älteren Erwachsenen über die persönliche Entscheidung. Die Taufe sagt: du gehörst zu uns, der Familie der Kinder Gottes. Herzlich willkommen!

Eine Frage aber muss sich zum Schluss stellen: ist die Taufe denn vor Gott entscheidend? Wie viel Leid und Kummer hat es Müttern bedeutet, wenn ihre Kinder ungetauft starben. Meine eigene Mutter war immer dankbar, dass es für den Bruder, der vor meiner Geburt starb, noch eine Not-Taufe gegeben hatte. Offen gestanden wäre es für mein Gottesbild eine dramatische Infragestellung, wenn Gott sich ungetaufter Kinder im nächsten Leben nicht erbarmte. Dann wäre die Taufe tatsächlich eine magische Handlung. Wenn Gott aber ganz und gar durch Gnade sich dem Menschen zuwendet, dann doch wohl auch jener Frau, deren Taufe versäumt wurde. Schön, dass sie diese nachholen konnte.

Aber dass Gott daran ihr Heil hängt, das bezweifelte auch Martin Luther wenn er in einer Predigt von 1522 (WA 10 III, 142) sagt: „Es kann auch einer glauben, wenn er auch nicht getauft ist; denn die Taufe ist nicht mehr als ein äußerliches Zeichen, das uns der göttlichen Verheißung ermahnen soll. Kann man sie haben, so ist es gut, so nehme man sie; denn niemand soll sie verachten. Wenn man sie aber nicht haben könnte oder einem versagt würde, ist er dennoch nicht verdammt, wenn er nur das Evangelium glaubt. Denn wo das Evangelium ist, da ist auch Taufe und alles, was ein Christenmensch bedarf.“

Was Luther meint, fasst er an anderer Stelle noch kürzer zusammen: „Ohne leibliches Empfangen der Sakramente, so sie nicht verachtet werden, kann man selig werden.“[3].

In diesem Sinne wünsche ich dem neuen Zentrum Taufe von Herzen Gottes Segen!
Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, mit Euch allen. Amen.

Fußnoten:

1 Wilfried Härle, Dogmatik. 2. Überarbeitete Auflage, Berlin 2000, S. 555.
2 Nicht nur Kirchenaustritt, auch Enttaufung möglich, Humanistischer Pressedienst 14.10.2010 Nr. 10444.
3 WA 7, 322.