Die Mitglieder stellen sich vor


Wer wir sind: Die Mitglieder des Beirats sind in unterschiedlichen Kontexten von sexualisierter Gewalt betroffen: Als Kinder, Jugendliche, Erwachsene, als Eltern, deren Kinder missbraucht wurden - in der Kirche, kirchennahen Organisationen, Diakonie und Heimen. In unserem Beirat finden sich die verschiedensten Positionen der Kirche gegenüber. Sie reichen von hauptamtlicher, kirchlicher Mitarbeit über enge Verbundenheit zur Kirche bis zur Nichtmitgliedschaft und kirchenkritischen Haltung. 
Wir haben Erfahrungen in zahlreichen kirchlichen Organisationen, Landeskirchen und anderen Institutionen, in denen wir uns für verbesserte Aufarbeitung, Prävention und Intervention engagieren. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, mit unseren Kenntnissen die Interessen von Betroffenen bestmöglich zu vertreten. Dabei beraten wir die EKD nicht nur, sondern setzen unsere eigenen Schwerpunkte. 

Was wir machen: Da wir ein Gremium sind, das es in dieser Art in der EKD noch nicht gab, braucht es Zeit, Konzepte und Arbeitsschwerpunkte festzulegen. Wir verschaffen uns einen Überblick, sichten die Arbeitsfelder und entwickeln daraus die Ziele. 
Konkret heißt das: Wir bauen Kontakte zu den vielfältigen Gremien der EKD, den Landeskirchen und der Diakonie auf, wie dem Beauftragtenrat, der PIH-K, den Ansprech- und Fachstellen, den unabhängigen Kommissionen und Synodalen.
Als Teil des 11-Punkte-Plans der EKD ist der Aufbau einer Vernetzungsplattform für Betroffene gedacht. Auch in diesem Prozess sind wir beratend dabei.
Wir vertreten Positionen von und für Betroffene und fordern flächendeckende Aufarbeitung, Transparenz, Präventions- und Schutzkonzepte, Anerkennungsleistungen und theologische Auseinandersetzung. 
Damit geben wir dem Thema sexualisierte Gewalt den Stellenwert in der kirchlichen Arbeit, der ihm gebührt. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit treiben wir auch die Aufarbeitung voran.

Wie wir für Sie da sein können: Wir sind Ansprechpartner*innen für Betroffene, sowie kirchliche und diakonische Mitarbeitende und Interessierte. Teilen Sie uns Ihre Bedürfnisse mit, sprechen Sie mit uns über Missstände, aber auch Fortschritte in der Betroffenenarbeit, stellen Sie Ihre Fragen, weisen Sie auf bislang blinde Flecken hin. Wir freuen uns über Ihren Kontakt, damit wir die Anliegen Betroffener in aller Vielfalt erfassen und in der Evangelischen Kirche vertreten können. betroffenenbeirat@ekd.de 
Wir können keine Beratungsarbeit in einzelnen Fällen anbieten. Diese Anliegen versuchen wir an geeignete Stellen zu vermitteln. Auch Rechtsberatungen oder Begleitung in Verfahren und Anträgen auf finanzielle Unterstützung können wir nicht leisten. Dafür ist ein umfassendes Netzwerk geplant, in dem sich Betroffene gegenseitig helfen oder geeignete Hilfsangebote finden können.

Eine Übersicht über die aktuellen Tätigkeiten seit dem Beginn unserer Arbeit im September 2020 finden Sie hier. 

  • Katharina Kracht

    Name:
    Katharina Kracht 

    E-Mailadresse: kracht@betroffenenbeirat.ekd.de

    Geburtsjahr:
    1973

    Über mich:
    Seit vielen Jahren arbeite ich hartnäckig und kontinuierlich gegen alle Widerstände den wiederholten und systematischen Missbrauch an jugendlichen Mädchen durch einen Pastor der Hannoverschen Landeskirche in den 1970er, 1980er und 1990er Jahren auf.

    Motivation/Ziele für den Betroffenenbeirat:
    Noch viel zu sehr hängt der Erfolg der Aufarbeitung am persönlichen Engagement von Betroffenen. Es fehlen effektive, betroffenenfreundliche und transparente Strukturen in der EKD und in ihren Gliedkirchen.

    Auch wenn es unbequem ist: Aus den massiven Fehlern und Vertuschungen der Vergangenheit muss die Kirche lernen – um Gerechtigkeit für Betroffene zu schaffen, um Täterstrategien zu durchbrechen und um Kinder und Jugendliche heute und in der Zukunft besser zu schützen.

  • Karin Krapp

    "Es ist mir wichtig, dass Frauen und Männer, die Missbrauchserfahrungen mit sich tragen wissen, dass sie einen Platz mitten in der Kirche haben."

    Name:
    Karin Krapp

    E-Mailadresse: krappkarin@betroffenenbeirat.ekd.de

    Geburtsjahr:
    1968

    Aktueller Wohnort:
    Weimar

    Über mich:
    Arbeite als Pfarrerin in der Gemeinde, bin verheiratet und habe 2 Kinder. Ich bringe meine eigenen Missbrauchserfahrungen und die Aufarbeitung, die mich mit den Gremien und Strukturen in zwei Landeskirchen in Kontakt gebracht haben, mit.

    Motivation/Ziele für den Betroffenenbeirat:
    Sensibilisierung von Menschen in Kirche und Gemeinde für Missbrauchkontexte. Unterstützung beim Aufbau hilfreicher Strukturen für die Hilfe von Betroffenen. 

  • Sophie Luise

    "Es ist mir wichtig ein Stück daran mitzuarbeiten, dass weniger /keine sexualisierte Gewalt geschieht."

    Name:
    Sophie Luise (Pseudonym)

    E-Mailadresse: sophie.luise@betroffenenbeirat.ekd.de

  • N.K.D.

    "Die Menschen sollen uns zuhören und zuständige Stellen sollen dafür sorgen, dass Betroffene ihre Würde und Achtung - soweit dies möglich ist - wiedererlangen, welche weder als Kind noch als Erwachsener erlebt wurde." 

    Name: 
    N.K.D. (Pseudonym)

    E-Mailadresse: NKD@betroffenenbeirat.ekd.de

  • Elsa Manuela Nicklas-Beck

    "Sexualisierte Gewalt kommt einer Ermordung der Seele gleich!"

    Name:
    Elsa Manuela Nicklas-Beck

    E-Mailadresse: manuela.nicklas-beck@betroffenenbeirat.ekd.de

    Geburtsjahr: 
    1954

    Aktueller Wohnort:
    Kiel

    Über mich:
    1. Vorsitzende Betroffenenvertretung Pebbles e. V.
    Mitglied des regionalen Fachbeirats des Stiftung Anerkennung und Hilfe S-H, Vertreterin der Betroffenen


    Motivation/Ziele für den Betroffenenbeirat: 
    Sexualisierter Gewalt muss in unserer Gesellschaft ein Ende gesetzt werden.
     

  • Henning Stein

    „Aufarbeitung kann nur stattfinden mit Beteiligung der Betroffenen auf Augenhöhe.“

    Name: 
    Henning Stein

    E-Mailadresse: henning.stein@betroffenenbeirat.ekd.de

    Geburtsjahr:
    1962

    Aktueller Wohnort: 
    Witten

    Über mich: 
    Ich bin Arzt, seit 30 Jahren verheiratet und habe vier Kinder und einen Enkel. Einer meiner Söhne ist körperbehindert und wurde in einem Internat von einem Mitbewohner über einen Zeitraum von 17 Monaten missbraucht und vergewaltigt. Weder der Täter noch die verantwortlichen Erzieher wurden strafrechtlich oder zivilrechtlich zur Verantwortung gezogen. Mein Sohn leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung. 

    Motivation/Ziele für den Betroffenenbeirat: 
    Als Teil des großen Ganzen möchte ich gerne die Belange von Behinderten in Betroffenenbeirat vertreten. Zu meinen Zielen gehören die Forderung nach Bitte um Entschuldigung und angemessene Entschädigung.
     

  • Detlev Zander

    „Dialog ist für mich ein Grundpfeiler, wenn Aufarbeitung sexualisierte Gewalt in der EKD und Diakonie gelingen soll. Ohne Aufklärung, Aufarbeitung greifen die besten Präventionskonzepte nicht. Ich möchte durch meine Mitgliedschaft im Betroffenenbeirat der EKD dazu beitragen, dass die Aufklärung, Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der EKD und Diakonie im Sinne der Betroffenen gelingt. Gleichzeitig möchte ich auch Brückenbauer zwischen der EKD und den Betroffenen sein.“

     

    Name: 
    Detlev Zander

    E-Mailadresse: detlev.zander@betroffenenbeirat.ekd.de

    Geburtsjahr:
    geb. 26.08.1961 in Ebingen, evangelisch

    Aktueller Wohnort:
    Plattling

    Über mich:
    Ich habe viele Jahre als Pfleger im Gesundheitswesen gearbeitet. Ich bin Buchautor und habe das Netzwerk BetroffenenForum gegründet.  


    Motivation/Ziele für den Betroffenenbeirat: 
    Ich habe mehr als zehn Jahre meines Lebens im Kinderheim der Evangelischen 
    Brüdergemeinde Korntal bei Stuttgart verbracht. Mein ganzes Leben wurde von den dort erlebten 
    Misshandlungen und unzähligen Vergewaltigungen geprägt. Die Folgen sind bis heute spürbar als Beeinträchtigungen meiner Gesundheit und Verlust der Berufsfähigkeit. Ich habe mich 2014 entschlossen, die Vergangenheit der Korntaler Einrichtung ans Licht zu bringen. Ich habe den Beginn einer Aufarbeitung erzwungen und mit vielen Betroffenen ein Netzwerk aufgebaut. Die Aufarbeitung soll die tatsächlichen Geschehnisse öffentlich machen.