Häufige Fragen zur Taufe

Was passiert bei der Taufe? Wie kann ich meine Kinder – oder mich! – zur Taufe anmelden? Wie kann ich den Taufgottesdienst mitgestalten? Wozu gibt es Pat*innen? Hier finden Sie Antworten auf diese und viele andere Fragen.

Ein Pfarrer im Talar gießt Wasser in ein mit Blumen geschmücktes Taufbecken

Wenn ein Kind getauft wird

  • Warum ist die Taufe wichtig?

    Die Taufe ist eine sicht- und spürbare Liebeserklärung Gottes, die lebenslang gilt. Mit der Taufe wird man Teil der welt- und zeitumspannenden Gemeinschaft Jesu Christi.

    In der Taufe verspricht Gott der Person, die getauft wird, sie zu lieben, egal was geschieht. Der Mensch wendet sich Gott zu und lässt sich in seinem Glauben bewusst auf dieses Versprechen ein. Bei Kindern kann der Glaube natürlich erst im Laufe der Zeit wachsen. Trotzdem ist die Taufe immer der Anfang einer besonderen Beziehung zwischen Gott und Mensch. Das macht sie so wichtig.

    Jesus selbst war getauft. Obwohl er nicht taufte, gehörte die Taufe von Anfang an zum Christentum.

  • Was spricht für eine Kindertaufe?

    Die Taufe war in den ersten christlichen Gemeinden ein frommes Ritual, zu dem sich erwachsene Menschen bewusst entschieden.

    Als sich das Christentum ausbreitete begann man, Familien zu taufen – auch die Kinder. Der Gedanke der bewussten Umkehr und Hinwendung zu Gott rückte in den Hintergrund. Man taufte die Kinder zum Zeichen, dass sie von Gott angenommen sind und von Anfang zur christlichen Gemeinschaft gehörten.

    Heute wird die Kindertaufe in nahezu allen Kirchen der Welt praktiziert, in den katholischen, orthodoxen wie in den meisten evangelischen. Durch die Taufe werden die Kinder auch Mitglied der Kirche. Den bewussten Schritt in den christlichen Glauben hinein bestätigen sie als Jugendliche in der Konfirmation.

    Viele Eltern möchten, dass ihr Kind von Anfang an ein Teil der christlichen Gemeinschaft ist und Glaubenserfahrungen sammeln kann. Und sie möchten ihnen das Bewusstsein vermitteln, von Gott ohne Wenn und Aber geliebt zu sein. Darum entscheiden sie sich für eine Kindertaufe.

    Die Taufe war in den ersten christlichen Gemeinden ein frommes Ritual, zu dem sich erwachsene Menschen bewusst entschieden.

    Als sich das Christentum ausbreitete begann man, Familien zu taufen – auch die Kinder. Der Gedanke der bewussten Umkehr und Hinwendung zu Gott rückte in den Hintergrund. Man taufte die Kinder zum Zeichen, dass sie von Gott angenommen sind und von Anfang zur christlichen Gemeinschaft gehörten.

    Heute wird die Kindertaufe in nahezu allen Kirchen der Welt praktiziert, in den katholischen, orthodoxen wie in den meisten evangelischen. Durch die Taufe werden die Kinder auch Mitglied der Kirche. Den bewussten Schritt in den christlichen Glauben hinein bestätigen sie als Jugendliche in der Konfirmation.

    Viele Eltern möchten, dass ihr Kind von Anfang an ein Teil der christlichen Gemeinschaft ist und Glaubenserfahrungen sammeln kann. Und sie möchten ihnen das Bewusstsein vermitteln, von Gott ohne Wenn und Aber geliebt zu sein. Darum entscheiden sie sich für eine Kindertaufe.

  • Warum ist die Taufe mehr als ein Segen?

    Jemanden zu segnen bedeutet, von Gott alles Gute für einen Menschen zu erbitten. Christ*innen vertrauen darauf, dass Gott bei ihnen ist, dass er ihr Leben stärken und vor Bösem bewahren wird. Ein Segen gehört zu jedem Gottesdienst und zu jeder Kasualie, wie zum Beispiel einer Taufe, Trauung oder Beerdigung.

    Die Taufe ist noch mehr: eine besondere Zeichenhandlung („Sakrament“), die deutlich macht, dass Gott der Person, die getauft wird, zugewandt ist und ihn das ganze Leben lang, und sogar bis über den Tod hinaus, liebt – egal, was geschieht. Mit der Taufe beginnt etwas Neues – ein Leben, in dem man sich von Gott begleitet wissen darf.

  • Ist eine Segnung statt einer Taufe möglich?

    Ja. Manchmal wollen Eltern ihren Kindern selbst die freie Entscheidung über die Taufe überlassen. Sie lassen ihr kleines Kind dann zunächst nur in einem Gottesdienst segnen.

  • Was bedeutet es, dass die Taufe ein „Sakrament“ ist?

    Der Begriff Sakrament kommt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt „Heilszeichen“. In der evangelischen Kirche gibt es zwei Sakramente: die Taufe und das Abendmahl.

    Es handelt sich um besondere Zeichenhandlungen, in denen Gott seine unwiderrufliche Liebe zuspricht. Gleichzeitig kann das Sakrament den Glauben auch wecken und bestärken.

  • „Taufformel“: Was ist das?

    Die Taufformel ist der Satz, den die Pfarrperson am Taufbecken spricht: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“ Diesen Satz hat der Bibel zufolge Jesus selbst seinen Jüngern mit auf den Weg gegeben, als er sie zum Missionieren in die Welt schickte. Jesus sagte zu ihnen: „Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“ (Matthäus 28, 19f.)

  • Warum ist Wasser so wichtig für die Taufe?

    Wasser ist in vielen Religionen Ursymbol des Lebens. Es gilt auch als Zeichen göttlichen Segens. Deshalb spielt Wasser auch bei der Taufe eine wichtige Rolle.

    Der lebenspendende und reinigende Charakter des Wassers schwingt dabei immer mit. Die Taufe verspricht, dass Gott alles abwaschen wird, was den Menschen von ihm trennt. Das ist ein schönes Symbol dafür, dass Gott dem Menschen in der Taufe Vergebung zusagt. „He washed my sins away“: So beschreibt es der Gospelsong „Oh happy Day“.

  • Wird einem Kind durch die Taufe die freie Entscheidung genommen?

    Nein. Denn die Taufe ist nichts, was einen Menschen auf mysteriöse Weise verändert. Die Taufe ist im Gegenteil ein Zeichen dafür, dass das Kind in freier und eigenständiger Weise und von Gott begleitet sein Leben führen darf. Viele Eltern entscheiden sich für die Taufe ihres Kindes, um ihr oder ihm diese Erfahrung und Botschaft mitzugeben.

    Sobald das Kind religionsmündig ist (in Deutschland mit 14 Jahren) kann es dann selbst entscheiden, ob es sich konfirmieren lässt und so der Taufe zustimmt oder nicht.

    Damit entscheidet es auch, ob es der christlichen Kirche weiter angehören möchte oder nicht, in die es durch die Taufe aufgenommen wird.

  • Darf nur eine Pfarrperson taufen?

    Um das Besondere der Taufe zu wahren, dürfen nur Pfarrpersonen taufen. In Notfällen, also wenn Lebensgefahr besteht und keine Pfarrperson erreichbar ist, können alle getauften Christ*innen eine Nottaufe durchführen.

  • In welchem Alter sollte ein Kind getauft werden?

    Da gibt es kein Richtig oder Falsch. Den Zeitpunkt können Sie selbst auswählen. Wenn Ihr Kind schon älter ist, vielleicht sogar mit ihr oder ihm zusammen.

    Die meisten Kinder werden im ersten Lebensjahr getauft. Manche Eltern entscheiden sich auch für einen späteren Termin. Dann kann das Kind schon bewusster wahrnehmen, was geschieht.

  • Kostet die Taufe etwas?

    Grundsätzlich ist die Taufe kostenlos. Nur wenn Sie besonderen Blumenschmuck oder besondere musikalische Einlagen wünschen, entstehen Ihnen eventuell Kosten.

  • Wie melde ich mein Kind zur Taufe an?

    Bitte wenden Sie sich als erstes an Ihre Pfarrperson, um einen Termin für das Taufvorgespräch und die Taufe selbst zu vereinbaren.

  • Wie finde ich die Gemeinde, zu der ich gehöre?

    Zu welcher Kirchengemeinde Sie gehören, hängt von Ihrem Wohnort ab. Wenn Sie Ihre Adresse in das Adressverzeichnis der evangelischen Kirchen eingeben, wird Ihnen die zugehörige Gemeinde angezeigt: www.ekd.de/Gemeindesuche.

  • Welche Unterlagen brauchen wir für die Taufe unseres Kindes?

    Bringen Sie zum Taufgespräch bei Ihrer Pfarrperson die Geburtsurkunde des Kindes und Ihre Personalausweise mit und – wenn vorhanden –  Ihr Familienstammbuch.

  • Kann ich den Tauftermin mitbestimmen?

    Einen passenden Termin für die Taufe können Sie in Absprache mit Ihrer Pfarrperson finden. Alle weiteren Details besprechen Sie im Taufgespräch.

  • Kann ich mir eine Kirche für die Taufe aussuchen?

    Soll die Taufe Ihres Kindes in einer anderen Gemeinde als in Ihrer Ortsgemeinde stattfinden, benötigen Sie eine Zustimmungserklärung. Dieses sogenannte Dimissoriale bekommen Sie problemlos von Ihrer Ortskirchengemeinde.

    Bitte nehmen Sie gleichzeitig Kontakt zu der Kirchengemeinde auf, in der Ihr Kind getauft werden soll. Eventuell können in einer anderen Gemeinde Kosten für Küsterei und Kirchenmusik oder den Erhalt des Kirchengebäudes auf Sie zukommen.

  • Kann ich mir die Pfarrperson für die Taufe selbst aussuchen?

    Normalerweise führt die Pfarrperson Ihrer Ortsgemeinde die Taufe durch. Ausnahmen sind aber meist möglich. Sollten Sie den Wunsch haben, dass ein*e bestimmte, Ihnen verbundene Pfarrer*in die Taufe machen soll, besprechen Sie ihren Wunsch am besten mit ihrer Ortspfarrer*in.

  • Kann die Taufe auch außerhalb einer Kirche stattfinden?

    Damit deutlich wird, worum es geht, finden Taufen im Normalfall in der Kirche statt.  Inzwischen gibt es vielerorts auch andere schöne Möglichkeiten, zum Beispiel bei Tauffesten am Meer, an Seen oder Flüssen. 

  • Findet die Taufe im Sonntagsgottesdienst statt oder geht es auch in einem eigenen Taufgottesdienst?

    Um zu zeigen, dass der Täufling mit der Taufe auch in die Gemeinde aufgenommen wird, ist es schön, wenn die Taufe im Gemeindegottesdienst stattfindet. Meist sind aber auch besondere Taufgottesdienste möglich.

  • Dürfen die Eltern den Gottesdienstablauf und die Musik mitgestalten?

    Über die Gestaltung des Gottesdienstes können Sie sich mit Ihrer Pfarrperson.

  • Wie finde ich einen Taufspruch?

    Wenn Sie Ihrem Kind einen Taufspruch mit auf den Weg geben möchten, muss es ein Zitat aus der Bibel sein, denn die Bibel ist die Glaubensgrundlage für Christen. Gedichtverse oder Songzeilen eignen sich nicht.

    Taufsprüche aus der Bibel finden Sie zum Beispiel auf www.taufspruch.de.

  • Kann mein Kind auch ohne Taufe in einen kirchlichen Kindergarten oder eine evangelische Schule gehen?

    Evangelische Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen nehmen auch ungetaufte Kinder auf. Das gleiche gilt für Kinder von Eltern anderer Konfessionen und Religionsgemeinschaften. Wenn Sie Ihr Kind in einer kirchlichen Einrichtung betreuen oder unterrichten lassen möchten, müssen Sie allerdings damit einverstanden sein, dass Ihr Kind christliche Glaubensinhalte kennenlernt.

Eltern

  • Müssen die Eltern des Täuflings verheiratet sein?

    Die Art der Beziehung der Eltern zueinander spielt keine Rolle für die Taufe des Kindes.

    Es braucht Zeit, zu verstehen und anzunehmen, was zum Glauben gehört. Es braucht Zeit, sich zu entscheiden: für den christlichen Glauben und für die gelebte Gemeinschaft in der Kirche – und für die Taufe.

  • Müssen die Eltern des Täuflings Mann und Frau sein?

    Die sexuelle Orientierung der Eltern spielt keine Rolle für die Taufe des Kindes.

  • Müssen beide Eltern des Täuflings in der Kirche sein?

    Die entsprechenden Regelungen sind in den einzelnen Landeskirchen unterschiedlich. Ist ein Elternteil Kirchenmitglied, besteht meist kein Problem. Ob die Taufe eines Kindes trotz fehlender Mitgliedschaft beider Elternteile möglich ist, entscheidet die zuständige Kirchengemeinde vor Ort. Fragen Sie dort nach.

  • Was ist, wenn die Eltern unterschiedlichen Konfessionen angehören?

    Da das Kind mit der Taufe immer auch in eine konkrete Gemeinschaft aufgenommen wird, gibt es keine ökumenischen Taufen. Wenn Sie als Eltern unterschiedlichen Konfessionen angehören, können sie wählen, in welcher der Kirchen Sie Ihr Kind taufen lassen möchten.

     

    Um eine Entscheidung zu finden, können Sie zum Beispiel überlegen, wer von Ihnen schwerpunktmäßig eher an der religiösen Erziehung des Kindes beteiligt sein wird oder von welcher Konfession das Umfeld, in dem Ihr Kind aufwächst, eher geprägt sein wird.

     

    Wichtig zu wissen ist, dass Sie Ihr Kind durch die Taufe nicht für immer auf eine Konfession festlegen. Ihr Kind darf also weiterhin mit beiden Konfessionen Erfahrungen sammeln und kann sich später selbst für eine entscheiden.

  • Was ist, wenn ein Elternteil einer anderen Religion als dem Christentum angehört?

    Über die religiöse Erziehung ihres Kindes sollten Eltern sich einigen. Soll das Kind christlich getauft werden, sind der christliche Elternteil und die christlichen Paten für die religiöse Erziehung des Kindes verantwortlich.

    Trotzdem sollte und wird das getaufte Kind auch die Religion des anderen Elternteils kennenlernen. Sobald es 14 Jahre alt ist, darf es frei über seinen Glauben entscheiden und ihn gegebenenfalls auch wechseln. Durch die Taufe nehmen Sie Ihrem Kind also nicht die Möglichkeit, später eine freie Entscheidung zu treffen.

  • Kann ich mein Kind gegen den Willen des anderen Elternteils taufen lassen?

    Wenn Sie als Mutter oder Vater das alleinige Sorgerecht haben, entscheiden Sie auch allein über die Taufe Ihres Kindes. Liegt das Sorgerecht gemeinsam bei beiden Elternteilen, muss bei allen Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung gemeinsam entschieden werden. So ist es gesetzlich geregelt. Dazu gehört auch die Taufe. Ob und wann Ihr Kind getauft wird, dürfen beide Sorgeberechtigten also nur gemeinsam entscheiden.

    Besteht kein Einvernehmen, können sich Eltern allein oder gemeinsam an eine Erziehungs- und Familienberatungsstelle wenden. Oft hilft auch ein klärendes Gespräch mit Pfarrperson. Können sich die Eltern überhaupt nicht einigen, kann im Streitfall das Familiengericht angerufen werden.

  • Wir möchten unser Kind taufen lassen. Können wir gleichzeitig kirchlich heiraten?

    Ja. Viele nennen einen solchen Gottesdienst kurz „Traufe“: Trauung und Taufe in einem. Dafür gibt es sogar besondere Gottesdienstformen. Sprechen Sie mit Ihrer Pfarrperson.

Pat*innen

  • Was ist der Sinn der Patenschaft?

    Das Patenamt ist ein wichtiges geistliches Ehrenamt, das mit einer gewissen Verantwortung verbunden ist. Die Pat*innen sollen dem Kind helfen, den Glauben und die Gemeinde besser kennenzulernen. Bei der Taufe versprechen sie, gemeinsam mit den Eltern die Verantwortung für die christliche Erziehung des Kindes zu übernehmen, bis es religionsmündig ist und selbst entscheiden kann.

    Außerdem sind Pat*innen Zeugen der Taufe. Deshalb sollten sie an der Taufe teilnehmen.

  • Wer kann Pat*in werden?

    Alle, die Mitglied der evangelischen Kirche, konfirmiert und mindestens 14 Jahre alt sind, können Pat*innen werden. Auch Angehörige der meisten anderen christlichen Kirchen sind zugelassen. Um sicher zu gehen, besprechen Sie Ihre Wünsche in jedem Fall mit der Pfarrperson, die das Kind taufen soll.

    Im Taufgottesdienst bekennen die Eltern und die Pat*innen des Täuflings gemeinsam mit der Gemeinde ihren christlichen Glauben und versprechen, Verantwortung für die christliche Erziehung des Kindes zu übernehmen. Wer nicht getauft ist, keiner christlichen Kirche angehört oder ausgetreten ist, kann also schwerlich Taufpat*in werden.

  • Wie viele Pat*innen sind nötig?

    Mindestens eine*r; meist wählen Eltern allerdings zwei Pat*innen für ihr Kind. Wenn Sie keine geeigneten Personen benennen können, kann die Pfarrperson Sie bei der Suche unterstützen. Manchmal stellen sich auch aktive Gemeindemitglieder als Pat*innen zur Verfügung.

    In einzelnen Landeskirchen ist eine Taufe ausnahmsweise auch ohne Pat*inn*en möglich. Dann versprechen die Eltern alleine, für die christliche Erziehung des Kindes zu sorgen. Eine Unterstützung bei der christlichen Erziehung Ihres Kindes und die lebenslange Begleitung des Kindes durch eine*n Pat*in kann jedoch sehr hilfreich sein und ist meist auch für das Kind etwas Schönes.

  • Welche Unterlagen brauchen Pat*innen?

    In der Regel benötigen die Pat*innen eine Patenbescheinigung. Sie dokumentiert, dass die Person, auf deren Namen die Bescheinigung ausgestellt ist, das Patenamt übernehmen darf. Sie ist im Gemeindebüro der Kirchengemeinde erhältlich, zu der der Pate oder die Patin gehört.

    Pat*in kann nur werden, wer getauft und, falls evangelisch, auch konfirmiert worden ist. Deshalb müssen Sie im Gemeindebüro meist Ihre eigene Tauf- bzw. Konfirmationsurkunde vorlegen, damit die Patenbescheinigung ausgestellt werden kann.

    Zur Taufe Ihres Patenkindes erhalten die Pat*innen von der Kirchengemeinde eine Patenurkunde.

  • Wo erhalten im Ausland lebende Deutsche eine Patenbescheinigung?

    Wenn Ihr Wohnsitz vorübergehend im Ausland liegt, ruht Ihre Kirchenmitgliedschaft. Sie dürfen jedoch weiter das Pat*innenamt übernehmen, kirchliche Amtshandlungen wie die Trauung in Anspruch nehmen und Seelsorgeangebote nutzen.

    Die Patenbescheinigung stellt Ihnen die Kirchengemeinde aus, deren Mitglied Sie zuletzt in Deutschland waren. Gerne können Sie sich auch einer deutschen evangelischen Gemeinde vor Ort anschließen. Hier finden Sie eine Übersicht der Auslandsgemeinden der EKD: www.ekd.de/Auslandsgemeinden.de

  • Wann endet das Pat*innenamt?

    In der evangelischen Kirche endet das Amt formal mit der Konfirmation. Bei Kirchenaustritt ruht das Pat*innenamt.

  • Kann ich Pat*innen nachbenennen?

    Das Pat*innenamt ist an den Vollzug der Taufe gebunden. Eine Nachbenennung ist daher nicht vorgesehen. Die Lebensrealität zeigt jedoch, dass solche Wünsche entstehen können. Manchmal verändert sich die Qualität der Verbundenheit mit der Pat*in oder der Kontakt bricht ganz ab. Manchmal entwickeln sich Glaubensüberzeugungen in unterschiedliche Richtungen oder ei*en Pat*in stirbt.

    Einzelne Landeskirchen ermöglichen daher bei wichtigen Gründen die Nachbenennung von Pat*innen. Sprechen Sie mit Ihrer Pfarrperson, um eine gute Lösung im Interesse des oder der Getauften zu finden.

  • Kann ich eine Pat*innenschaft niederlegen?

    Auf eigenen Wunsch ist in einigen Landeskirchen die Entbindung vom Pat*innenamt aus vertretbaren Gründen möglich. Bei einem Kirchenaustritt ruht das Amt. Das kann auch im Taufregister vermerkt werden. Am besten klären Sie Ihr Anliegen im Gespräch mit der Pfarrperson ihrer Ortsgemeinde.

  • Kann ich jemanden vom Pat*innenamt entbinden?

    Nein, eine Entbindung vom Pat*innenamt ist, wenn überhaupt, nur auf eigenen Wunsch möglich.  Das Pat*innenamt kann nicht gegen den Willen der Pat*in entzogen werden. Suchen Sie im Konfliktfall das Gespräch, um Probleme gemeinsam zu lösen. Sie können Ihre Pfarrperson zu einem klärenden Gespräch dazu bitten.

Der Tauftag

  • Wer sorgt für den Schmuck der Kirche?

    Oft sind die Kirchen mit Blumen geschmückt. Wenn Sie zusätzlichen Schmuck wünschen, sprechen Sie mit dem zuständigen Pfarrperson. In den meisten Fällen ist dies möglich.

  • Wie soll der Täufling während der Taufe gekleidet sein?

    So bequem und dabei so festlich wie möglich. Viele Familien haben besondere Taufkleider, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Das ist eine schöne Tradition.

  • Wozu ist die Taufkerze da?

    Neben dem Wasser hat auch das Licht bei der Taufe eine wichtige symbolische Bedeutung. Es ist eine alte und bewährte Tradition, bei der Taufe eine Taufkerze zu entzünden.

    Sie wird im Taufgottesdienst oft an der Osterkerze entzündet. So macht das Licht der Kerze spürbar, was Gott den Menschen durch die Auferstehung Jesu Christi gezeigt hat: Letztlich wird alles Dunkel in der Welt wie im persönlichen Leben durch Gottes Liebe überwunden.

     

    Der Täufling darf die Kerze mit nach Hause nehmen. Sie ist ein Symbol dafür, dass Gott auch sein oder ihr Leben erhellen möchte und erinnert an das, was Jesus den Menschen einst versprochen hat: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12)

  • Was genau passiert bei der Taufhandlung?

    Bei der Taufhandlung wird der Kopf der Person, die getauft wird, über dem Taufbecken dreimal mit etwas Wasser benetzt oder übergossen. Die Pfarrperson nennt dabei zunächst den Namen des Kindes und sagt: „Ich taufe dich im Namen des Vaters, und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“

  • Was ist, wenn mein Kind Angst vor Wasser hat oder weint?

    Keine Sorge: Wenn Ihr Kind weint, wird das den Taufgottesdienst nicht stören. Pfarrpersonen sind geübt, gemeinsam mit den Eltern mit solchen Situationen gut und entspannt umzugehen.

  • Was tun die Eltern und die Pat*innen bei der Taufe?

    Wie der Taufgottesdienst genau gestaltet wird und wie sehr sich die Eltern und Pat*innen dabei einbringen, ist unterschiedlich. Stimmen Sie sich am besten mit Ihrer Pfarrperson ab.

    Zu einem Taufgottesdienst gehört aber immer, dass die Eltern und Pat*innen gemeinsam mit der Gemeinde das Glaubensbekenntnis sprechen. Davor oder danach wird ihnen die sogenannte Tauffrage gestellt. Die Eltern und Paten bejahen, dass das Kind getauft werden soll und dass sie ihm oder ihr den Glauben nahebringen wollen.

    Zur eigentlichen Taufe treten sie dann mit dem Kind an das Taufbecken heran. Nachdem das Kind getauft wurde, werden oft auch die Eltern und Pat*innen gesegnet. Der Segen soll Kraftquelle sein für den gemeinsamen Glaubensweg mit dem Kind.

  • Können wir selbst bestimmen, wofür im Taufgottesdienst die Kollekte gesammelt wird?

    In vielen Gemeinden ist es möglich, über den Zweck der Geldsammlung im Gottesdienst mitzubestimmen. Das Geld könnte dann zum Beispiel für die Arbeit mit Kindern in der Gemeinde gesammelt werden oder für Organisationen, die Kindern helfen. Fragen Sie Ihre Pfarrperson.

  • Dürfen wir während des Gottesdienstes fotografieren oder filmen?

    Das wird in jeder Gemeinde unterschiedlich gehandhabt. Grundsätzlich sollte das Fotografieren den Gottesdienst nicht stören. Wo es erlaubt ist, sollte eine Person das Filmen oder Fotografieren übernehmen – das vermeidet unnötige Unruhe. Immer ist möglich, nach dem Gottesdienst Bilder zu machen. Oft ist dies die angenehmere Lösung.

  • Dürfen wir Fotos/Filme in Social-Media veröffentlichen?

    Fotos, auf denen andere Menschen im Mittelpunkt stehen und deutlich zu erkennen sind, dürfen Sie nur veröffentlichen, wenn alle abgebildeten Personen (bei kleinen Kindern deren Eltern) ihr Einverständnis dazu gegeben haben. Denn zum Persönlichkeitsrecht jedes Menschen gehört auch das Recht am eigenen Bild.

    Davon gibt es nur wenige Ausnahmen. Sprechen Sie am besten vor der Taufe mit Ihrer Pfarrperson darüber.

Taufe von Jugendlichen

  • Ab welchem Alter können Jugendliche selbst entscheiden, ob sie sich konfirmieren lassen möchten?

    Bei der Konfirmation entscheiden sich die Konfirmand*innen bewusst für den christlichen Glauben. Das geht erst, wenn sie vollständig religionsmündig sind, also mit 14 Jahren. Dann findet üblicherweise auch die Konfirmation statt.

    Vor der Konfirmation besuchen die Jugendlichen den Konfirmationsunterricht, um den christlichen Glauben besser kennenzulernen. Damit legen sie sich noch nicht auf die Konfirmation fest. Der Unterricht hilft ihnen dabei, eine ernsthafte Entscheidung zu treffen.

  • Muss mein Kind konfirmiert werden oder reicht die Taufe?

    Für die Kirchenmitgliedschaft reicht die Taufe aus. Wer ein Pat*innenamt übernehmen will, muss jedoch in der Regel konfirmiert sein.

    Im Konfirmationsunterricht lernen Jugendliche zusammen mit Gleichaltrigen den christlichen Glauben verstehen. Konfirmiert werden sie meist mit 14 Jahren. Ab diesem Alter sind sie in Deutschland uneingeschränkt religionsmündig. Sie können also selbst über ihren Glauben entscheiden.

    Falls sie als Kind getauft wurden, haben die Eltern die Entscheidung getroffen. Bei der Konfirmation sagen die Konfirmand*innen selbst ja zu ihrer Taufe und bekennen sich zum christlichen Glauben. Sie feiern das Abendmahl und bekommen unter Handauflegung Gottes Segen für ihren Lebensweg zugesprochen.

  • Kann mein Kind am Konfirmationsunterricht teilnehmen, ohne getauft zu sein?

    Ja, gerne! Es wird dann während der Unterrichtszeit oder im Konfirmationsgottesdienst getauft. Somit ist die Voraussetzung für eine Konfirmation erfüllt.

  • Wird mein Kind auch ohne Taufe konfirmiert?

    Nein, denn die Konfirmation ist dazu da, die Taufe selbst zu bestätigen und zu bekräftigen, die ja oft in den ersten Lebensjahren stattgefunden hat, in denen das Kind noch nicht entscheiden konnte.

  • Wie und wann findet eine Taufe kurz vor der Konfirmation statt?

    Oft finden die Taufen im sogenannten Vorstellungsgottesdienst statt, einige Wochen vor der Konfirmation. Manche Gemeinden taufen auch im Osternachtgottesdienst. Pat*innen sind für die Jugendlichen nicht üblich, da deren Pat*innenschaft ja mit der Konfirmation endet.

Taufe von Erwachsenen

  • Ich bin erwachsen und möchte mich taufen lassen. Was muss ich tun?

    Wenden Sie sich am besten zuerst an eine Pfarrperson Ihrer Ortskirchengemeinde, in die Sie aufgenommen werden möchten. Sie wird mit Ihnen über alle Schritte sprechen.

  • Brauchen Erwachsene eine besondere Vorbereitung, wenn sie sich taufen lassen möchten?

    Ja. Je nach Kirchengemeinde gibt es vorbereitende Taufseminare oder Gespräche mit der Pfarrperson. Dabei geht es um die Auseinandersetzung mit dem Glauben und um die wichtigsten Elemente der christlichen Glaubenstradition: das Vaterunser als Grundgebet der Christen, das Glaubensbekenntnis und die Zehn Gebote, Einblick in die Bibel und das evangelische Gesangbuch. Außerdem werden die Gestaltung des Taufgottesdienstes und dessen Ablauf besprochen. 

  • Benötigen auch Erwachsene Taufpat*innen?

    Nein, Jugendliche und Erwachsene brauchen keine Pat*innen. Sie sind ja bereits mündig und können selbst über Glaubensdinge entscheiden. Es ist aber schön, wenn Menschen, die den Lebensweg der Person, die sich taufen lässt, begleitet haben, bei der Taufe einen Segensspruch lesen oder ein Gebet sprechen.

  • Muss ich mich erneut taufen lassen, wenn ich die Konfession wechsle oder wieder in die Kirche eintrete?

    Nein. Die Taufe ist einmalig und wird auch beim Übertritt in eine andere Konfession oder beim Wiedereintritt nicht wiederholt. Die meisten Kirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) erkennen die Taufe gegenseitig an. Diese Kirchen haben die sogenannte Magdeburger Erklärung zur wechselseitigen Taufanerkennung unterzeichnet. Dazu zählen neben der evangelischen und der römisch-katholischen Kirche auch viele orthodoxe, altorientalische und andere evangelische Kirchen.

Danach

  • Welche Bedeutung hat der Tauftag für die Person, die getauft worden ist?

    Der Tauftag bietet die Gelegenheit, sich jedes Jahr bewusst an seine Taufe und ihre Bedeutung zu erinnern. Der Tag bietet die Gelegenheit, die Taufkerze hervorzuholen bewusst über die Bedeutung der Taufe nachzudenken und Gott für seine Liebe zu danken.

  • Wie kann ich mein Kind und mich selbst an die Taufe erinnern?

    Es kann schön sein, die Taufkerze immer mal wieder hervorzuholen und anzuzünden. Sie können dann gemeinsam mit Ihrem Kind ein Gebet sprechen und Gott für seine Liebe danken. Vielleicht möchten Sie auch eine Art zweiten Geburtstag daraus machen und sich jedes Jahr am Tauftag gemeinsam an die Taufe und ihre Bedeutung erinnern – vielleicht auch zusammen mit den Pat*innen.

Besondere Situationen

  • Was ist eine Nottaufe?

    Wenn ein nicht getaufte Person in Lebensgefahr schwebt und keine Pfarrperson mehr hinzugerufen werden kann, kann eine Nottaufe vorgenommen werden. Die Nottaufe können alle Christ*innen durchführen, wenn der Täufling selbst oder die für ihn Verantwortlichen damit einverstanden sind. Falls möglich, sollten christliche Zeug*innen anwesend sein.

    Da die Taufe ein Sakrament ist, gibt es wesentliche Bestandteile: Bei einer Taufe sind das die Taufformel und das Wasser. Auch bei einer Nottaufe spricht die taufende Person also die Formel: Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Während dessen gießt sie dreimal etwas Wasser über die Stirn des Täuflings.

    Wer eine Nottaufe erhalten hat, ist gültig getauft. Die Taufe muss anschließend dem zuständigen Pfarramt gemeldet werden.

    Kann ein Mensch nicht mehr rechtzeitig getauft werden, glauben Christ*innen dennoch daran, dass der oder die Verstorbene in Gottes Liebe aufgenommen ist. 

  • Mein Kind ist sehr krank. Bringt die Taufe da was?

    Die Taufe ist kein „Schutzzauber“. Niemand kann Gott durch irgendwelche Handlungen zu etwas zwingen. Es muss auch niemand unbedingt getauft sein, damit Gott ihn oder sie liebt.

    Trotzdem kann die Taufe auch und gerade in solchen Situationen etwas Schönes, Tröstliches und im weitesten Sinne Heilsames für alle Beteiligten sein.

    Eine Garantie dafür, dass das Leben immer leicht und nach den eigenen Wünschen verläuft, gibt aber auch die Taufe nicht.

  • Gibt es eine ökumenische Taufe?

    Nein. Denn die Taufe bedeutet zugleich die Aufnahme in eine konkrete Kirchengemeinde, die einer der christlichen Konfessionen angehört, also zum Beispiel evangelisch ist oder katholisch ist. Die Taufe erfolgt deshalb immer innerhalb einer Konfession.

Haben Sie weitere Fragen? Ihre Frage ist nicht dabei?

Schreiben Sie an info@ekd.de oder rufen Sie an beim Info-Service, Telefon (kostenfrei) 0800- 50 40 602 (Montag bis Freitag außer an bundesweiten Feiertagen von 9 bis 18 Uhr). Oder nehmen Sie mit ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer Kontakt auf. Sie geben Ihnen gerne Antworten.