Sicherheitsvorfall beim Betroffenennetzwerk BeNe
Statement der Gruppe der Betroffenen im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt
Der Sicherheitsvorfall beim Betroffenennetzwerk BeNe hat viele Betroffene tief verunsichert. BeNe war für die Nutzerinnen und Nutzer weit mehr als ein gewöhnliches Internetforum. Hier wurden persönliche Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt, gesundheitliche Folgen und sehr private Lebenssituationen in einem geschützten Raum geteilt.
Nach den aktuellen Informationen der EKD muss davon ausgegangen werden, dass Daten in erheblichem Umfang abgeflossen sind. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind darunter auch verschlüsselte Passwörter sowie verschlüsselte Inhalte privater Foren und persönlicher Nachrichten. Allein diese Möglichkeit löst bei vielen Betroffenen erhebliche Sorgen und Ängste aus.
Wir begrüßen, dass die EKD offen über den aktuellen Stand informiert. Die weitere Aufklärung muss nun aber konsequent fortgeführt werden. Betroffene brauchen zeitnah verständliche Informationen darüber, welche ihrer persönlichen Daten betroffen sein können, ob Passwörter oder Inhalte tatsächlich kompromittiert wurden, welche Risiken bestehen und welche konkreten Schutzmaßnahmen empfohlen werden.
Für uns ist ebenso wichtig, dass die Ursachen des Sicherheitsvorfalls vollständig aufgearbeitet werden. Diese Ergebnisse sollten transparent gemacht werden. Über die zukünftige Ausgestaltung des BeNe sollte erst entschieden werden, wenn die technischen Untersuchungen abgeschlossen und die Folgen des Sicherheitsvorfalls umfassend bewertet worden sind.
Detlev Zander, Mitglied der Gruppe der Betroffenen im BeFo, erklärt: „Dieser Vorfall ist für viele Betroffene nicht einfach nur ein technisches Problem. Es geht um ihre intimsten Erfahrungen, um persönliche Nachrichten und um Gespräche, die im Vertrauen auf einen geschützten Raum geführt wurden. Gerade Menschen, deren Grenzen und Vertrauen schon einmal schwer verletzt wurden, erleben jetzt erneut einen massiven Kontrollverlust. Darüber darf man nicht mit technischen Formulierungen hinweggehen.
Ich begrüße ausdrücklich, dass die EKD offen informiert. Jetzt brauchen die Betroffenen aber vor allem Klarheit, direkte Informationen, erreichbare Ansprechpartner und bei Bedarf auch konkrete Unterstützung. Bevor das BeNe wieder online geht, muss vollständig aufgeklärt werden, was passiert ist und welche Folgen dieser Vorfall für die Betroffenen hat. Die Gruppe der Betroffenen im BeFo muss an diesen Entscheidungen verbindlich beteiligt werden.“
Pressekontakt:
Gruppe der Betroffenen im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt
in der EKD und Diakonie Deutschland
AG Kommunikation
Tel: 01515 1476527
E-Mail: Presse.Betroffenenvertretung@befo.ekd.de
Weitere Informationen:
Kontakt: Presse.Betroffenenvertretung@befo.ekd.de
Zur Information:
Im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt werden alle Fragen, die sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche und Diakonie betreffen, von Betroffenenvertreter*innen und kirchlichen sowie diakonischen Beauftragten bearbeitet. Die Mitglieder des Beteiligungsforums bringen ihre Fragestellungen und Themen in das Forum ein. Ebenso werden Anfragen aus den Gremien der EKD und Diakonie in das Beteiligungsforum getragen. Das Beteiligungsforum erarbeitet dazu konkrete Beschlussvorschläge. Für einen Beschlussvorschlag ist sowohl eine Mehrheit in der Betroffenenvertretung als auch unter den kirchlichen und diakonischen Beauftragten notwendig. Die abgestimmten Beschlussvorschläge werden dann in den Rat der EKD, die Kirchenkonferenz oder die Synode eingebracht, wo sie endgültig beschlossen werden. So ist gewährleistet, dass jede kirchenpolitische Entscheidung zum Umgang mit sexualisierter Gewalt unter Partizipation Betroffener erfolgt.
Ansprechpersonen für Betroffene sexualisierter Gewalt:
Betroffene von sexualisierter Gewalt im Raum der evangelischen Kirche und der Diakonie können sich an die „Zentrale Anlaufstelle.help“ sowie an die landeskirchlichen Ansprechpersonen für Betroffene sexualisierter Gewalt wenden.
www.ekd.de/Ansprechpartner-fuer-Missbrauchsopfer-23994.htm
Das bundesweite Hilfe-Portal/Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch ist ein Angebot der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs:
https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/hilfe-telefon / 0800 22 55 530
Rund um die Uhr kann man sich ratsuchend und in Krisen an die TelefonSeelsorge wenden:
Per Telefon: 0800 / 111 0 111, 0800 / 111 0 222 oder 116 123
Per Mail und Chat: www.telefonseelsorge.de
Weitere Informationen zum Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt der EKD und seinen Projekten:
Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt – EKD
Unabhängige Regionale Aufarbeitungskommissionen (URAKs) – EKD