Gesundheitsbezogener Hitzeschutz – ein heißes Thema für evangelische Schulen

Hitzeaktionstag

Hitzeperioden stellen Schulen vor neue gesundheitliche und pädagogische Herausforderungen. Der Hitzeaktionstag am 11. Juni bietet Anlass, Prävention, Aufklärung und konkrete Maßnahmen stärker in den schulischen Alltag zu integrieren.

Kinder und Jugendliche entwickeln sich in eine Welt hinein, die vor bedeutenden ökologischen und gesellschaftlichen Problemen steht. Damit erweitern sich auch die Bildungsaufgaben von Schulen: Neben der Vermittlung von Wissen gewinnen die Gestaltung gesundheitsförderlicher Lernumgebungen sowie die Befähigung zu verantwortlichem Handeln unter sich verändernden Umweltbedingungen an Bedeutung. Insbesondere zunehmende Hitzeperioden stellen neue Anforderungen an die Organisation von Schule und Unterricht. Gesundheitsbezogener Hitzeschutz wird damit zu einem Bestandteil zukunftsfähiger Schulentwicklung im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Grundlage dafür ist, dass Kinder, Jugendliche, Erziehungsberechtigte und Lehrkräfte umfassend über Schutzmaßnahmen informiert sind, um sich vor extremen Hitzeperioden zu schützen. Aufklärung und frühzeitige Prävention in Schulen tragen dazu bei, Gesundheit und Lernqualität bei Hitzeeinwirkungen zu erhalten.

Kinder sind besonders von Hitze betroffen, da die Regulationsfähigkeit der Körpertemperatur noch nicht vollständig ausgebildet ist, auch das Risikobewusstsein für extreme Hitze ist nicht unbedingt gegeben. Extreme Hitze und lang andauernde Hitzewellen können bei Kindern und Jugendlichen zu Konzentrationsproblemen, Dehydrierung, Schlafstörungen und Erkrankungen führen. Zudem kann anhaltende Hitze psychische Belastungen wie Reizbarkeit und Stress verstärken. Viele der gesundheitlichen und sozialen Folgen der menschengemachten Klimakrise werden langfristig besonders Kinder und Jugendliche betreffen. Mehr Informationen zu Hitze auch im Schulkontext finden sich hier: klima-mensch-gesundheit.de/hitzeschutz/kitas-und-schulen/ oder hitze.info

Gesundheitsbezogener Hitzeschutz lässt sich in umfassendere Konzepte einer Bildung für nachhaltige Entwicklung einordnen. Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel berühren Fragen von Bildungsgerechtigkeit, Teilhabe und Zukunftsverantwortung. Die Folgen steigender Temperaturen und zunehmender Extremwetterereignisse sind global ungleich verteilt und verschärfen bestehende soziale Ungleichheiten. Schulen können daher Lernorte sein, an denen Schüler*innen befähigt werden, ökologische Zusammenhänge zu verstehen, Verantwortung zu übernehmen und Handlungsmöglichkeiten im Sinne nachhaltiger Entwicklung zu reflektieren. Hitzeschutz wird so zu einem Bestandteil zukunftsfähiger Schulentwicklung.

Da Hitzeschutz an Schulen bisher nur wenig Aufmerksamkeit bekommen hat und es keine Musterhitzeschutzpläne für Schulen gibt, haben sich in diesem Jahr mehrere Arbeitsgemeinschaften für hitzeresiliente Schulen in Kooperation mit KLUG e. V. und dem Projekt Klimawandel verstehen und handeln der LMU München (https://klimawandel-schule.de/de) gebildet. Auch um den bundesweiten Hitzeaktionstag am 11. Juni wird es Veranstaltungen zu Hitzevorsorge im schulischen Kontext geben. Wir laden Sie ein, auch selbst Veranstaltungen durchzuführen: Mehr dazu auf: hitzeaktionstag.de bzw. kontakt@hitzeaktionstag.de.

Hitzevorsorge

Cover Gesundheitsbezogene Hitzeversorgung