Kirchenmusikausbildung

Ökumenische Ausbildung in Essen

Chorprobe der Kantorei der Evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt-Bornheim in der Johanniskirche. Chorleiterin Jeannine Görde-Vogt steht vor den Sängerinnen und Sängern, die unscharf abgebildet im Hintergrund auf den Stühlen sitzen. Die Chorleiterin steh
Chöre sind ein fester Bestandteil der Kirchenmusik

Was unterscheitet eigentlich die Tätigkeit eines evangelischen oder einer katholischen Chorleiterin, eines Jugendleiters oder einer Küsterin? Mitarbeitende in kirchlichen Berufsfeldern sollten zukünftig miteinander und mit weniger finanziellem und personellen Aufwand aus-, fort- und weitergebildet werden. Dabei können sie ihre je eigene Perspektive einbringen und Menschen anderer Konfession kennen lernen. Die Erfahrung lehrt: Wer gemeinsam gelernt hat, arbeitet auch besser zusammen – auch ökumenisch.

Beispiel: Das Schulprogramm der ökumenischen Kirchenmusikausbildung in Essen

 

Die Bischöfliche Kirchenmusikschule (BKMS) Essen bildet seit 1966 kirchenmusikalisch aus und fort. Bis zum Jahr 2000 wurde dort auch der Studiengang Kirchenmusik B angeboten.
Seit 2020 führt die BKMS eine ökumenisch verantwortete Kirchenmusikausbildung mit dem Abschluss der C-Prüfung durch.

Zu den ökumenischen Partnern gehören:

  • der Evangelische Kirchenkreis Essen,
  • der Evangelische Kirchenkreis Mülheim an der Ruhr und
  • der Evangelische Kirchenkreis Gelsenkirchen-Wattenscheid.

Die ökumenische Zusammenarbeit wurde 2023 evaluiert und ist seither fest inhaltlich verankert.
Träger der BKMS ist weiterhin das Bistum Essen.

Ökumene – seit vielen Jahren prägend für das Selbstverständnis

Ökumenisches Arbeiten ist für die BKMS seit Langem selbstverständlich. Bereits seit 1995 setzt Schulleiter Jörg Stephan Vogel bei der Auswahl des Lehrpersonals auf pädagogische und fachliche Qualität – unabhängig von der Konfession. Da die BKMS nicht unmittelbar in die hauptamtlichen Strukturen der kirchlichen Kirchenmusik eingebunden ist, arbeiten seit vielen Jahren Lehrbeauftragte beider großer Kirchen gemeinsam im Team.

Diese Vielfalt spiegelt sich ebenso in der Studierendenschaft wider. Neben evangelischen und katholischen Studierenden nehmen heute auch orthodoxe Christinnen und Christen sowie zunehmend konfessionslose Menschen an der Ausbildung teil. Die Offenheit gegenüber Konfessionslosen ist der BKMS seit zwei Jahrzehnten ein besonderes Anliegen.

Dass in diesem Umfeld immer wieder Studierende den Weg in eine der Kirchen finden – im Jahr 2025 etwa zwei in die Evangelische Kirche – ist kein Ziel der Ausbildung, aber Ausdruck einer lebendigen ökumenischen Gemeinschaft. In Gottesdiensten, Werkwochen, Unterricht und Exkursionen entsteht Raum für Begegnung, Orientierung und persönliche Glaubensfragen. Die BKMS ist somit nicht nur Ausbildungsstätte, sondern für viele Studierende auch ein geistlicher Lern- und Lebensort.

Musik als Ausdruck und Medium von Spiritualität und Sinnsuche

Kirchenmusik entsteht aus Tradition – aber sie ermöglicht immer auch neue Erfahrungen. In den Kursen der BKMS musizieren Lehrende und Lernende gemeinsam und begegnen dabei Werken aus unterschiedlichen kirchlichen, kulturellen und liturgischen Zusammenhängen. Musik eröffnet Räume der Spiritualität und regt zur Auseinandersetzung mit Fragen von Sinn und Transzendenz an.

Die Ausbildung geht dabei bewusst über das reine Erlernen technischer Fertigkeiten hinaus. Entscheidend ist, wie Musik im eigenen Inneren wirkt:
Was löst ein Orgelstück aus? Welche Stimmung trägt ein Choral? Welche Botschaft erzählt ein Kirchenlied?

Diese Reflexion schärft den Blick für die Aufgabe der Kirchenmusik in der Gemeinde. Absolventinnen und Absolventen sollen später selbstständig, verantwortungsvoll und sensibel mit Musik in Gottesdiensten und kirchlichen Räumen umgehen können.

Talente entdecken – Berufung entwickeln

Die BKMS begleitet Menschen unterschiedlichen Alters auf ihrem musikalischen Weg. Orgelspiel, Gesang und Chorleitung fordern und fördern gleichermaßen und prägen später das musikalische Leben in Gemeinden und Chören.

Die Ausbildung schafft Räume, in denen Studierende ihre Fähigkeiten entdecken, weiterentwickeln und miteinander in Beziehung setzen können. Viele erleben diese Zeit als Weg der persönlichen Entfaltung – manchmal sogar als Beginn einer kirchenmusikalischen Berufung. Nicht selten führt die C-Ausbildung weiter in ein kirchenmusikalisches Vollstudium an einer Musikhochschule.

Ein Ort kultureller Bildung in Stadt und Region

Die BKMS macht Menschen mit zentralen Ausdrucksformen christlicher Musiktradition vertraut: mit Orgelmusik, Psalmvertonungen, Gregorianik und Werken der Kirchenmusikgeschichte von Bach bis heute. Gleichzeitig öffnet sie für zeitgenössische Kunst und Musik und ermutigt zum eigenen musikalischen Experimentieren und Komponieren.

So trägt die BKMS als Bildungsort weit über die Kirchen hinaus in die Region hinein. Eine Haltung von Toleranz, Respekt, Neugier und Experimentierfreude gegenüber traditionellen wie neuen Ausdrucksformen von Kunst und Musik bildet dabei eine wichtige Leitlinie ihrer Arbeit.

Redaktion und Ansprechpartner: Jörg Stephan Vogel

Ressort Kirchenentwicklung

Bereich Pastoralentwicklung

Abteilung Liturgie und Glaubenskommunikation

Schulleiter der Kirchenmusikschule

Telefon 0201 2204-284

Fax     0201 2204-223

E-Mail:  kirchenmusikschule@bistum-essen.de

Internet kirchenmusikschule.bistum-essen.de