Heiko Reinhold

Die Zeit drängt

Wie Heiko Reinhold in seiner Gemeinde Verantwortung übernimmt


Wenn ich mich zu Gott, dem Schöpfer, bekenne, kann mir die Schöpfung nicht egal sein. Davon ist Heiko überzeugt. Christenmenschen können sich seiner Meinung nach nicht aus gesellschaftlichen Diskussionen heraushalten, sondern müssen sich einmischen.

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„Mein Klimaschutz-Engagement entspringt der Liebe zur Natur. Wer sich zum Schöpfer bekennt, dem kann die Schöpfung nicht gleichgültig sein.“ Das sagt Heiko Reinhold, ehemaliger Umweltbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Heute ist er technischer Mitarbeiter einer Dresdner Kirchengemeinde und zutiefst davon überzeugt, dass in der Institution Kirche viel für den Klimaschutz getan werden muss und kann.

Fair-ökologische Produkte sind der Standard

Sei es im Bereich der Mobilität, beim Energiemanagement oder bei der Beschaffung. 
An praktischen Erfahrungen mangelt es nicht: Seit einigen Jahren liefert eine Photovoltaik-Anlage viele tausend Kilowattstunden Ertrag. Diese Werte werden ebenso wie der Verbrauch im „Grünen Datenkonto“ erfasst und ausgewertet. Die Dienstwege werden weitgehend mit dem Fahrrad bestritten, für größere Transporte gibt es einen teilAuto-Vertrag. Und nach einem Kirchenvorstandsbeschluss gilt die landeskirchliche Beschaffungsrichtlinie als verbindlich für die Gemeinde, so dass fair-ökologische Produkte zum Standard wurden.

Kirche als unterstützende Partnerin

Und auch wenn Heiko Reinhold in seiner Gemeinde bereits viel in Sachen Klimaschutz tut, denkt er doch weit darüber hinaus: „Wenn wir die international verbindlich vereinbarten Klimaziele erreichen wollen, müssen sich wesentliche gesellschaftliche Rahmenbedingungen ändern“, ist sich Reinhold sicher. Zehn oder zwanzig Prozent Energieeinsparung seien etwas anderes als eine vollständige Abkehr von fossilen Energieträgern, für die auch unpopuläre politische Entscheidungen erforderlich sind. Reinhold: „Hierzu werden die Kirchen mindestens als unterstützende Partnerinnen gebraucht.“

„Kirchliches Handeln ist nötig. Die Zeit drängt.“

Für die Kirche stelle sich deshalb nicht die Frage, ob, sondern wie sie sich dazu positionieren soll und wo sie selbst aktiv wird. Bloße Absichtserklärungen, Bitten und Stellungnahmen reichten nicht mehr aus. „Kirchliches Handeln ist nötig. Die Zeit drängt.“

Dabei ist es der Glaube, der Reinhold motiviert: "Der Ruf zur Nachfolge bedeutet Umkehr, das Hinterfragen bisheriger Gewohnheiten – auch praktisch." Schließlich umfasse das Reich Gottes nicht nur geistige Sphären, sondern wirke im besten Sinne ganzheitlich. "Seelsorge und Klimaschutz, diakonisches Handeln und politisches Mitgestalten, Mission und fair-ökologischer Einkauf lassen sich nicht gegeneinander ausspielen. Zuspruch gibt es nicht ohne Anspruch."

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