Spirituelle Orientierung und Sinnsuche: 80 Prozent der evangelischen Jugendlichen lassen sich konfirmieren

  • „Konfi“ bleibt beliebt: Vier von fünf evangelischen Jugendlichen entscheiden sich für Konfirmation
  • Bischöfin Fehrs: „Konfirmation verbindet Gemeinschaft, persönliche Entwicklung und die Suche nach Sinn und Glauben.“
  • Auch religiöse Themen stehen in der Konfi-Zeit hoch im Kurs

Hannover (7. Mai 2026). In diesen Wochen feiern in ganz Deutschland hunderttausende Jugendliche ihre Konfirmation. Aktuelle Auswertungen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zeigen: Die Konfirmation hat für viele junge Menschen eine große persönliche und oft lebenslange Bedeutung und ist weiterhin eines der erfolgreichsten und prägendsten kirchlichen Angebote.

Zwar ist die Anzahl der Konfirmationen in den vergangenen Jahrzehnten wegen gesunkener Kirchenmitgliedszahlen insgesamt deutlich zurückgegangen. Unter evangelisch Getauften bleibt die Nachfrage aber vergleichsweise stabil. Rund 80 Prozent eines Jahrgangs entscheiden sich für die Konfirmation. Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich weiterhin auf einem hohen Niveau.  „Dass sich so viele Jugendliche bewusst für die Konfirmation entscheiden, macht deutlich: Sie wollen mehr als Ablenkung und Alltag – sie suchen Gemeinschaft und einen festen Stand im eigenen Leben“, sagt die Ratsvorsitzende der EKD, Bischöfin Kirsten Fehrs.

Die Studien zeigen, dass die Konfirmation weit über den Festtag hinaus prägend bleibt. Für 82 Prozent der evangelischen Jugendlichen markiert die Konfirmation den Übergang in einen neuen Lebensabschnitt. Gleichzeitig spielen Gemeinschaft, Feiern und Erlebnisse mit Freundinnen und Freunden eine große Rolle. Auch das Interesse an religiösen Themen hat in den vergangenen Jahren wieder zugenommen. „Die Konfi-Zeit wird von vielen als intensive gemeinsame Erfahrung erinnert, in der existentielle Lebensfragen zur Sprache kommen auf der Suche nach Antworten. Konfirmation ist also nicht nur ein feierliches Segensritual – in ihr verdichten sich spirituelle Orientierung und Sinnsuche“, so die Ratsvorsitzende.

Auch auf das Verhältnis zur Kirche hat die Konfirmation langfristige Auswirkungen: Menschen, die sich in dieser Zeit mit Glaubensfragen auseinandersetzen, bleiben deutlich häufiger kirchlich verbunden. So liegt die Wahrscheinlichkeit eines späteren Kirchenaustritts bei religiös interessierten Konfirmierten bei lediglich 15 bis 23 Prozent, während rund 70 Prozent derjenigen, die sich gegen eine Konfirmation entscheiden, später aus der Kirche austreten. „In der Konfi-Zeit wächst, oft ganz unscheinbar, Vertrauen – zu sich selbst, zu anderen und zu Gott“, so Bischöfin Fehrs. „Sie ist und bleibt für viele junge Menschen eine Herzensangelegenheit.“

Pressestelle der EKD
Carsten Splitt