Dr. Anna von Notz - Kandidatin für die Ratswahl

Anna von Notz

Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bundesverfassungsgerichts und Mitglied des Redaktionsrats des Verfassungsblog

Persönliche Daten

Geburtsjahr: 1984
Geburtsort: Rendsburg
Familienstand: verheiratet, 2 Kinder 
Wohnort: Berlin

Landeskirche: 
 Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)

Berufsausbildung / Studium

  • Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg, Paris und Hamburg, gefördert durch das Ev. Studienwerk Villigst 
  • Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin, gefördert durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes
  • Rechtsreferendariat am Kammergericht Berlin 

Beruflicher Werdegang (schwerpunktmäßig)

  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität zu Berlin
  • Redakteurin des Verfassungsblogs
  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesverfassungsgericht

Tätigkeitsfelder und Ehrenamt innerhalb und außerhalb der Kirche

Derzeit ausgeübte berufliche Tätigkeit

  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bundesverfassungsgerichts und Mitglied des Redaktionsrats des Verfassungsblog

Wahrnehmung weiterer Aufgaben und Ämter und Ehrenämter innerhalb und außerhalb der Kirche

  • Mitglied des Redaktionsrats des Verfassungsblogs
  • Mitglied des Bundesschiedsgerichts von Bündnis 90/Die Grünen
     

Fragen an die Kandidat:innen zur Ratswahl 

Wo sehe ich die zukünftigen Aufgaben und Perspektiven für die Arbeit der EKD?

Wir leben in einer Zeit großer Umbrüche: Klimawandel, Pandemie, Digitalisierung, wachsende Diversität fordern die Einzelnen, die Gesellschaft und den Staat heraus. Gleichzeitig werden die Institutionen des demokratischen Rechtsstaats zunehmend infrage gestellt. Minderheiten und Menschen, die sich für das Gemeinwesen einsetzen, werden diskreditiert. In Nachbarländern erleben wir einen autoritären Umbau von Staat und Gesellschaft. Der Wert der freiheitlichen Demokratie scheint längst nicht mehr überall konsensfähig.

Die EKD muss angesichts dieser Herausforderungen hörbar, sichtbar, erreichbar und erfahrbar sein. Sie muss den Wandel aus religiöser und ethischer Perspektive mitgestalten und aufzeigen, welche Wege der christliche Glaube weist. Sie muss Widerspruch üben, wo er notwendig ist. Und sie muss deutlich machen, dass die Demokratie des Grundgesetzes auch uns Christinnen und Christen Aufgabe ist. Denn nur eine freiheitliche Demokratie, die der Würde des Menschen und seiner gleichen Freiheit verpflichtet ist, kann dem christlichen Menschenbild entsprechen. Wo sie infrage gestellt wird, dürfen wir nicht schweigen.

Um diese Aufgaben zu bewältigen, muss die Kirche hinaus in die Diskussion, zu den Menschen, in den digitalen Raum. Zugleich aber muss sie den Blick nach innen richten: auf träges Recht, Strukturen und Abstimmungsprozesse, und auf schlummernde Talente und Ideen.

Was bringe ich dafür in die Arbeit des Rates mit ein?

Ich bin überzeugt, dass Recht eine Gelingensbedingung gleicher Freiheit ist und dass der christliche Glaube uns aufgibt, an dieser Freiheit mitzuwirken. Als Juristin und Christin setze ich mich daher in unterschiedlichen Funktionen für den Rechtsstaat und die freiheitliche Demokratie ein. Wie sich diese bewähren, ist auch eine Frage des Rechts – der Rechte der Einzelnen, aber auch der rechtlichen Verfasstheit der staatlichen, zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Institutionen.

Ich habe kleine Kinder, die ich auf ihrem Weg zu selbst- und verantwortungsbewussten Bürgerinnen und Bürgern, Christinnen und Christen begleiten möchte. Gleichzeitig arbeite ich leidenschaftlich gerne als Juristin und engagiere mich ehrenamtlich. Diese Bedürfnisse bei der Gestaltung von Lebens-, Arbeits- und Familienzeit stellen nicht nur mich vor Herausforderungen, sondern auch die Kirche: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Ehrenamtliche, Mitglieder und Neugierige verlangen flexible Strukturen und kreative Angebote.
Gerne möchte ich diese Perspektiven in die Arbeit des Rates einbringen und helfen, dass die EKD hier aufmerksamer und präsenter wird.