10 Jahre „Wir schaffen das“
EKD dankt allen, die unendlich viel geschafft haben
Zehn Jahre nach dem Satz von Bundeskanzlerin Angela Merkel „Wir schaffen das“ würdigt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) das Engagement unzähliger Menschen für Schutzsuchende in Deutschland. Christian Stäblein, der Beauftragte für Flüchtlingsfragen der EKD und Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), sagt:
„Die Zuversicht, die in dem viel zitierten Ausspruch ‚Wir schaffen das‘ liegt, wird Wirklichkeit, wo und wenn viele Menschen mittragen. Wenn viele Menschen Solidarität zeigen und Nächstenliebe leben, an unzähligen Stellen und in ganz unterschiedlichen Formen: von tatkräftiger Hilfe bis zu großzügigen Spenden“, so Stäblein.
„Einzelpersonen und Einrichtungen haben Geflüchtete aufgenommen. Menschen jeglichen Alters, aus allen Schichten unserer Gesellschaft haben Geflüchtete begleitet. Helferinnen und Helfer haben den Schutzsuchenden geholfen, ihnen zugehört, sie getröstet, mit ihnen gebetet. Sie haben in ihnen ihre Nächsten gesehen, Menschen in der Würde Gottes.“ An vielen Stellen seien Ehrenamtliche und Hauptamtliche über sich hinausgewachsen, so Stäblein.
Stäblein erinnerte daran, dass staatliche Stellen die große Herausforderung von 2015 ohne den Einsatz von Zivilgesellschaft nicht hätten bewältigen können. „Wir danken für dieses Engagement. Wir danken allen Engagierten, die unendlich viel geschafft haben. Im Rückblick ist zu sehen: Es wurde in den letzten zehn Jahren enorm viel erreicht.“ Dass heute 64 Prozent der Geflüchteten, die 2015 nach Deutschland kamen, in Arbeit sind, sei nicht zuletzt ein Verdienst derer, die Ausbildungs- und Arbeitsplätze vermittelt haben, so der Bischof. Durch ihre Bereitschaft, Menschen bei Behördengängen zu begleiten, Sprachkurse zu ermöglichen und viele weitere Hürden mit ihnen zu überwinden, hätten Helferinnen und Helfer Schutzsuchenden eine neue Zukunft und Heimat eröffnet.
Stäblein: „Unser Dank als evangelische Kirche richtet sich an die unzähligen Menschen in Nachbarschaften und Freundeskreisen, in Kirchengemeinden und Vereinen, Unternehmen, in Schulen und Kindergärten, Behörden und Rathäusern. Vom Fußballclub bis zur Freiwilligen Feuerwehr, über Jugendgruppen, Migrantenselbstorganisationen bis hin zu Einzelpersonen. Sie alle haben neue Wege beschritten und Neues entdeckt: andere Menschen, neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter, gegenseitige Stärkung – und auch ihre eigene Energie, Mut und Kompetenz.“ Diese gesamtgesellschaftliche Lernerfahrung möchte er nicht missen, betonte Stäblein. „Alle, die sich eingebracht haben – und immer noch einbringen –, sind Teil einer großen Geschichte und zugleich Teil eines starken Deutschlands. Und es ist eine reiche Ernte für beide Seiten: für diejenigen, die Schutz gefunden haben, und für alle, die erlebt haben: Ich kann helfen und bin wichtig für andere. Dieses gute Gefühl stärkt unsere ganze Gesellschaft.“
Hannover, 29. August 2025
Pressestelle der EKD
Lisa Schaube