5. Januar 2026: 50 Jahre Montag als erster Wochentag
Warum der Wochenanfang nicht gottgegeben ist und was die Schöpfungsgeschichte dazu sagt
Der 5. Januar vor 50 Jahren war der erste Montag, der als Wochenanfang galt.
Damals wurde die neue Norm – DIN 1355, heute ISO 8601 – als eine große Umstellung empfunden. Die gedruckten Kalender sahen plötzlich ganz anders aus: Statt der gewohnten roten Ziffer links am Rand stand nun eine schwarze Zahl. Auch das Lebensgefühl geriet in Unordnung. Die Woche begann nicht mehr mit dem schönen Ausschlafen oder einem besinnlichen Gottesdienst am Sonntag, sondern mit dem Weckerklingeln am Montag. Wer hat sich das nur ausgedacht?
Gott jedenfalls nicht. Zwar schuf er die Schöpfung in sechs Tagen und ruhte am siebten – was auf den ersten Blick für die geltende Ordnung spräche. Aber biblisch gesehen ist der Samstag der Ruhetag, weil er aus dem jüdischen Sabbat hervorgegangen ist. Also war auch für Gott der Sonntag der erste Tag der Woche.
Dass der Sonntag im Jahr 321 zum Ruhetag deklariert wurde, hat historisch gesehen weniger mit Jesu Auferstehung zu tun als mit der Vorsicht des Kaisers Konstantin, der seinem Sonnengott „Sol invictus“ doch nicht ganz abschwören konnte.
Die Theo-Logik der Schöpfungsgeschichte legt noch eine andere Ordnung nahe: Für den Menschen, am sechsten Tag geschaffen, war der Ruhetag, der Sabbat, der erste Tag seines Lebens. Dahinter verbirgt sich die Botschaft: Bereits vor aller Arbeit ist der Mensch vor Gott gerechtfertigt – er hat auch ohne jedes eigene Verdienst