Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland

Versammeln – Beraten – Beschließen

Blick in den Tagungsraum der EKD-Synode
Blick ins Plenum einer Synodentagung der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Synode bedeutet dem (griechischen) Wortsinn nach Versammlung, Treffen. Und genau das tun 120 Synodale jedes Jahr (meistens im November) an unterschiedlichen Orten in Deutschland. Sie versammeln sich unter der Leitung eines siebenköpfigen Präsidiums, an dessen Spitze die/der Präses der Synode steht, um Kirchengesetze für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), so z. B. den Haushalt der EKD oder in diesem Jahr das Gesetz über den Datenschutz in der EKD zu beschließen. Sie diskutieren über aktuelle Fragen aus Kirche und Gesellschaft, fassen dazu Beschlüsse und beschließen Kundgebungen (die wichtigste Form der Äußerung der Synode, da hierfür eine Zweidrittel-Mehrheit notwendig ist).

Wer genauer wissen will, worin die gemeinsamen Überzeugungen der evangelischen Kirche liegen und wie sie sich in aktuellen Fragen positioniert und verständigt, besucht am besten die Tagung, denn die Synode tagt öffentlich, oder informiert sich während der Tagung auf ekd.de.

Grundsätzliches

Die Synode ist eines der Leitungsorgane der Evangelische Kirche in Deutschland (ebenso wie der Rat der EKD und die Kirchenkonferenz). Nach der Grundordnung der EKD hat sie die Aufgabe, „der Erhaltung und dem inneren Wachstum der Evangelischen Kirche in Deutschland zu dienen.“

Diese Aufgabe erfüllt sie durch Beratungen im Plenum und durch weitere Sacharbeit in den Ausschüssen, die bei der konstituierenden Tagung für die Dauer der Amtsperiode eingerichtet werden; zurzeit hat die Synode sieben Ausschüsse.

Alle sechs Jahre wählt die Synode auf ihrer zweiten Tagung gemeinsam mit den Mitgliedern der Kirchenkonferenz den Rat der EKD. Die Zusammenarbeit von Synode und Rat ist eng: Der oder die Präses der Synode ist qua Amt Mitglied des Rates. Der Rat erstattet der Synode auf jeder Tagung Bericht über die Arbeit der EKD im vergangenen Jahr. So wird die Verzahnung der Arbeit der beiden Organe gewährleistet.

Seit 2009 tagt die Synode der EKD mit der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) im zeitlichen und örtlichen Verbund. Alle Synodalen der EKD-Synode gehören auch zu einem dieser beiden Gremien. Durch diese Personenidentität wird die Gemeinschaft zwischen den beiden Kirchenbünden und der EKD weiter vertieft.

Zusammensetzung

100 Synodale werden von den Synoden der 20 Gliedkirchen der EKD gewählt. Sie sind den Gliedkirchen gegenüber jedoch nicht weisungsgebunden. Der Rat der EKD beruft ergänzend 20 weitere Mitglieder in die Synode – Menschen aus Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur, die für das Leben der Kirche und ihrer Werke wichtig sind. Jede/r Synodale hat zwei Stellvertreterinnen bzw. Stellvertreter.

Die Anzahl der Synodalen pro Gliedkirche hängt von deren Mitgliederzahl ab. Gliedkirchen mit vielen Mitgliedern – wie die hannoversche oder die rheinische – sind z.B. in der 12. Synode mit zehn Synodalen vertreten. Jede Landeskirche wählt aber mindestens zwei Synodale.

Bei den Wahlen und der Berufung soll auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis geachtet werden. Theologinnen oder Theologen dürfen nicht die Mehrheit in der Synode stellen. In der Zusammensetzung der Synodalen spiegelt sich also, dass die evangelische Kirche als Gemeinschaft von Frauen und Männern, von Laien und Theologen agiert.

Acht Jugenddelegierte nehmen als Gäste an den Beratungen der Synode teil. Sie haben Rede- und Antragsrecht, arbeiten in den Ausschüssen mit, sind jedoch nicht stimmberechtigt.