Bedeutung der Bibel für kirchenleitende Entscheidungen

Ein Grundlagentext des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland

Evangelischer Glaube weiß sich seit der Reformation („sola scriptura“) besonders durch die Bibel getragen. Die Bibel ist jedoch kein Nachschlagewerk, das zu jedem Thema eindeutige, bis heute anwendbare Anweisungen parat hält. Sie ist ein Buch, das in vielfältiger Weise von den Glaubenserfahrungen der Menschen zu ihrer Entstehungszeit berichtet. Das bedeutet für jeden Bibellesenden wie auch für die Kirchenleitung, dass sie ausgelegt werden muss, möchte man sich von ihr leiten lassen. Dass dabei verschiedene Schwerpunkte gesetzt werden und unterschiedlichen Ergebnisse herauskommen können, ist selbstverständlich – und birgt seit jeher Konfliktpotential. Dies gilt umso mehr, seitdem immer neue Aspekte hinzugekommen sind, die neben der Bibel berücksichtigt werden sollten; dazu zählt die Beachtung der historisch-kritischen Exegese, die Erkenntnisse moderner Wissenschaften sowie neuer gesellschaftlicher und kultureller Strukturen. Um ein gemeinsames Bibelverständnis zu fördern, führt dieser Grundlagentext den Begriff des „Überlegungsgleichgewichts“ ein.

Angemessene Auslegung der Bibel durch Überlegungsgleichgewicht

Der Begriff des Überlegungsgleichgewichts zielt darauf ab, dass Erfahrungswissen und Einsichten aus den Wissenschaften ebenso wie biblische Einsichten berücksichtigt, gewichtet und „so ins Verhältnis gesetzt“ werden, „dass die orientierende und bindende Kraft der Bibel zum Tragen kommt“. Dem Evangelium solle dabei, so wird betont, „der Vorrang im Sinne der begründenden, orientierenden, prägenden Bedeutung für den Zusammenhang aller Aspekte“ zukommen. Außerdem solle die Schriftauslegung vor allem darauf abzielen, neue Impulse in die Fragestellung einzubringen und ein tieferes Verständnis der Problemlage zu fördern. Das alles geschehe „in einem komplexen, nicht eindeutig methodisierbaren Abwägungsprozess. Um zu veranschaulichen, wie das in der Praxis aussehen kann, wird der Prozess im Text anhand von vier Beispielen nachgezeichnet. Dabei wird auch deutlich, dass unterschiedliche Gewichtungen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können. 

Für wen ist dieses Buch?

Angesprochen sind alle in der Kirchenleitung Beschäftigte, die sich mit der Auslegung der Bibel auch im Hinblick auf moderne Fragestellungen befassen.  

  • Gemeindeleitungen
  • Synodale 
  • Pastorinnen und Pastoren
  • Theologische Fakultäten

ub
 

Cover - Bedeutung der Bibel

Die Bedeutung der Bibel für kirchenleitende Entscheidungen

Evangelischer Glaube weiß sich seit der Reformation besonders durch die Bibel getragen. Doch die Frage, wie sich die Bibel sinnvoll und zeitgemäß auslegen lässt, stellt nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für Kirchenleitungen immer wieder eine Herausforderung dar. Der Grundlagentext der EKD beschäftigt sich mit der angemessenen Auslegung der Bibel unter Berücksichtigung des „Überlegungsgleichgewichts“. Dabei sollen Erfahrungen sowie wissenschaftliche und biblische Erkenntnisse berücksichtigt und so ins Verhältnis gesetzt werden, dass der Bibel prägende und orientierende Bedeutung zukommt. 

ISBN 978-3-374-06994-1
Preis 8 Euro

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