EKD-Texte 26–50
EKD-Texte 50, 1994
Der Text ruft „grundsätzliche Auffassungen über Ehe und Familie aus evangelischer Sicht in Erinnerung“. Die Ehe ist zu einer Lebensform unter vielen anderen geworden; als „gute Gabe Gottes“ sei sie aber nach wie vor „Leitbild und Hoffnung“ für die meisten Menschen. Ihre Maßstäbe sind gegenseitige Anerkennung, Verlässlichkeit und Konfliktbereitschaft. Auch gebe es eine Vielfalt von Familienformen. Sie haben die Aufgabe, Kindern zu ermöglichen, „in Geborgenheit und Vertrauen“ aufzuwachsen. Als „Schule der Mitmenschlichkeit“ sind Ehe und Familie besonders wichtig für die Gesellschaft.
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EKD-Texte 49, 1994
Die Weltbevölkerung wächst rasant. Diese Studie analysiert die Situation und entwickelt Empfehlungen für die daraus entstehenden Probleme. Sie benennt die beiden Hauptherausforderungen: Zum einen muss mit Armutsbekämpfung und Familienplanung das Bevölkerungswachstum in den Ländern der Dritten Welt vermindert werden. Zum anderen ist zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ein „ökologischer Kurswechsel“ nötig. Christen wirken daran mit, „um das Überleben unseres Planeten als Teil von Gottes Schöpfung zu ermöglichen“. Die Studie mündet in sechs Leitsätzen.
EKD-Texte 48, 1994
Nach der Überwindung der Ost-West-Konfrontation besteht eine „friedenspolitisch neue Situation“, schreibt EKD-Ratsvorsitzender Klaus Engelhardt im Vorwort. Die nukleare Gefahr ist in den Hintergrund getreten, nun werfen regionale Kriege neue friedensethische Fragen auf. Die 1994 vom Rat der EKD entwickelten „Orientierungspunkte für Friedensethik und Friedenspolitik“ bieten in der Diskussion eine wichtige evangelische Position. Sieben Jahre später passt der Rat seine Stellungnahme an die erneut veränderte Weltlage an. Die beiden Texte von 1994 und 2001 sind in dieser Veröffentlichung enthalten.
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EKD-Texte 47, 1993
Am 18. März 1988 beschlossen Delegierte der Kirche von England, des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR und der EKD in Meißen die „Meissener Gemeinsame Feststellung“. Ein konstruktiver ökumenischer Prozess begann, an dessen Ende 1991 alle beteiligten Kirchen in der „Meissener Erklärung“ bekundeten, „gemeinsam nach der vollen, sichtbaren Einheit zu streben“. Sie erkennen gegenseitig Ämter und Sakramente an und laden gemeinsam zum Abendmahl. Seitdem praktizieren die Kirchen lebhafte Partnerschaften auf vielen Ebenen. Die Texte zu dieser „Meissen-Bewegung“ sind hier dokumentiert.
EKD-Texte 46, 1993
Ist der Einsatz für Menschenrechte eine Form von „geistigem Kolonialismus“? Diesem Vorwurf müssen sich Menschenrechtsorganisationen stellen. Im Vorfeld der Weltkonferenz für Menschenrechte legt der Rat der EKD seine Sicht zum Thema dar. „Es ist die Pflicht der Kirchen, für die Weiterentwicklung, Konkretisierung und einen effektiven Schutz der Menschenrechte einzutreten“, schreibt EKD-Ratsvorsitzender Klaus Engelhardt im Vorwort. Der Text plädiert leidenschaftlich für die „Universalität der Menschenrechte“ und entwickelt acht „Leitsätze für eine umfassende Menschenrechtspolitik“.
EKD-Texte 44, 1992
Am 4. April 1992 wurde in Hamburg die weltweit erste lutherische Bischöfin gewählt. Konservative Christen übten lautstark Kritik. Über die Heftigkeit des Streits besorgt sah sich die Theologische Kammer der EKD dazu veranlasst, den geltenden Standpunkt der EKD klarzustellen. „In geistlicher Hinsicht kann es in der evangelischen Kirche einen Unterschied zwischen Mann und Frau nicht geben“, stellt sie fest. Wer die Frauenordination ablehne, „verlässt den Boden der evangelischen Kirche“. Auch erschwere eine Bischöfin nicht die Ökumene. Ihre Wahl sei vielmehr ein Zeichen evangelischer Identität.
EKD-Texte 43, 1992
Die evangelische Kirche will mit ihrer Jugendarbeit „Nestwärme in einer erkaltenden Zeit“ geben. Wie das angesichts veränderter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen gehen kann - dazu legt die EKD-Jugendkammer diese fundierte Zustandsbeschreibung vor und entwickelt Perspektiven. Tragend ist die Beobachtung, dass sich missionarische und die an politischer Aktion orientierte Jugendarbeit aufeinander zu entwickelt haben. Am Ende spricht der Text neun Empfehlungen für die gemeindliche Jugendarbeit aus. Künftig soll der Austausch mit den Kirchen im östlichen Teil Deutschlands verstärkt werden.
EKD-Texte 42, 1991
Auch in der Kirche herrscht „weithin Unkenntnis und Gleichgültigkeit oder Ablehnung“ gegenüber Sinti und Roma, bedauert Kirchenpräsident Helmut Spengler im Vorwort zu dieser Studie, die dem Missstand Abhilfe schaffen will. Ausführlich beschreibt sie die Geschichte und die Lebenswirklichkeit von Sinti und Roma bis heute. Zu deren jahrhundertelanger Diskriminierung und Verfolgung hat auch die evangelische Kirche geschwiegen. Deshalb stellt sie sich nun ihrer Mitschuld und schafft „Räume für Begegnung und Versöhnung“. Damit wird sie ihrem Auftrag gerecht, den „Schwachen“ zur Seite zu stehen.
EKD-Texte 41, 1992
Mit der technischen Zivilisation wurde auch das Verhältnis des Menschen zum Tier gestört. Tiere wurden oft zu seelenlosen Fleischlieferanten herabgestuft. Für Respekt und Würde gegenüber den Mitgeschöpfen tritt der Tierschutz ein, teils auf christlichem Hintergrund. In diesem Konflikt bietet dieser EKD-Text ethische Orientierung. Der Umgang mit Nutz- und Haustieren, Schlachtung, Jagd, Zirkusleben und viele weitere Aspekte werden vom biblischen Schöpfungszeugnis her durchdacht. Bei einigen Fragen dokumentiert der Text kontroverse Ansichten im Autoren-Gremium, vor allem zum Thema Gewaltverzicht.
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EKD-Texte 40, 1991
Die anwachsenden Wanderungsbewegungen nach Europa werfen viele Fragen auf: Wie soll die deutsche Gesellschaft mit den vielen zu erwartenden Zuwanderern und Flüchtlingen umgehen? Wie viele fremde Menschen kann – oder muss – unsere Gesellschaft „verkraften“? Mit diesem Text trägt die EKD zum Gespräch bei. Ausführlich und verständlich werden alle Aspekte bedacht, unter anderem Fremdenfeindlichkeit, die Wahrung des sozialen Friedens und die Situation ethnisch-kultureller Minderheiten. Kirche kann Solidarität mit Flüchtlingen zeigen, indem sie Bonhoeffers Bild von der „Kirche für andere“ umsetzt.
EKD-Texte 39, 1991
Christinnen und Christen in der DDR waren besonders herausgefordert, mit Nichtgläubigen ins Gespräch zu kommen. Der vorliegende Text reflektiert den Dialog mit Andersdenkenden. Dialog ist die Grundform menschlicher Kommunikation. Einseitige Verkündigung „trifft ins Leere“. Im Dialog wird der eigene Standpunkt vermittelt und gleichzeitig der des Gegenübers verstanden und wertgeschätzt. Dialog ist eine heute besonders sachgemäße Form von Mission, so die Erfahrung der Kirchen in der DDR; dies zu bedenken empfiehlt sie auch den Glaubensgeschwistern im Westen.
EKD-Texte 38, 1991
Die Christinnen und Christen der DDR nahmen die Anliegen des 1983 vom ÖRK in Gang gesetzten „Konziliaren Prozesses“ mit großem Engagement auf. Im Frühjahr 1988 fand in Dresden die erste „Ökumenische Versammlung“ statt, an der Vertreter*innen aus 19 Kirchen teilnahmen. Die Ergebnisse wurden in den Gemeinden diskutiert. Im Jahr darauf verabschiedete eine weitere Versammlung ein Schlussdokument, in dem die christliche Verantwortung für die Welt aus spezifischer Sicht der DDR-Lebenswirklichkeit in zwölf Themenbereichen beschrieben wird.
EKD-Texte 37, 1991
Die Arbeitswelt ist im Wandel. Vor allem neue Kommunikationstechniken schaffen neue Bedingungen. Den Menschen im Bereich der vormaligen DDR werden durch den Zusammenbruch ihres bisherigen Wirtschaftssystems besonders große Veränderungen abverlangt. Bildung spielt in diesen Transformationsprozessen eine tragende Rolle. Deshalb beschäftigte sich die EKD ausführlich mit diesem Thema. Sie betont die „philosophisch-religiöse Dimension“ von Bildung und mahnt an, dass Bildungsangebote stets die Schwachen im Blick haben sollten. Am Ende formuliert sie „Leitlinien evangelischer Bildungsverantwortung“.
EKD-Texte 36, 1990
Drei Jahre vor dem Erscheinen des neuen Evangelischen Gesangbuchs wird dessen Auswahl und Inhalt breit diskutiert. Die hier zusammengestellten Beiträge betrachten sämtliche Aspekte. „Theologische und musikalische Leitlinien“ werden vorgestellt, ebenso Kriterien für die Aufnahme von Liedern aus dem Bereich des „neuen geistlichen Liedes“. Thematisiert wird der Umgang mit antijüdischen und patriarchalischen Aussagen in Liedern, die Rolle der Ökumene und die Impulse der östlichen Gliedkirchen. Auch das Konzept und die Funktion von Regionalteilen wird erörtert.
EKD-Texte 35, 1990
Das geltende Gesetz schreibt vor, dass schwangere Frauen vor einem Abbruch eine Schwangerschaftskonfliktberatung in Anspruch nehmen. Auch die evangelische Kirche bietet diesen „seelsorgerlichen und diakonischen Dienst“ an. Die Beratungsarbeit ist sehr verantwortungsvoll. Zudem geschieht sie unter dem Eindruck einer Kontroverse um die rechte Auslegung biblischer Gebote. Diese schwierige Situation reflektiert die EKD. „Weder ethische Belehrungen“ noch „finanzielle Angebote“ führen aus dem Dilemma. Dennoch lässt „evangelische Beratung“ Menschen in Konflikten nicht allein.
EKD-Texte 34, Sommer 1990
Das Bildungswesen befindet sich in stetem Wandel. Die EKD bezieht zur aktuellen Situation Stellung. Die ist in der Bundesrepublik geprägt durch die in den 70er-Jahren entstandene Reformpädagogik sowie die Neugründung weltanschaulicher und christlicher Schulen. Außerdem stellt sich durch die Wiedervereinigung die Frage einer Neuorientierung des
DDR-Bildungssystems. Am Anfang des Textes sind vier EKD-Stellungnahmen aus den Jahren 1958 bis 1978 dokumentiert. Auf ihnen aufbauend werden „relevante aktuelle Veränderungen“ erklärt. Der Text endet mit „Leitlinien künftiger Schulentwicklung“.
EKD-Texte 33, 1990
Im März 1990 fand in Seoul (Korea) die „Weltversammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ stand. Die weltweite Ökumene verabschiedete dort einen „Bundesschluss“ und weitere Schlussworte, die in diesem EKD-Text dokumentiert sind. Im Hauptteil nimmt der Rat der EKD Stellung zur Zukunft des „Konziliaren Prozess“, der 1983 bei der VI. Vollversammlung des ÖRK in Vancouver seinen Anfang genommen hatte. Der EKD-Rat würdigt die Ergebnisse und Einsichten der konziliaren Bewegung und plädiert dafür, dass die Kirchen künftig weiter deren Ziele in Politik und Öffentlichkeit einbringen.
EKD-Texte 32, 1990
Mit diesem Text würdigen die EKD und die Deutsche Bischofskonferenz den Sport als „Dienst am Menschen“ und weisen auf kritische Entwicklungen hin. Zunächst beschreibt der Text den „Sport in der Gesellschaft von heute“. Auf Grundlage des christlichen Menschenbildes schließen sich „ethische Forderungen“ an. Der letzte Teil stellt den Zusammenhang von „Sport und christlicher Lebenspraxis“ her. Die „Orientierung am christlichen Ethos“ kann eine Hilfe sein, „weil gerade die christliche Botschaft zu einem vertieften und umfassenden Menschsein verhilft“.
EKD-Texte 31, 1990
Aus der evangelischen Umweltbewegung wurde der Rat der EKD aufgefordert, sich „knapp, eindeutig und in öffentlich unüberhörbarer Form“ gegen die weitere Nutzung der Atomenergiepolitik auszusprechen. Der vorliegende Text ist Ergebnis einer eingehenden Beschäftigung der EKD mit diesem Thema. Er appelliert an die Politik, in allen gesellschaftlichen Bereichen Energieeinsparungen voranzutreiben. Im Blick auf die weitere Nutzung der Kernenergie schildert er den bestehenden Dissens zwischen Befürwortern und Gegnern, fordert aber in jedem Fall einen verantwortlichen Umgang mit der Technologie.
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EKD-Texte 30, 1990
Im Herbst 1989 konstituierte sich die vom Rat der EKD berufene Kammer für Theologie. Dabei hielt der Theologieprofessor Gerhard Ebeling einen wegweisenden Vortrag, der hier dokumentiert ist. Auch auf dem Hintergrund seines Engagements in der Bekennenden Kirche entwickelte er leidenschaftlich und in dialogischer Weise, was reformatorische Theologie heute zu leisten hat: Sie kann dazu beitragen, Menschen „aus religiöser Sprachlosigkeit“ zu retten. Von der neugegründeten EKD-Kammer wünscht er sich, dass sie „auf dem Wege über ein beunruhigendes theologisches Gewissen“ wieder Mut zur Theologie macht.
EKD-Texte 29, Sommer 1989
Darf ein Christ Soldat sein? Darüber wird seit dem Beginn der Kirche gerungen. Damit verbunden ist die Frage, ob die Menschen, die den Kriegsdienst verweigern, der dem Geist Jesu näherstehen als jene, die mit der Waffe in den Krieg zu ziehen bereit sind. Kirchliche Friedensgruppen der DDR hatten die Kriegsdienstverweigerung das „deutlichere Zeichen“ des Glaubens genannt – was eine neue Diskussion entfachte. Die EKD-Kammer für Öffentliche Verantwortung nimmt hier Stellung aus Sicht einer evangelischen Friedensethik und unter dem Eindruck des drohenden Einsatzes von Massenvernichtungswaffen.
EKD-Texte 27, 1989
Zwei bedeutende Treffen in Basel und Stuttgart brachten die Anliegen der im Themenbereich Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung engagierten Christinnen und Christen verschiedener Kirchen in die Öffentlichkeit. Auch Vertreter/innen der EKD nahmen teil. Die beiden so entstandenen Schlussdokumente bezeugen eindrücklich, wie „angesichts der drängenden Überlebensfragen der Gegenwart“ Kirchen und Christen ihre Weltverantwortung wahrnehmen.
EKD-Texte 26, Sommer 1989
Die evangelischen Kirchen in den beiden deutschen Staaten stehen in besonderem Verhältnis. Sie verbinden „der eine Glaube, die eine bleibende geneinsame Geschichte und die uns alle bedrängenden Herausforderungen der Gegenwart“, heißt es im Vorwort dieser Broschüre. In ihr sind gemeinsame Worte und Stellungnahmen aus den Jahren 1979 bis 1988 zusammengestellt zu den drei Themenkreisen Frieden, Aufarbeitung des Nationalsozialismus und Verhältnis zur orthodoxen Kirche. Es wird deutlich: Beiderseits der Mauer nehmen die evangelischen Kirchen ihren Friedens- und Versöhnungs-Auftrag wahr.