Die Karwoche

Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern: Was bedeuten diese Feiertage?

Mit dem Sonntag vor Ostern beginnt die wichtigste Woche im Kirchenjahr, dem christlichen Kalender: In der Karwoche erinnern sich Christinnen und Christen an das Leiden, den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Sie beginnt am Palmsonntag, umfasst Gründonnerstag und Karfreitag und endet mit Ostern.

Was ist die Karwoche?

Die Woche, in der Karfreitag liegt, heißt Karwoche. Die Festtage dieser Woche beziehen sich auf wichtige Ereignisse des Lebens Jesu: Am Palmsonntag wird des Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht. Am Gründonnerstag erinnern sich Christinnen und Christen an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern am Vorabend seiner Kreuzigung. Dem Karfreitag folgt der Karsamstag, der Tag der Grabesruhe. Mit diesem Tag endet die Karwoche. Am Ostersonntag feiern Christinnen und Christen die Auferstehung: Gottes Sieg über den Tod. 

Warum feiern Christinnen und Christen Palmsonntag?

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, die Vorbereitung auf Ostern. An diesem Sonntag erinnern Christinnen und Christen an den Einzug Jesu in Jerusalem. Den Berichten der Evangelien zufolge jubelten die Menschen Jesus zu und feierten ihn als den lang erwarteten Erlöser. Sie breiteten ihre Kleider auf dem Boden vor ihm aus und begrüßten ihn mit grünen Palmzweigen – in der biblischen Tradition ein Zeichen von Hoffnung und Erwartung. Nur wenige Tage später wurde Jesus unter dem Beifall der Menge zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Der Palmsonntag wie auch die gesamte Karwoche stehen somit unter der Spannung von Jubel und kommendem Leiden.

Jesus zieht auf einem Esel am Palmsonntag in Jerusalem en

Was bedeutet der Gründonnerstag im Christentum?

Am Gründonnerstag erinnern sich Christinnen und Christen an den letzten Abend, den Jesus vor seiner Gefangennahme mit seinen Jüngern verbrachte: Mit Brot und Wein nahm er Abschied von ihnen und trug ihnen auf, in Erinnerung daran künftig gemeinsam ein solches Abendmahl zu feiern. Nach dem Essen ging Jesus in den Garten Gethsemane, wo er bis zu seiner Festnahme betete und weinte. Darauf bezieht sich auch der Name „Gründonnerstag“, der vom althochdeutschen „grunen“ für „weinen“ oder „greinen“ abstammt.

Traditionell wird in den evangelischen Kirchen am Abend des Gründonnerstag ein Abendmahlsgottesdienst gefeiert. In Brot und Wein erfahren Christinnen und Christen dabei die Gemeinschaft untereinander und mit Jesus; sie bezeugen sein Leiden und Sterben und vergewissern sich der Vergebung ihrer Sünden. Das Glockenläuten am Abend des Gründonnerstags erinnert ebenfalls daran, wie Jesus in der Nacht vor seiner Gefangennahme voller Todesangst in Gethsemane betete. Für dieses Gedächtnisläuten wird nur eine Glocke benutzt.

 

  • Symbolbild - Gründonnerstag

    Die biblische Geschichte erzählt, dass bevor Jesus verraten wurde, er mit seinen Jüngern zusammensaß und das Abendmahl feierte. Worum es an diesem Tag genau geht, welche Bibeltexte und Lieder die Aussage des Tages unterstreichen und Anregungen, um den Feiertag zu begehen, finden Sie auf der Seite „Kirchenjahr evangelisch“.

    mehr erfahren
  • Abendmahlsgeschirr
    Basiswissen Glauben
    Abendmahl

    Der biblischen Überlieferung zufolge hat Jesus am Abend vor seiner Kreuzigung mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl gefeiert. Christ*innen feiern das Abendmahl auch heute noch zusammen und teilen miteinander Brot und Wein.

    mehr erfahren
  • Kreuz mit Blumen

    In den Tagen bis Ostern konzentrieren sich Christinnen und Christen auf die Bandbreite des Lebens - auf Freude, Verrat, Tod und Auferstehung. Auf diese Weise erleben sie die Stationen des Weges mit, die Jesus auf der Erde durchlebt hat.

    mehr erfahren

Warum ist Karfreitag ein stiller Feiertag?

Der Karfreitag erinnert an die Kreuzigung und den Tod Jesu. Meist findet um 15 Uhr, der Todesstunde Jesu, ein Gottesdienst statt. Auch für Menschen, die den christlichen Glauben nicht teilen, kann dieser Tag eine wichtige Erinnerung sein an Tod, Leid, Schuld und menschliche Abgründe. Aus Respekt vor diesem Leiden ist der Karfreitag ein sogenannter „stiller Feiertag“ – es sind beispielsweise keine Tanzveranstaltungen oder Märkte erlaubt.

Häufig wird der Karfreitag als der höchste evangelische Feiertag bezeichnet. Das ist jedoch nur bedingt richtig, denn die Kreuzigung ergibt ohne Auferstehung keinen Sinn, und die Auferstehung ist nicht ohne Kreuzigung denkbar. Kreuz und Erlösung sind in ihrer Bedeutung nicht voneinander zu trennen. Insofern gehören die Gottesdienste an Gründonnerstag, Karfreitag und der Nacht zum Ostersonntag – also die Erinnerung an Leiden, Tod und Auferstehung Christi – zusammen.

  • Astkreuz auf Bibel
    Basiswissen Glauben
    Karfreitag

    Karfreitag ist der Tag der Kreuzigung Jesu Christi auf dem Hügel Golgatha vor den Toren Jerusalems. Das Wort leitet sich vom althochdeutschen Wort „kara“ (Klage, Trauer) ab. Dieser Tag markiert den Höhepunkt der sechseinhalb Wochen dauernden Passionszeit. In dieser Zeit des Kirchenjahres gedenken Christinnen und Christen der Passion Christi, also seines Leidens und Sterbens.

    mehr erfahren
  • Kruzifix auf dem Altartisch in der Bartholomaeus-Kirche in Golzwarden

    Worum geht es an Karfreitag? Welche Texte aus der Bibel und welche Lieder passen zu diesem Feiertag? Und wie lässt sich der Feiertag in der Kirchengemeinde und zuhause feiern? Antworten auf diese Fragen bietet die Website „Kirchenjahr evangelisch“.

    mehr erfahren
  • Weiße Rosen und eine Kerze

    An Karfreitag meditieren Christinnen und Christen das Sterben Jesu Christi. Dabei blicken sie auch auf das Leiden der Welt: Sie beten für kranke, verfolgte und leidende Menschen. Auf der Website der bayrischen Landeskirche gibt es Gebete zum Mitbeten.

    mehr erfahren

Was wird am Karsamstag gefeiert?

Der Karsamstag ist ein Tag der Stille und des Wartens. Als Fest ist er weniger bekannt, doch theologisch bedeutend: Er erinnert an die Grabesruhe Jesu – zwischen Tod und Auferstehung, zwischen Hoffnung und Zweifel.

An diesem Tag – auch „stiller Samstag“ genannt – läuten in der Regel keine Glocken. Falls am Abend ein Gottesdienst gefeiert wird, ertönt nur eine einzelne Glocke.

Warum ist Ostern das wichtigste Fest?

Ostern feiert die Auferstehung Jesu von den Toten. Das Fest steht für neues Leben, Hoffnung und den Sieg des Lebens über den Tod – im Zentrum des christlichen Glaubens.

Am späten Abend des Karsamstag oder den frühen Morgenstunden des Ostersonntag feiern Christinnen und Christen die Osternacht. Denn nach den biblischen Berichten ist Jesus in der Nacht auferstanden, die Frauen fanden am frühen Morgen das leere Grab vor. Wird der Gottesdienst am Abend gefeiert, kann die Auferstehung durch Kerzenlicht symbolisiert werden; feiert man in den Morgen hinein, wird es von selbst hell. In jedem Fall ist der Übergang vom Licht zum Dunkel ein eindrucksvolles Symbol für die Auferstehung Christi. Das Leben ist stärker als der Tod; Gott überlässt die Menschen nicht sich selbst; die Welt bekommt eine neue Perspektive: In dieser hoffnungsvollen Botschaft liegt die Bedeutung von Ostern.

Der Ostersonntag ist in allen christlichen Konfessionen ein Freudenfest und Höhepunkt des Kirchenjahrs. Entsprechend festlich wird er begangen: Alle läutbaren Glocken erklingen gemeinsam, das liturgische Schwarz der Karwoche ist abgelöst von festlichem Weiß, Kerzen leuchten, es wird gesungen und häufig auch musiziert. Manchmal werden in den Ostergottesdiensten auch Taufen abgehalten.

Mit Ostern endet die siebenwöchige Passions- und Fastenzeit. Zur Feier des Tages gibt es daher nach dem Gottesdienst in vielen Gemeinden ein Osterfrühstück. Auch wenn die Ostereier nicht unbedingt aus der christlichen Tradition stammen, lassen sie sich doch als Symbol für das Leben und die Unendlichkeit deuten.