Stiftung KiBa fördert Kirchensanierungen

Gemeinden können noch bis zum 30. Juni Projekte einreichen und Anträge stellen

Kirchengebäude zu erhalten und zugleich zukunftsfähig zu machen, ist für viele Gemeinden eine anspruchsvolle Aufgabe. Genau hier setzt die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) an, die 1997 von der Evangelischen Kirche in Deutschland gegründet wurde. Sie hilft dabei, kirchliche Baudenkmäler zu erhalten und Gemeinden zu stärken. Förderanträge können noch bis zum 30. Juni gestellt werden, auch online.

Catharina Hasenclever, traegt kurze braune Haare. Sie lacht in die Kamera. Um ihren Hals liegt ein pinker Schal. Sie lehnt an einer Kirchenmauer

Dr. Catharina Hasenclever, Geschäftsführerin der Stiftung KiBa

Kirchen sanieren und neue Konzepte für Nutzung erstellen

Seit 1999 hat die Stiftung mehr als 2.100 Förderzusagen mit insgesamt fast 43 Millionen Euro für die Erhaltung von evangelischen Kirchen in Deutschland gegeben. Lange Zeit lag der Fokus rein auf dem klassischen Kirchenerhalt: Dächer reparieren, Mauern sichern, Gebäude bewahren. „Das war berechtigt und wichtig“, sagt Catharina Hasenclever, Geschäftsführerin der Stiftung KiBa. Doch es sei zunehmend klar geworden, dass es nicht mehr allein ausreiche, Kirchengebäude instand zu halten. Eine Kirche könne häufig auch zusätzlich zum Sonntagsgottesdienst genutzt werden.

Die Förderleitlinien der Stiftung wurden daher erweitert. Gemeinden, die Fördermittel beantragen, müssen auch ein Nutzungskonzept vorlegen, um aufzuzeigen, was – abgesehen von Gottesdiensten - in ihrer Kirche stattfindet. Auch Ideen, die Räume öffnen und beleben, werden unterstützt. Dafür kann etwa der Einbau von barrierefreien Toiletten, flexiblen Glaswänden oder multifunktionalen Bereichen erforderlich sein. „Gebäudeerhalt und Nutzungskonzept werden zusammen gedacht und Hand in Hand umgesetzt“, beschreibt Catharina Hasenclever den Prozess. Die Stiftung hilft finanziell, die Impulse kommen aus den Gemeinden selbst.

Wie Kirchen neu genutzt werden: Beispiele aus Gemeinden

Die Ergebnisse der Stiftungstätigkeit können sich sehen lassen. In Coesfeld wurde beispielsweise mit Unterstützung der KiBa-Stiftung ein weiterer Raum in die Kirche eingezogen. So muss nur noch ein Teil des großen Gebäudes beheizt werden – das ist effizient und bezahlbar. Statt 300 Euro kostet das Heizen nur noch rund zehn Euro pro Nutzung.

In Bad Wildungen fahren Kinder mit Bobbycars durch das Kirchenschiff. „Hier wird die Kirche vormittags von der Kita mitgenutzt“, sagt Catharina Hasenclever. „Trotzdem ist die Kirche Kirche geblieben und alle haben gewonnen“. Die Hemmschwelle gegenüber der neuen Raumnutzung sinkt. So entstehen neue Orte der Begegnung.

Beispiele wie diese zeigen: Kirchen können mehr sein als Orte für den Sonntagsgottesdienst. Sie werden zu Treffpunkten, zu Räumen für noch mehr Gemeinschaft, Kultur und Alltag. „Wenn ich sehe, wie Menschen ihre Kirche nutzen und sich aneignen, dann ist das einfach schön“, sagt Catharina Hasenclever.

Zukunft von Kirchengebäuden: Herausforderungen und Chancen

Gleichzeitig steht die Institution Kirche insgesamt vor schwierigen Entscheidungen. Diskussionen über Schließungen oder Abrisse von Gebäuden gehören inzwischen zur Realität der Verantwortlichen. Unterschiedliche Prägungen und Erwartungen treffen aufeinander, gerade wenn es um die Zukunft von Gebäuden geht. Catharina Hasenclever bleibt zuversichtlich. „Ich bin optimistisch, dass wir aus der Not eine Tugend machen können“, sagt sie. „Meine Erfahrung zeigt, dass wir Menschen begeistern können, wenn wir die Kirchen öffnen“. Entscheidend sei, dass die Menschen spürten: Das ist mein Raum. Hier kann ich etwas bewegen.

Ideen für die Nutzung von Kirchen: Konzepte und Impulse

Um Gemeinden zu inspirieren, setzt die Stiftung auch auf kreative Impulse. Beim Kirchbautag etwa verteilt die KiBa ein Kartenset mit Ideen für die erweiterte Nutzung von Kirchengebäuden: von naheliegenden Formaten wie Bücherflohmärkten bis hin zu ungewöhnlicheren Konzepten wie Dartspielen im Kirchenraum.

„Viele Gemeinden wissen oft zu wenig darüber, was möglich ist“, berichtet die KiBa Geschäftsführerin. Genau hier will die Stiftung ansetzen und Erfolgsgeschichten sichtbar machen, Lust auf neue Wege wecken und den Blick weiten.

So fördert die Stiftung KiBa Kirchensanierungen

Hinter dieser Arbeit steht ein fünfköpfiges Team, das sich vor allem um das Einwerben von Spenden und die Bindung von Fördermitgliedern sowie um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert. Auf der Website, im Newsletter und auf Social Media berichtet die Stiftung über gelungene Projekte zur Kirchensanierung und Kirchennutzung sowie über besonders aktive und kreative Gemeinden. Der Rest der Kapazitäten wird für die Zusammenarbeit mit den Landeskirchen und die Projektbegleitung genutzt.

Die Stiftung versteht sich dabei bewusst als Impulsgeberin. Sie fördert bevorzugt Projekte im sogenannten „gelben Bereich“. In diesen Bereich gehören Kirchen, die Zukunftsaussichten haben, für die aber noch Finanzierungslücken bestehen. „Wir sind gern der letzte Baustein, der ein Projekt möglich macht“, erklärt Catharina Hasenclever. Manchmal gibt die Stiftung aber auch die erste Unterstützung und zieht dadurch weitere Förderer mit ins Boot. Voraussetzung ist, dass Gemeinden ein tragfähiges Finanzierungskonzept vorlegen. Denn klar ist: Ohne Eigeninitiative vor Ort geht es nicht. Noch bis zum 30. Juni 2026 können Gemeinden ihr Projekt und ihren Förderantrag bei der Stiftung KiBa einreichen.

Förderverein der Stiftung KiBa: Unterstützung für Kirchenprojekte

Für die Finanzierung der Kiba-Projekte ist auch der Förderverein der Stiftung ein wichtiger Baustein. „Die Mitgliedsbeiträge sorgen dafür, dass wir eine bestimmte Summe im Jahr wirklich sicher haben“, erläutert Catharina Hasenclever. 3.600 Mitglieder engagieren sich im Förderverein. So entstehe eine enge Verbindung und ein Netzwerk, das trägt. Jeden Sommer treffen sich die Mitglieder des Vereins zum Austausch und um geförderte Kirchen zu besuchen. Dann können sie sehen, was mit ihren Spenden möglich geworden ist. „Das ist wie ein großes Familientreffen“, beschreibt Catharina Hasenclever die Atmosphäre. Ein Ort des Austauschs, der Wertschätzung und der Motivation, weiterzumachen.

Kirchen als Orte der Gemeinschaft und Begegnung

Am Ende geht es der KiBa um mehr als Gebäude. Es geht um Räume, die Menschen verbinden. Um Orte, die sich verändern dürfen, ohne ihre Bedeutung zu verlieren.

Oder, wie Catharina Hasenclever zusammenfasst: „Wenn die Gemeinden ihre Kirchengebäude erhalten und auch in Zukunft noch nutzen können, dann haben wir unser Ziel erreicht“.