Klimabericht der EKD 2025
Die Evangelische Kirche in Deutschland legt erstmals umfassende Gebäudebilanz vor
Der zweite Fortschrittsbericht zur Klimaschutzrichtlinie der EKD zeigt Fortschritte im Monitoring – und macht zugleich sichtbar, wie groß die bevorstehenden Schritte im Gebäudebereich sind, um das Ziel der 90-prozentigen Reduktion der Treibhausgas-Emissionen bis 2035 zu erreichen.
Mit dem Klimabericht 2025 veröffentlicht die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) erstmals eine Treibhausgasbilanz (THG-Bilanz) für den Gebäudebestand der 20 Landeskirchen sowie der EKD selbst. Der Bericht bildet damit einen weiteren wichtigen Meilenstein beim Monitoring der Fortschritte der Klimaschutzbemühungen und -maßnahmen der EKD. Er zeigt nicht nur Verbesserungen und zunehmende Verbindlichkeit im Roadmap-Monitoring (zweiter Teil des Berichts), sondern schafft auch die Grundlage für eine künftig kontinuierliche und vergleichbare Bilanzierung (erster Teil des Berichts). Zwar lässt sich aus einer einmaligen Datenerhebung noch kein Trend ableiten, doch es wird deutlich: Die Umstellung des Gebäudebestands bleibt die größte Herausforderung auf dem Weg zur 90-prozentigen Reduktion der Treibhausgas-Emissionen bis 2035 – und erfordert in den kommenden Jahren entschlossenes Handeln.
Beschluss der EKD-Synode als Ausgangspunkt
Mit dem EKD-Synodenbeschluss „Die Zeit ist jetzt – Auf dem Weg zur Klimaneutralität“ aus dem November 2021 erhielt das Thema Klimaschutz mit der Formulierung neuer verbindlicher Ziele erheblichen Nachdruck. Neu an diesem Synodenbeschluss sind zwei Aspekte: ein erheblich verschärftes Ziel der Treibhausgasneutralität (2035 statt bislang 2050) und die Forderung nach einem verbindlichen rechtlichen Rahmen mit datenbasierter Roadmap. In der Folge trat im Oktober 2022 die Richtlinie der EKD zur Erreichung der Netto-Treibhausgas-Neutralität (Klimaschutzrichtlinie-EKD) in Kraft. Das dort formulierte Ziel ist eine Reduktion der THG-Emissionen um 90 Prozent bis 2035 und um 100 Prozent (Netto-Treibhausgasneutralität) bis zum Jahr 2045; jeweils ausgehend vom Basisjahr 2024.
Auch im Jahr 2025 hat die Synode diesen Weg ausdrücklich bestätigt: Die bisherigen Ziele wurden bekräftigt, und die Synode hat das Anliegen unterstrichen, den Klimaschutz als kontinuierliche kirchliche Aufgabe weiterzuführen und die vorhandenen Datenstrukturen schrittweise zu verbessern.
Einbringung Klimabericht bei der EKD-Synode 2025
Die Vorstellung des datenbasierten Klimaschutzberichts gemäß der EKD-Klimaschutzrichtlinie durch Dr. Oliver Foltin (FEST Heidelberg) auf der Synodentagung in Dresden sehen Sie in diesem Livestream-Mitschnitt ab Minute 14:30.
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Was enthält der Bericht? Was wurde bilanziert ?
Der aktuelle Bericht des Jahres 2025 besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil ist die THG-Bilanzierung und adressiert zwei Bereiche, in denen die Landeskirchen und die EKD direkten und großen Einfluss haben: Gebäude und dienstliche Mobilität. Damit konzentriert sich die Bilanz auf die Emissionen, die durch kirchliche Aktivitäten unmittelbar entstehen.
Der zweite Teil des Klimaberichts ist die Fortführung des Berichts aus dem Vorjahr („Roadmap“) und umfasst das weitere Klimaschutz-Monitoring – jenseits der THG-Bilanzierung. Aufgrund der Vergleichswerte aus dem Vorjahr kann damit erstmals im Rahmen dieses Monitorings eine Entwicklung dargestellt werden, wenn auch nur von zwei aufeinanderfolgenden Jahren.
Wo steht die EKD?
Der Bericht macht Mut: Dank des engagierten Einsatzes zur Datenbereitstellung auf Ebene der Landeskirchen und der EKD konnte eine Gebäudebilanz erstellt werden und Daten im Bereich dienstlicher Mobiltät gesammelt werden. Es zeichnet sich ab, dass die Datenlücken kleiner werden, und viele Landeskirchen haben klar signalisiert, dass die Mobilität im kommenden Berichtsjahr stärker in den Fokus rückt.
Neben der Bilanz präsentiert der Bericht auch ein strukturiertes Monitoring der Maßnahmen, die die Landeskirchen bereits ergreifen. Alle 20 Landeskirchen und die EKD haben daran teilgenommen. Viele berichten über Fortschritte – etwa beim Aufbau von Koordinierungsstrukturen, bei Energieanalysen oder der Entwicklung von Konzepten für die Gebäudesanierung.
Das Roadmap-Monitoring zeigt, dass einige Aufgaben noch weiter ausgearbeitet werden müssen. Insgesamt zeichnet das Monitoring ein Bild eines Prozesses, der im ganzen EKD-Raum insgesamt klar voranschreitet – wenn auch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.
Die zentralen Ergebnisse der 20 Landeskirchen werden in der nachfolgenden Tabelle zusammenfassend dargestellt.
Das Energiecontrolling wurde in zahlreichen Kirchen spürbar verbessert und kann beispielhaft für eine positive Entwicklung herausgegriffen werden.
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Stand Energiemonitoring
Das Energiecontrolling wurde in zahlreichen Kirchen spürbar verbessert und kann beispielhaft für eine positive Entwicklung herausgegriffen werden.
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Einführung eines Klimaschutzgesetzes
Auch im Bereich der Klimaschutzgesetze sind Fortschritte zu verzeichnen: 13 Landeskirchen gaben an, eines beschlossen zu haben, drei weitere befinden sich in Klärung.
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Aufstellung von Gebäudebedarfsplanung
Die Gebäudebedarfsplanungen laufen in vielen Landeskirchen derzeit parallel zu den Klimaschutzmaßnahmen. Zwar entstehen sie nicht aus den Klimaschutzvorgaben selbst, greifen aber inhaltlich eng ineinander. Bisher hat nur die Landeskirche Baden angegeben, diesen Prozess schon abgeschlossen zu haben.
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Verbindliches Umsetzungskonzept für den Gebäudebestand
Der Blick auf die Umsetzungskonzepte für den Gebäudebestand zeigt, dass es aber auch noch Verbesserungspotenzial gibt (siehe nächste Abbildung). Lediglich sechs Landeskirchen geben an, solche verbindlichen Umsetzungskonzepte bereits auf Ebene der Landeskirche zu haben; allerdings ist zu bemerken, dass auch auf Ebene der Kirchenkreise Umsetzungskonzepte vorliegen können.
Das Roadmap-Monitoring zeigt, dass einige Aufgaben noch weiter ausgearbeitet werden müssen. Insgesamt zeichnet das Monitoring ein Bild eines Prozesses, der im ganzen EKD-Raum insgesamt klar voranschreitet – wenn auch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.
Einschätzung & Empfehlung
Der Bericht betont, wie wertvoll die neu geschaffene Datengrundlage ist. Sie ermöglicht zum ersten Mal, Entwicklungen in der Breite sichtbar zu machen und die vielfältigen Maßnahmen sinnvoll aufeinander abzustimmen. Gleichzeitig wird auch resümiert und es werden drei Empfehlungen gegeben, wo nach Einschätzung der Autor:innen die nächsten Schritte liegen bzw. zukünftig Schwerpunkte liegen sollten:
Die erste Empfehlung ist die weitere Verbesserung der Datengrundlage für das Energie-Monitoring/-Controlling.
Außerdem wird empfohlen, die Maßnahmen zur Erreichung eines THG-neutralen Gebäudebestands insbesondere im Gebäudebereich fortzusetzen und zu intensivieren, damit die angestrebte Reduktion um 90 Prozent bis 2035 erreichbar bleibt.
Bei der dritten Empfehlung geht es schließlich um die Bekräftigung und Stärkung der Klimaziele und Klimaschutzaktivitäten. Mit ihrem Beschluss hat die EKD-Synode diese Ziele der Klimaschutzrichtlinie bereits bekräftigt.
Diese Empfehlungen des Berichts, die sich auch die Synode der EKD zu eigen gemacht hat, sind weniger als Kritik denn als Orientierungshilfe für die nächsten Jahre zu verstehen.
Fazit
Mit dem Klimabericht 2025 schafft die EKD eine verlässliche Grundlage für die kommenden Schritte auf dem Weg zur THG-Neutralität. Die erstmals vorliegende Gebäudebilanz eröffnet neue Möglichkeiten, Prioritäten zu setzen und Maßnahmen gezielt auszurichten. Gleichzeitig zeigt das Monitoring, dass die Landeskirchen viele Entwicklungen bereits angestoßen haben und ihren Weg konsequent weitergehen.
Der Bericht macht deutlich: Die Aufgabe ist groß, aber die Landeskirchen und die EKD haben sich auf den Weg gemacht – und die diesjährige EKD-Synode hat diesen Kurs klar bestätigt. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, doch mit den nun vorliegenden Daten und Erfahrungen wurden weitere Bausteine beigetragen, um auf dem Weg zu THG-Neutralität voran zu kommen.
Der EKD-Klimabericht 2025 ist in seiner letztgültigen, fehlerkorrigierten Fassung vom 11.11.2025 hier abrufbar.