Konfirmandenarbeit in der EKD
Konfi-Zeit bedeutet: Glauben entfalten, Segen empfangen, Welt gestalten
Die Konfirmandenarbeit (Konfi-Arbeit) ist eines der zentralen Bildungsangebote der evangelischen Kirche. Sie begleitet Jugendliche in einer entscheidenden Lebensphase – auf dem Weg zur Religionsmündigkeit, zur eigenen Position und zu einem bewussten Verhältnis zu Glaube, Kirche und Gesellschaft.
Warum Konfi-Arbeit wichtig ist…
Jugendliche wachsen heute in einer pluralen, vielfältigen und oft widersprüchlichen Welt auf. Konfi-Arbeit bietet ihnen verlässliche Orte:
- für Orientierung und Sinnfragen
- für Gemeinschaft und Beteiligung
- für Vertrauen, Zuspruch und Hoffnung
Konfi-Arbeit verändert nicht nur Jugendliche. Sie wirkt zurück auf Gemeinden, Mitarbeitende und kirchliche Praxis – und ist damit ein zentrales Zukunftsfeld evangelischer Kirche.
Konfi-Zeit als Lern- und Erprobungsraum
Konfi-Arbeit ist religiöse Bildung im Horizont des Evangeliums. Sie eröffnet Räume, in denen Jugendliche:
- ihren eigenen Standpunkt entwickeln
- Glauben und Leben miteinander verbinden
- religiöse Sprache und Ausdrucksformen erproben
- Mitbestimmung erleben und Verantwortung übernehmen
Besonders prägend ist das Lernen in Gemeinschaft – durch Peer-to-Peer-Formate, jugendliche Teamer*innen, demokratische Aushandlungsprozesse und gemeinsame Aktionen.
So wird die Konfi-Zeit zu einem Erprobungsraum gelebten Christseins – mitten im Alltag junger Menschen.
Was Konfi-Arbeit ist…
Konfi-Arbeit ist mehr als Unterricht. Sie ist Gemeinde auf Zeit – ein Erfahrungsraum, in dem Jugendliche mit ihren Fragen, Zweifeln und Ideen ernst genommen werden.
Zur Konfi-Zeit gehören:
- biblische und theologische Impulse
- Gespräche über Lebens- und Glaubensfragen
- Gemeinschaftserfahrungen in der Gruppe
- spirituelle Angebote und Gottesdienste
- diakonische und sozialräumliche Aktionen
- erlebnispädagogische Formate wie Konfi-Camps
Konfi-Arbeit verbindet gelebte Glaubenspraxis mit theologischer Orientierung. Sie eröffnet Jugendlichen einen eigenständigen Zugang zum Evangelium – lebensweltlich, dialogisch und erfahrungsbezogen.
Sie ist offen für alle Jugendlichen – unabhängig von Herkunft, Familienform, Vorerfahrungen oder Taufe. Inklusion, Partizipation, Barrierefreiheit und die Wertschätzung vielfältiger Lebenswelten gehören zu ihrem Selbstverständnis.
Die Konfirmation – ein starkes Zeichen
Die Konfirmation ist der Höhepunkt der Konfi-Zeit. Sie ist persönlicher Segen, familiäres Fest und öffentliches Zeichen evangelischer Identität. Für viele Familien ist sie ein bedeutender biografischer Moment, der Generationen verbindet und weit über den Konfirmationstag hinauswirkt.
Jugendliche:
- empfangen den Zuspruch Gottes
- bekräftigen ihre Taufe oder lassen sich taufen
- sagen bewusst „Ja“ zu Glaube und Kirche
- werden als mündige Mitglieder mit Rechten und Pflichten angesprochen
Die Konfirmation wirkt über den Tag hinaus. Studien zeigen: Die Konfi-Zeit gehört zu den nachhaltigsten religiösen Erfahrungen im Lebenslauf vieler Menschen.
Was wir unterstützen…
Als Bildungsabteilung begleiten und fördern wir Konfi-Arbeit durch:
- Vernetzung innerhalb der EKD (z. B. mit der ALPIKA KA)
- Fachliche Impulse (z. B. „Glauben entfalten. Segen empfangen. Welt gestalten“)
- Konfi-Camps und innovative Formate (z. B. Netzwerk KonfiCamps e.V.)
- Projekte und Kampagnen wie #DeineKonfirmation oder die KonApp
- Materialien für die Praxis sind erhältlich über die Bildungsabteilung der EKD
Online-Veranstaltungen zur Konfi-Arbeit
Wenn das eigene Kind Konfi macht – Eltern neu in den Blick nehmen
30.9.2026 12–13 Uhr
Die Lebenswelt und der familiäre Hintergrund von Jugendlichen haben einen wesentlichen Einfluss darauf, wie sie ihre Konfi-Zeit erleben. Den Blick auf die Familien zu werfen ist deshalb mehr als ein „Zusatzangebot“ – sie kann ein wichtiger Baustein gelingender Konfi-Arbeit sein, insbesondere in Zeiten, in denen kirchliche Angebote zunehmend zielgruppenspezifischer ausgerichtet werden. Gleichzeitig lohnt es sich, Eltern nicht allein mit Blick auf ihre Kinder wahrzunehmen. Die Konfi-Zeit eröffnet eine besondere Gelegenheit, mit einer Altersgruppe in Kontakt zu kommen, die durch andere kirchliche Angebote häufig kaum erreicht wird. Wenn das eigene Kind Konfi wird, kann dies auch für Eltern ein Anlass sein, sich selbst mit Fragen nach Glaube, Kirche und der eigenen Lebensgeschichte auseinanderzusetzen. Doch wie kann eine solche Elternarbeit konkret aussehen? Antje Armstroff vom Religionspädagogischen Institut der EKHN und EKKW beleuchtet Aspekte in einem Impulsvortrag mit anschließender Diskussionsrunde.
Anmeldung: Online: Lunchbag Sessions „Mit Familien für Familien“
Der neue EKD-Grundlagentext zur Konfi-Arbeit: Vorstellung – Diskussion – Praxisrelevanz
29.10.2026 18–19:15 Uhr
„Glauben entfalten, Segen empfangen, Welt gestalten“: Unter diesem Titel veröffentlicht die EKD im Herbst 2026 erstmals seit knapp 30 Jahren wieder einen Grundlagentext zur Arbeit mit Konfirmand*innen. Hintergründe, Anliegen und Inhalte des Texts werden vorgestellt und diskutiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, welche Relevanz die Inhalte für die praktische Arbeit haben und wie der Grundlagentext in unterschiedlichen Kontexten erarbeitet werden kann. Prof. Dr. Wolfgang Ilg, Evangelische Hochschule in Ludwigsburg, und Diakonin Christine Poppe, Referentin für Religionspädagogik in der Bremischen Evangelischen Kirche, führen in den Grundlagentext ein.
Anmeldung: Zum Anmeldeformular
Empirische Erkenntnisse zur Konfi-Arbeit – Hintergründe zum EKD-Grundlagentext
16.11.2026 11–12 Uhr
Wie entwickelt sich die Arbeit mit Konfirmand*innen? Der neue EKD-Grundlagentext zur Konfi-Arbeit fußt an vielen Stellen auf empirischen Erkenntnissen. Daten aus der 3. bundesweiten Konfi-Studie sowie aus der 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung werden vorgestellt und diskutiert. Dazu gehört beispielsweise die Bedeutung der Konfirmation für die religiöse Sozialisation, die Entwicklung der Konfirmationsquoten oder die empirischen Erkenntnisse zu Jugendlichen, die zu Beginn ihrer Konfi-Zeit noch nicht getauft sind. Nach Rückfragen und Diskussion wird zudem gezeigt, wie mit dem Feedback-Tool „i-konf“ vor Ort eine eigene Befragung der Jugendlichen durchgeführt werden kann. Prof. Dr. Wolfgang Ilg, Evangelische Hochschule in Ludwigsburg, erläutert die aktuellen empirischen Erkenntnisse und ihre Auswirkungen auf die Konfi-Arbeit.
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