Neue Ehrenamtliche in der Krankenhausseelsorge
Menschen in gesundheitlichen Krisen begleiten, ihnen zuhören und Trost spenden − in der Krankenhausseelsorge übernehmen Ehrenamtliche wichtige Aufgaben, auf die sie gut vorbereitet sein wollen. In der Pfalz ist die ihre Ausbildung ökumenisch getragen. Jüngst wurden neun Absolvent*innen in den Dienst entsandt.
Oberkirchenrat Claus Müller sprach den fünf evangelischen und vier katholischen Ehrenamtlichen den Segen Gottes für ihren Dienst zu und dankte für ihre Bereitschaft, Menschen in oft schwierigen Lebenssituationen zu begleiten. „Gerade im Krankenhaus brauchen Patientinnen und Patienten Zeit, Begleitung und ein offenes Ohr“, sagte Müller. „Umso dankbarer bin ich für das Engagement der ehrenamtlich Seelsorgenden, das künftig noch wichtiger wird.“
Vorbereitet wurden die Ehrenamtlichen in einem achtmonatigen ökumenischen Ausbildungskurs der Evangelischen Kirche der Pfalz und des Bistums Speyer. Der Kurs verband theoretische Grundlagen mit praktischen Erfahrungen in der Klinikseelsorge. An sieben Samstagen setzten sich die Teilnehmenden unter anderem mit Gesprächsführung, dem Umgang mit Gefühlen, Hilflosigkeit, Trauer und Tod auseinander. Weitere Themen waren die eigene Rolle im System Krankenhaus, die Zusammenarbeit mit Hauptamtlichen sowie die Frage, wie seelsorgliche Gespräche auch in Glaubensfragen und bei biblisch-christlichen Themen geführt werden können.
Bereits nach der Hälfte des Theorieunterrichts sammelten die künftigen Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger erste Praxiserfahrungen in Patientengesprächen. Dabei wurden sie von hauptamtlichen Mentorinnen und Mentoren begleitet.
Zuhören und Gutes weitergeben
Mit ihrer Entsendung verpflichten sich die Ehrenamtlichen für zwei Jahre zum Dienst in der Klinikseelsorge. In der Regel sind sie einmal wöchentlich für zwei Stunden in einer Klinik im Einsatz. Die Kurskosten in Höhe von 350 Euro werden nach einem Jahr Tätigkeit vollständig von Landeskirche und Bistum erstattet. Auch nach Abschluss der Ausbildung bleiben die Ehrenamtlichen begleitet: Alle zwei Monate treffen sie sich zu Supervisionen.
„Wir sind in der Ausbildung sehr gut betreut worden. Ich hoffe, Patientinnen und Patienten mit viel Zeit zuhören und gute Dinge weitergeben zu können, die ich selbst erfahren habe“, sagt die neue Krankenhausseelsorgerin Ute Piroth-Kapp aus Kleinniedesheim. Die 68-jährige Protestantin und Physiotherapeutin freut sich auch darauf, ihre Kursgruppe bei den regelmäßigen Supervisionen wiederzusehen.
Regina Bleyer aus Bruchmühlbach-Miesau entschied sich für den Kurs, nachdem sie den Sterbeprozess ihrer Mutter begleitet hatte. „Da merkte ich, dass ich seelsorgerlich tätig sein kann. Durch den Kurs habe ich Methodik und die nötige Sicherheit dazu bekommen“, sagt die Katholikin, die viele Jahre als Erzieherin gearbeitet hat und im Ruhestand ein Ehrenamt übernehmen möchte.
Der nächste ökumenische Ausbildungskurs für ehrenamtliche Klinikseelsorgerinnen und Klinikseelsorger beginnt im September 2026. Fragen dazu beantwortet Pfarrer Martin Risch (Tel.: 0173 – 3 82 14 12; martin.risch@evkirchepfalz.de).
Text: Ingelore Dohrenbusch (Ev. Kirche der Pfalz)