Mobilisierungskraft christlicher Diskurse in der Corona-Pandemie

Empirische Analyse mit algorithmischer Inhaltsauswertung

Empirische Grafik 'Mobilisierungskraft'

Das Projekt geht von der These des Rudolf Stichweh aus, dass religiöse Deutungsangebote in der öffentlichen Wahrnehmung der Corona-Pandemie kaum eine Rolle gespielt haben. Um diese Annahme zu überprüfen, wurden Beiträge aus überregionalen Medien wie der Frankfurter Allgemeine Zeitung und Die Zeit sowie aus verschiedenen kirchlichen Publikationen ausgewertet. Das Projekt wurde von Dr. Constantin Plaul gemeinsam mit Ulrike Jurkschat im Rahmen des Digitalinnovationsfonds der Evangelische Kirche in Deutschland durchgeführt und von einem interdisziplinären Team aus sozialwissenschaftlichen und theologischen Mitarbeitenden begleitet. 

Die Ergebnisse zeigen ein differenzierteres Bild: Religiöse Stimmen waren in der Pandemie durchaus präsent und haben sich auf unterschiedliche Weise eingebracht. Sie reichten von theologischen Deutungen des Krisengeschehens über praktische Formen der Bewältigung wie Gebet und spirituelle Praxis bis hin zu Debatten über die Veränderungen kirchlicher Arbeit, etwa im Blick auf Gottesdienste und digitale Formate. Auch ethische Fragen und die Selbstverständigung von Kirche und Religion in der Krise spielten dabei eine wichtige Rolle. 

Das Projekt wird mit bis zu 29.318 Euro vom Digitalinnovationsfonds gefördert.