Westfälische Kirche gibt Orientierungshilfe für Umgang mit Muslimen

Bielefeld (epd). Die Evangelische Kirche von Westfalen hat ihre Gemeinden zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit Muslimen aufgerufen. Eine neue Orientierungshilfe solle dazu beitragen, den Dialog in religiösen Fragen zu versachlichen und das Zusammenleben zu verbessern, teilte die Kirche am Donnerstag in Bielefeld mit. Die Broschüre gibt Anregungen für multireligiöse Gebetsfeiern sowie Eheschließungen von christlichen und muslimischen Partnern. Außerdem werden Hilfen für den Umgang mit Muslimen in evangelischen Kindergärten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gegeben.

Gottesdienste oder Gebetsfeiern, in denen Christen und Muslime gemeinsam beten, werden in der Orientierungshilfe abgelehnt. Ein Muslim könne nur als Muslim und ein Christ nur als Christ beten, hieß es. "Eine gemeinsame Amtshandlung kann es deshalb nicht geben", sagte Kirchenrat Gerhard Duncker. Möglich seien dagegen sogenannte multireligiöse Feiern, in denen jede Religionsgemeinschaft ihre eigenen Gebete spricht. Auch die katholische Deutsche Bischofskonferenz hatte jüngst diese Haltung bekräftigt.

Die westfälische Kirche bekräftigte zudem, dass aus Kirchengebäuden keine Moschee werden dürften. Nordrhein-Westfalen sei das Bundesland mit dem größten Anteil von Muslimen, sagte Duncker weiter. Die Broschüre mit dem Titel "Christen und Muslime – Eine Orientierungshilfe für die evangelischen Gemeinden in Westfalen" kann auf der Internetseite der westfälischen Kirche heruntergeladen werden.

28. Februar 2008

Die Orientierungshilfe der Evangelischen Kirche von Westfalen als pdf-Datei