Leihmutterschaft: Verletzlichkeit von Frauen und Kindern verdient besonderen Schutz
Leihmutterschaft, insbesondere ihre kommerzielle Form, verletzt in vielen Fällen die Würde von Menschen. Dabei geht es nicht nur um wirtschaftliche Ausbeutungslagen armer Menschen durch Wohlhabende, sondern auch um mögliche seelische Belastungen für die Frauen, die ein Kind austragen und es nach der Geburt abgeben sollen. Hinzu kommt das grundlegende Problem, dass ein Kind zum Gegenstand vertraglicher Vereinbarungen wird. Das Recht des Kindes auf Schutz und Unversehrtheit als auch der Schutz der Mütter wiegt dabei immer schwerer als der Leidensdruck eines unerfüllten Kinderwunsches. Ihre Verletzlichkeit verdient besonderen Schutz.
Als Kirche sehen wir gleichwohl die Not von Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch. Der Wunsch nach einem Kind ist mehr als eine beliebige Lebensoption; er gehört zu den tiefen Sehnsüchten vieler Menschen. Dennoch kann solche Not kein Unrecht als kalkuliertes Risiko in Kauf nehmen. Zugleich erinnert uns diese Debatte an eine grundlegende Einsicht: Nicht alle unsere Wünsche sind erfüllbar. Kinder erscheinen in der Bibel nicht lediglich als Bestandteil menschlicher Lebensplanung, sondern immer auch als Gabe und Verheißung. Die Erzählungen von Sara, Abraham und Isaak und vielen anderen machen deutlich, dass Leben sich dem menschlichen Entschluss entzieht. Kinder wurden und werden bis heute – trotz aller Fortschritte in der Reproduktionsmedizin – als Geschenk erfahren.“