United4Rescue übergibt Segel von Rettungsschiff an Flüchtlingsbischof

United4Rescue hat ein Segelstück des neuen Rettungsschiffs Humanity 2 an Bischof Dr. Christian Stäblein, den Beauftragten der EKD für Flüchtlingsfragen, übergeben. Das Segelschiff wird ab dem Sommer im Mittelmeer operativ sein.

Von links nach rechts: Bischof Dr. Christian Stäblein, Nina Geisler (SOS Humanity), Vera Kannegießer (United4Rescue).

Am 2. Juni 2026 wurde ein Stück Segel des neuen Rettungsschiffs Humanity 2 feierlich an Bischof Dr. Christian Stäblein, Beauftragter der EKD für Flüchtlingsfragen und Bischof der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), übergeben. Das Segelschiff von SOS Humanity wird ab dem Sommer im Mittelmeer operativ sein, und der erste Einsatz wird von United4Rescue finanziert. Das Segeltuch wird künftig bei Open-Air-Gottesdiensten als Tücher für Altar, Lesepult und Kanzel genutzt.

„Wir lassen Menschen in Not nicht allein. Punkt.“

Christian Stäblein Beauftragter der EKD für Flüchtlingsfragen

„Jeden Tag sterben Menschen bei dem Versuch, Not, Krieg und Verfolgung zu entkommen. In diesem Segel sehe ich eine Verpflichtung, uns als Kirche weiter für jeden Einzelnen einzusetzen. Mitten in unseren Kirchenschiffen mahnt es uns, hinzusehen, wo Menschen in Not sind, sei es im Mittelmeer, in den Ländern, aus denen sie aus Verzweiflung aufbrechen, oder in Abschiebelagern, in denen sie unseren Blicken entzogen werden“, so Bischof Stäblein. „Als Tücher für Altar und Kanzel erinnert uns das Segel daran, dass wir Verantwortung füreinander haben: Wir lassen Menschen in Not nicht allein. Punkt.“, sagte der Flüchtlingsbeauftragte der EKD.

Segelschiff für die Seenotrettung im Mittelmeer: Humanity 2

„Segelschiffe wie die Humanity 2 sind kostengünstig, umweltfreundlich und flexibel“, sagt Nina Geisler, Geschäftsführerin von SOS Humanity. „Die Crew kann im Ernstfall bis zu 100 Flüchtende an Bord nehmen oder Boote stabilisieren, bis größere Rettungsschiffe eintreffen. Die Humanity 2 wird vor allem auf der Tunesien-Route im Einsatz sein, wo viele seeuntaugliche Boote spurlos verschwinden.“

Vor kurzem erklärte der Präsident des Italienischen Roten Kreuzes im italienischen Fernsehen, seine Organisation gehe von einer Dunkelziffer von bis zu 200.000 Toten im Mittelmeer seit 2016 aus. Diese Zahl ist fast zehnmal höher als bisherige Schätzungen, beispielsweise die der Internationalen Organisation für Migration (ca. 25.000).

Neues Bündnisschiff wichtiger denn je

„Der Anfang von 2026 war der tödlichste Jahresanfang seit Beginn der Aufzeichnungen“, betonte Vera Kannegießer, Geschäftsführerin von United4Rescue. „Die Schätzung des Roten Kreuzes bestätigt, was wir bereits wissen: Die Dunkelziffer der Toten ist massiv höher. Deshalb ist unser neuestes Bündnisschiff, die Humanity 2, wichtiger denn je.“