Zahlen und Fakten zu Kirchenmitgliedern

Statistik zur Evangelischen Kirche in Deutschland

Deutschland ist nach wie vor ein christlich geprägtes Land. Ende 2015 gehört der größte Teil der Bevölkerung – rund 60 Prozent – einer christlichen Kirche an. Allein zur Evangelischen Kirche in Deutschland zählen 22,3 Millionen Menschen.

Hände mit Kreuz.

Die evangelische Kirche ist durch die Reformation aus der alten Kirche hervorgegangen und versteht sich als Zweig der weltweiten Christenheit. Etwa gleich groß ist hierzulande die Römisch-Katholische Kirche. Daneben sind vor allem die orthodoxen Kirchen und die evangelischen Freikirchen von Bedeutung. Mitglied in einer Kirche wird man durch die Taufe.

Geschichtliche Entwicklung

Noch Anfang des 20. Jahrhunderts gehörten nahezu alle Deutschen einer christlichen Kirche an. Später gab es in Zeiten gesellschaftlicher Umwälzungen wiederholt größere Austrittsbewegungen, so in der Weimarer Republik, während der NS-Diktatur, aber auch nach der Wiedervereinigung Deutschlands Anfang der 1990er Jahre. In der DDR hatte oft politischer Druck zu Kirchenaustritten geführt, Taufen von Kindern unterblieben. Bis heute ist die kirchliche Bindung in West- und Ostdeutschland sehr unterschiedlich ausgeprägt.

„Es ist die Kirche mit ihren Mitgliedern, die die wunderbare Botschaft des Evangeliums durch die Zeiten trägt.“

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (l.). ueberreicht die Martin-Luther-Medaille der EKD an Kardinal Karl Lehmann.
Heinrich Bedford-Strohm Vorsitzender des Rates der EKD

Gegenwärtig ist ein Rückgang der Gemeindegliederzahlen auch auf die negative Bevölkerungsentwicklung zurückzuführen. Die Anteile der Konfessionslosen und der Angehörigen anderer Religionen sind in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland gestiegen. Gleichwohl haben sich im ganzen Land volkskirchliche Strukturen erhalten. Kinder christlicher Eltern wachsen in der Regel durch die Taufe weiterhin in die Kirche hinein. In Bildung und Erziehung, ebenso bei der Kultur und den sozialen Diensten spielen die Kirchen eine bedeutende Rolle. Die christliche Sozialethik leistet nach wie vor einen wesentlichen Beitrag zur humanen Gestaltung des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft. Die Evangelische Kirche in Deutschland ist und bleibt – selbst da, wo sie eine Minderheit bildet – eine Kirche für das ganze Volk.

Quelle: EKD-Statistik „Äußerungen des kirchlichen Lebens 2015“

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Cover Broschüre 'gezählt' - Daten und Fakte zum kirchlichen Leben

gezählt. Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben

EKD-Statistik Broschüre 2016