Bedford-Strohm warnt vor Antisemitismus und Islamophobie

Der EKD-Ratsvorsitzende ruft zu mehr gegenseitigem Respekt und friedlicher Verständigung auf

Modell des Houses of One

House of One - Modell

Berlin (epd). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, ruft anlässlich der Grundsteinlegung des Mehrreligionenhauses „House of One“ in Berlin zu mehr gegenseitigem Respekt und friedlicher Verständigung auf. Das Projekt setze gerade jetzt ein wichtiges Zeichen, sagte der Theologe dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“.

„Antisemitismus und Islamophobie nehmen zu. Aber sie führen in die Irre, weil sie Hass schüren und potentiell in Gewalt münden. Der einzig zukunftsfähige Weg für ein friedliches Zusammenleben ist der Weg der Toleranz und des Dialogs“, sagte Bedford-Strohm. Es sei kein Verwischen der Unterschiede zwischen den Religionen, sondern es sei der Weg des Umgangs mit diesen Unterschieden, der von Respekt und Wertschätzung geprägt wäre.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sagte dem RND, „gerade in diesen Zeiten“ würden mehr denn je interreligiöse Kooperationen wie das „House of One“ benötigt. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sagte dem RND: „Das Projekt fördert das Gespräch der Religionen miteinander anstatt übereinander.“ Dieser religiöse Austausch auf Augenhöhe sei derzeit wichtiger denn je.

Die Generalsekretärin von „Religions for Peace“, Azza Karam, hat das künftige „House of One“ in Berlin als mutiges Projekt gewürdigt. Ziel des Berliner „House of One“ müsse eine Normalisierung der religiös-inspirierten Verständigung zwischen Juden, Christen und Muslimen sein, sagte Karam. Zudem solle es für ein wachsendes Verständnis für die gelebten Realitäten der Gläubigen sorgen. Auch gemeinsame spirituelle Feiern der drei abrahamitischen Glaubenstraditionen könnten folgen. „Es sollte ein Geist des gegenseitigen Respekts zwischen Deutschen und anderen Gläubigen entstehen“, sagte die Generalsekretärin. Die Einheit der Zivilgesellschaft könne hier vorgelebt werden und das Haus einer friedlichen Verständigung auch mit Menschen dienen, die keiner Glaubenstradition angehören.

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