Beteiligungsforum berät über BeNe, Anerkennungsleistungen und Aufarbeitung
„Betroffene brauchen Infos aus Betroffenensicht“
Drei Themen widmete sich das Beteiligungsforum der EKD und der Diakonie (BeFo) auf seinem zweitägigen Treffen in Wolfsburg im September besonders intensiv: der Zukunft der Vernetzungsplattform BeNe, der Orientierungshilfe für die Anerkennungsleistungen und den ersten Arbeitsberichten der Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommissionen (URAKs).
Das 2024 gestartete Betroffenen-Netzwerk BeNe war nach einem Hackerangriff im Juli 2026 abgeschaltet worden. Zwei Sicherheitslücken in der Software »WordPress« für die Inhaltsverwaltung ermöglichten automatisierte Angriffe auf alle damit gebauten Webseiten. Auch bei BeNe sind Daten in codierter Form abgeflossen, allerdings erscheint eine Entschlüsselung dieser Daten nach gegenwärtigem Kenntnisstand technisch kaum möglich. Eine forensische Untersuchung läuft und die Sicherheitslücken sind inzwischen geschlossen. In der Diskussion über die Frage, wann und wie BeNe wieder ans Netz geht, herrschte im BeFo schnell Einigkeit: »Betroffene«, so BeFo-Mitglied Matthias Schwarz, »brauchen Infos aus Betroffenensicht.« Wie genau die Informationsseite gestaltet sein soll und welche interaktiven Elemente dort eingebaut werden können, soll nun zeitnah eine vom BeFo beauftragte Task Force »Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Betroffenen« erarbeiten.
Die Orientierungshilfe, die mit fiktiven Beispielfällen die Arbeit der Anerkennungskommissionen erleichtern soll (siehe Forum-Bulletin 11), war in einer ersten vom BeFo im Februar verabschiedeten Fassung von der Kirchenkonferenz und vom Ausschuss Diakonie im Grundsatz begrüßt worden. Beide Gremien baten aber in einzelnen Punkten um eine Überarbeitung. In den vergangenen Monaten gab es dazu verschiedene Vorschläge, die – so haben es BeFo, Kirchenkonferenz und Ausschuss Diakonie beschlossen – in einem präsentischen Treffen mit Vertreter*innen aus der Betroffenengruppe und der kirchlich Beauftragten im BeFo, Vorsitzenden der Anerkennungskommissionen sowie Mandatierten aus Kirchenkonferenz und Diakonie in eine finale Version gegossen werden soll.
Nachdem acht von neun der in 2025 gegründeten URAKs ihre ersten Arbeitsberichte abgegeben haben – Mitteldeutschland fehlt noch –, zeigt sich ein heterogenes Bild (Übersicht hier): Während einige Verbünde bereits konkrete Projekte initiiert haben, sind andere noch dabei, ihre Arbeitsgrundlagen und Prozesse zu organisieren. Die Fachstellen von EKD und Diakonie wurden vom BeFo gebeten, zusammen mit den Geschäftsstellen der URAKs an Lösungen für die auch aus den Berichten hervorgehenden Herausforderungen zu arbeiten (siehe dazu auch das Interview mit Helmut Perron, dem URAK-Vorsitzenden im Verbund Südwest).
Nachdem Kirchenkonferenz und Ausschuss Diakonie dem Konzept einer Ombudsstelle zugestimmt haben, das das BeFo im Juni verabschiedet hatte (siehe ForuM-Bulletin 12), haben die Fachstellen der EKD und der Diakonie nun mit dem Vergabeverfahren begonnen. Das BeFo schloss sich den vorgestellten Auswahlkriterien an: Gesucht werden Fachberatungsstellen, die nicht in kirchlicher oder diakonischer Trägerschaft arbeiten, möglichst fünf Tage pro Woche erreichbar sind und eine breite Zielgruppe ansprechen.
Abschließend skizzierte die BeFo-Arbeitsgruppe zur Erarbeitung einer neuen Gewaltschutzrichtlinie das weitere Vorgehen zu diesem zentralen Punkt des ForuM-Maßnahmenplans. Die Arbeit an den zentralen Novellierungsinhalten komme gut voran, über den Herbst werde in verschiedensten Gremien Feedback eingeholt, um möglichst viele Perspektiven schon vor dem offiziellen Stellungnahmeverfahren der Landeskirchen im kommenden Jahr aufzunehmen.