BeNe - BetroffenenNetzwerk

Hier finden Sie aktuelle Informationen zum Sicherheitsvorfall auf der Vernetzungsplattform BeNe.

Häufige Fragen

 

Sehr geehrte Nutzer*innen von BeNe,

der Sicherheitsvorfall im BetroffenenNetzwerk „BeNe“ hat bei vielen Nutzer*innen große Verunsicherung, Sorgen und möglicherweise auch Ängste ausgelöst. Uns ist bewusst, dass dieser Vorfall Ihr Vertrauen erschüttert und die bestehende Ungewissheit für viele Betroffene besonders belastend sein kann. Ihre Sorgen, Ängste und offenen Fragen sind für uns sehr nachvollziehbar – wir nehmen Ihre Rückmeldungen sehr ernst und möchten Ihnen mit größtmöglicher Offenheit, Sensibilität und Verlässlichkeit begegnen. Gleichzeitig arbeiten wir mit hoher Priorität daran, den Vorfall umfassend aufzuklären.

Die Fragen, die uns zu diesem Sicherheitsvorfall erreicht haben, wollen wir mit dem folgenden FAQ beantworten.

Sollten Sie darüber hinaus weitere Fragen haben oder Unterstützung benötigen, müssen Sie damit nicht allein bleiben. Bitte wenden Sie sich an info@ekd.de oder unter praevention@ekd.de an die Fachstelle Sexualisierte Gewalt der EKD.

Allgemeine Fragen zum Vorfall

  • Was ist genau passiert?

    Es hat einen Zugriff von Unbefugten auf Daten und Informationen des BetroffenenNetzwerks „BeNe“ gegeben. Der Zugriff wurde möglich durch eine Sicherheitslücke im Content-Management-Systems (CMS) WordPress. Von dem Sicherheitsvorfall waren Millionen Seiten weltweit betroffen. Zuvor hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf die Sicherheitslücke von WordPress aufmerksam gemacht und eine entsprechende Warnung verbreitet.

  • Welche Maßnahmen wurden ergriffen?

    Der IT-Dienstleister, der im Auftrag der EKD die Plattform BeNe betreut, hat die Sicherheitslücke mit den von WordPress bereitgestellten Updates geschlossen, eine umfassende Sicherheitsprüfung eingeleitet und die Plattform offline gestellt. Protokolldaten, Nutzer*innenkonten, Serverprozesse und den Servercode wurden umfassend auf Manipulation untersucht. Dabei haben sich keine Hinweise ergeben, dass Inhalte der Plattform manipuliert oder zusätzlicher Schadcode dauerhaft auf dem System hinterlassen wurde. Nutzer*innen, die mit einer E-Mail-Adresse bei BeNe registriert waren, haben über das System eine Mail zum Sicherheitsvorfall erhalten, in der über den Vorfall informiert, auf weitere Informationen auf der Website hingewiesen und Sicherheitshinweise gegeben wurden.

    Über den aktuellen Stand der Untersuchung wird kontinuierlich auf der offline geschalteten Plattform BeNe sowie auf der Internetseite der EKD informiert. Die EKD nimmt die Unterstützung eines unabhängigen, externen Forensikers in Anspruch.

    Außerdem haben die EKD und der IT-Dienstleister Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

  • Welche Daten sind betroffen?

    Nach aktuellem Stand gehen wir vorsorglich davon aus, dass die Daten umfassend abgeflossen sind, und handeln auf dieser Grundlage. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Inhalte der Plattform manipuliert oder zusätzlicher Schadcode dauerhaft auf dem System hinterlassen wurde.

  • Sind private Foren und Nachrichten betroffen?

    Wir müssen vorsorglich davon ausgehen, dass die Daten von privaten Foren und privaten Nachrichten in verschlüsselter Form ebenfalls betroffen sind. Allerdings ist nach gegenwärtigem Kenntnisstand bei ausreichend starken Passwörtern eine Entschlüsselung der gespeicherten Daten aus den privaten Bereichen nur mit extremem technischem und finanziellem Aufwand verbunden.

  • Erfolgte der Zugriff über die Administratoren-Accounts?

    Nein, der Angriff erfolgte nicht über die bestehenden Administratoren-Accounts, sondern durch das Zusammenspiel verschiedener Sicherheitslücken auf WordPress. Es waren weder Admin-, Moderations- noch Nutzer-Passwörter erforderlich, um die Sicherheitslücke auszunutzen. Dennoch wurden sämtliche Admin-Passwörter nach dem Angriff geändert.

  • War das ein gezielter Angriff auf „BeNe“ und die Daten der Nutzer*innen?

    Nein, nach unserem aktuellen Wissensstand war das kein gezielter Angriff auf BeNe. Die Hacker haben vermutlich weltweit die Lücke automatisiert auf Millionen WordPress-Webseiten ausgenutzt. Schätzungen von IT-Sicherheitsunternehmen zufolge sind weltweit Millionen WordPress-Websites unmittelbar gefährdet gewesen – darunter auch BeNe. Durch die Sicherheitslücke wurden auf der BeNe-Plattform neue Administratoren-Accounts angelegt und die Daten der Seite heruntergeladen.

  • Warum war BeNe nicht besser geschützt?

    BeNe ist und war auf einem sehr hohen Standard verschlüsselt und geschützt. Noch vor Inbetriebnahme der Plattform gab es eine externe Datenschutzfolgeabschätzung und zwei IT-Sicherheitsprüfungen der Plattform.

    Die auf BeNe verwendeten Verfahren orientieren sich an den Empfehlungen des BSI. Daher ist nach gegenwärtigem Kenntnisstand bei ausreichend starken Passwörtern eine Entschlüsselung der gespeicherten Daten aus dem privaten Bereich nur mit extremem technischem und finanziellem Aufwand verbunden.

  • Warum war BeNe am Vormittag des 04.08.2026 erneut nicht erreichbar?

    Für die umfassende Aufklärung des Vorfalls wird eine externe forensische Untersuchung durchgeführt. Im Rahmen dieser Untersuchung musste der Server vorübergehend heruntergefahren werden.

  • Wann kann ich auf BeNe wieder zugreifen?

    Die Vernetzungsplattform „BeNe“ ist bis auf Weiteres offline. Wie und unter welchen Voraussetzungen die Plattform künftig fortgeführt werden kann, wird im Beteiligungsforum beraten. Dabei geht es nicht nur um technische Fragen, sondern auch um die zukünftige Ausrichtung, die Sicherheit und die Bedürfnisse der Betroffenen. Sobald verlässliche Ergebnisse vorliegen, werden wir darüber informieren. Bis dahin bitten wir um Verständnis, dass noch kein konkreter Zeitpunkt genannt werden kann.

Sorgen und Unsicherheiten von Nutzer*innen

  • Warum habe ich eine E-Mail von BeNe bekommen?

    Nach Bekanntwerden der Sicherheitslücke wurde über das System eine Warnung per Mail an alle Nutzer*innen verschickt. Diese haben alle erhalten, die auf der Plattform mit einer E-Mail-Adresse registriert sind. Der Versand dieser E-Mail ist gesetzlich bei Sicherheitsvorfällen so vorgeschrieben. Nutzer*innen, deren Account nicht mit einer E-Mailadresse hinterlegt ist, da sie nur das öffentliche Forum genutzt haben, haben keine automatische Benachrichtigung erhalten.

  • Wer hat jetzt meine Daten?

    Wer den Angriff auf die Seite ausgeführt hat, ist bislang unbekannt. Die EKD hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet und einen externen Forensiker hinzugezogen. Nach aktuellem Stand gehen wir davon aus, dass der Angriff automatisiert erfolgt ist. Wir müssen also vorsorglich davon ausgehen, dass ein Großteil der Daten von BeNe abgeflossen ist, darunter gehashte Passwörter sowie verschlüsselte private Nachrichten und Foreneinträge.

  • Was können die Hacker mit den Daten machen?

    Der überwiegende Teil dieser Daten ist entweder verschlüsselt oder als Hash (unumkehrbare Prüfwerte) gespeichert. Dies gilt sowohl für private Passwörter als auch für die Inhalte aus den privaten Foren und Nachrichten. Das bei BeNe verwendete Passwort-Verfahren entspricht einem sehr hohen Sicherheitsstandard, wie er auch vom BSI empfohlen wird. Das bedeutet: Sofern das Passwort der einzelnen Nutzer*innen ausreichend stark war, ist die Entschlüsselung der gespeicherten Daten aus dem privaten Bereich nur mit erheblichem technischen und finanziellen Aufwand verbunden und in der Praxis extrem unwahrscheinlich.

    Der Vorfall wird weiter untersucht. Sobald verlässliche neue Erkenntnisse vorliegen, werden die Nutzer*innen verständlich und transparent informiert.

    Uns ist bewusst, dass diese Information Sorgen auslösen kann. Deshalb unterscheiden wir sorgfältig zwischen bestätigten Erkenntnissen und möglichen Risiken. Wir möchten weder etwas verharmlosen noch durch Vermutungen zusätzliche Angst auslösen.

  • Was passiert, wenn die Hacker meine Daten entschlüsseln und veröffentlichen?

    Zunächst einmal ist festzuhalten, dass die Entschlüsselung der Daten bei ausreichend starkem Passwort technisch extrem aufwendig ist und mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden wäre. Für den Fall, dass Betroffene dennoch mit Daten unter Druck gesetzt werden sollten, können sie sich selbstverständlich an die EKD wenden, die in Absprache mit den Betroffenen eine unabhängige juristische Beratung vermittelt.

  • Kann auch unregistrierten, also nur lesenden Nutzer*innen ein Schaden entstanden sein?

    Nach aktuellem Kenntnisstand hat das System keinen Schadcode verbreitet. Wenn Sie BeNe ohne Registrierung genutzt haben, kann Ihnen daher kein Schaden entstehen.

  • Gibt es Erkenntnisse dazu, wie viele Nutzer*innenkonten einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind?

    Nein. Eine individuelle Risikobewertung einzelner Nutzer*innenkonten ist derzeit nicht möglich.

  • Kann die EKD nun meine Nachrichten lesen und meinen Account sehen?

    Nein. Die EKD hat auch weiterhin keinerlei Zugriff auf die gespeicherten und verschlüsselten Datensätze und kann somit keine Daten einsehen. Das heißt, dass die EKD keine privaten Beiträge, Nachrichten oder E-Mail-Adressen lesen kann. Auch der IT-Dienstleister kann die verschlüsselten Inhalte nicht lesen.

Fragen zu Passwörtern

  • Nach welchen Kriterien mussten Passwörter bei BeNe angelegt werden?

    Bei BeNe waren systemseitig Passwort-Regeln hinterlegt, die den empfohlenen BSI-Standards entsprechen:  

    • Mind. 12 Zeichen
    • Mind. 1 Großbuchstabe
    • Mind. 1 Kleinbuchstabe
    • Mind. 1 Zahl
    • Mind. 1 Sonderzeichen

     

    Die Passwörter wurden von den Nutzer*innen selbst gewählt.

    Hier gelangen Sie zu den empfohlenen Passwort-Standards des BSI.

  • Wie werden die Passwörter bei BeNe verschlüsselt?

    Dafür wird das sogenannte Hashing verwendet. Beim Hashing wird aus einem Passwort ein nicht umkehrbarer Prüfwert erzeugt. Dabei wird lesbarer Text in eine völlig andere Zeichenkette mit einer bestimmten Länge verwandelt. Das ursprüngliche Passwort wird nicht gespeichert. Das eingesetzte Verfahren mit bcrypt 12 und individuellem Salt gilt als ein etabliertes und leistungsfähiges Verfahren zum Schutz gespeicherter Passwörter.

  • Wurde systemseitig sichergestellt, dass die Mindestanforderungen an ein Passwort von Nutzer*innen nicht umgangen werden konnte?

    Nach derzeitigem Kenntnisstand war dies systemseitig sichergestellt. Ein Passwort musste mindestens zwölf Zeichen lang sein und Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten. Wenn ein*e Nutzer*in auf der Plattform ein Passwort anlegen wollte, das nicht den Anforderungen entsprach, erfolgte systemseitig eine Fehlermeldung und das Speichern war nicht möglich. Das haben Prüfungen des IT-Dienstleisters zum Start der Plattform und aktuelle Untersuchungen gezeigt.

    Der Gruppe der Betroffenen liegen allerdings auch andere Rückmeldungen von Nutzer*innen vor. Demnach sei es teilweise möglich gewesen, deutlich einfachere Passwörter zu verwenden. Stichprobenartige Tests konnten dies bislang nicht bestätigen.

    Selbst bei einer möglichen Verwendung einfacherer Passwörter bedeutet das nicht automatisch, dass Passwörter entschlüsselt oder private Inhalte gelesen wurden.

    Trotzdem empfehlen wir allen Nutzer*innen: Wenn Sie Ihr BeNe-Passwort auch für andere Internetseiten oder Dienste genutzt haben, ändern Sie es dort bitte vorsorglich. Verwenden Sie für jeden Zugang ein eigenes Passwort.

  • Woher weiß ich, ob mein Passwort „ausreichend sicher“ war?

    Bei der Passwortgenerierung galten die aktuellen Vorgaben und Empfehlungen des BSI: mindestens 12 Zeichen mit Groß und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen. Dadurch wird das Erraten gespeicherter Passwort-Hashes erheblich erschwert und ist nach derzeitigem Kenntnisstand mit erheblichem technischem und finanziellem Aufwand verbunden.

    Ein ausreichend starkes Passwort erfüllt allerdings nicht nur diese formalen Mindestanforderungen, sondern ist zusätzlich auch nicht leicht zu erraten (wie etwa naheliegende Wörter oder Muster wie „Passwort123!“). Passwörter sollten außerdem immer nur für einen Zweck verwendet werden, also nicht auf verschiedenen Seiten.

    Ein Passwort wie „Passwort123!“ erfüllt zwar formal die Mindestkriterien, gilt im Sinne dieser Definition jedoch nicht als „ausreichend stark“. Darüber hinaus sollte verbreitetes Musterverhalten vermieden werden, das Passwörter vorhersagbar macht. Hierzu zählen insbesondere Passwörter, bei denen der einzige Großbuchstabe am Anfang steht und das einzige Sonderzeichen am Ende.

  • Was kann ich tun, wenn ich kein starkes Passwort hatte?

    Aktuell wissen wir noch nicht, was mit den heruntergeladenen Daten passiert und ob diese überhaupt in irgendeiner Form verwendet werden. Wenn Sie ihr BeNe-Passwort auch für andere Zwecke und auf anderen Seiten verwendet haben, sollten sie das Passwort dort ändern. Grundsätzlich sollte dasselbe Passwort nicht für mehrere Anwendungen verwendet werden, weil ein Datenleck dann gleich mehrere Konten gefährdet.

    Ein wichtiger Hinweis: Öffnen Sie keine verdächtigen Links und Anhänge in E-Mails und Nachrichten und geben Sie keine Zugangsdaten weiter. Weder BeNe noch die EKD werden Sie im Zusammenhang mit diesem Vorfall per E-Mail nach Ihrem Passwort fragen. Bitte seien Sie achtsam, wenn Sie E-Mails von unbekannten Absendern erhalten.

Technische Begriffe

  • Was ist WordPress und welche Verbindung besteht zu BeNe?

    WordPress ist ein Content-Management-System (CMS). Das ist eine Software, mit der Websites und Online-Plattformen erstellt und verwaltet werden. Weltweit wird WordPress für über 100 Millionen Webseiten genutzt. Auch für BeNe wurde WordPress als Software verwendet.

  • Was bedeutet der “BSI-Score” 9,8?

    Der Wert bezieht sich auf den internationalen CVSS-Score, der technische Schwachstellen auf einer Skala von 0,0 bis 10,0 bewertet. Das BSI zitiert CVSS-Einstufungen zur Lücke mit Werten von 7,5 – 9,8 und stellt bei der genutzten Sicherheitslücke auf einen Wert von 9,8 ab. Der Wert ist sehr hoch, weil die zugrunde liegende Schwachstelle in WordPress von Fachleuten für alle WordPress-Seiten als sehr kritisch bewertet wurde. Die Bewertung trifft keine Aussage zu den zusätzlichen Sicherheitsstandards der BeNe-Plattform. Der Score trifft somit keine Aussage darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass die BeNe-Daten entschlüsselt werden können.

Kontakt

Wenn Sie nach dem Lesen dieser FAQ noch Fragen haben oder konkrete Unterstützung benötigen, wenden Sie sich bitte direkt an info@ekd.de oder unter praevention@ekd.de an die Fachstelle Sexualisierte Gewalt der EKD.

Die EKD informiert außerdem über die bekannte URL von BeNe sowie über die Homepage der EKD über aktuelle Entwicklungen.