Bischof Bedford-Strohm fordert politische Parteien zum Kompromiss auf

Heinrich Bedford-Strohm teile seine Aufforderung vor der in Amberg tagenden Landessynode mit

Heinrich Bedford-Strohm
Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm fordert die Parteien auf, kurzfristige politischen Interessen oder Partei-Interessen zurückzustellen, um einen Kompromiss zu ermöglichen.

Amberg (epd). Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat die politischen Parteien eindringlich zum Kompromiss aufgefordert. Um zu einer funktionsfähigen Regierung zu kommen, sei jetzt das Zurückstellen von kurzfristigen politischen Interessen oder Partei-Interessen gefordert, sagte Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, vor der in Amberg tagenden Landessynode.

Diese Bereitschaft müsse auch von der jeweiligen Parteibasis aufgebracht werden, wenn sie über Verhandlungsergebnisse entscheiden müsse, unterstrich der Theologe. Es sei ethisch problematisch, „wenn am Ende etwa Schlechtes herauskommt, weil das relativ Gute um des absolut Guten willens abgelehnt wird“. Demgegenüber sei ein Kompromiss besser, weil er Schritte in „Richtung des Guten“ ermögliche, sagte der Bischof.

Nach dem Aus der Jamaika-Sondierungsgespräche zwischen CDU, CSU, FDP und Grünen ist eine Regierungsbildung neun Wochen nach der Bundestagswahl derzeit nicht in Sicht. Möglich wären unter anderem eine erneute große Koalition zwischen CDU/CSU und SPD, eine Minderheitsregierung oder Neuwahlen.