Deutsch-Polnischer Gottesdienst zum Gedenken an den Beginn des Zweiten Weltkrieges geplant

Beschluss des Deutsch-Polnischen Kontaktausschusses

Der deutsch-polnische Kontaktausschuss von EKD und polnischem ökumenischem Rat

In seiner ersten Sitzung dieses Jahres besuchte der Deutsch-Polnische Kontaktausschuss am 10. April auch das Bibeldorf in Rietberg. V.l.: Pfarrer Dietrich Fricke, Geschäftsführer des Bibeldorfes, Marta Brudny, Dolmetscherin, Präses Dr. h. c. Annette Kurschus, Bischof Jerzy Samiec, Oberkirchenrat Dirk Stelter, Pfarrer Dr. Grzegorz Giemza, Dr. Björn Corzilius, persönlicher Referent von Präses Kurschus.

80 Jahre nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 werden Polen und Deutsche in einem ökumenischen Gottesdienst am 31. August 2019 in der Trinitatiskirche in Warschau gemeinsam des Beginns des Zweiten Weltkriegs gedenken. Das beschloss der Deutsch-Polnische Kontaktausschuss, der zur ersten Sitzung dieses Jahres am 9. und 10. April in Bielefeld zusammenkam. Von deutscher Seite gehören ihm die stellvertretende Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Dr. h. c. Annette Kurschus, und der Referent für Mittel-, Ost- und Südosteuropa im Kirchenamt der EKD, Oberkirchenrat Dirk Stelter, an, von polnischer Seite der Präsident des Polnischen Ökumenischen Rates, Bischof Jerzy Samiec, und dessen Direktor, Pfarrer Dr. Grzegorz Giemza.

In der Feier am 31. August werden neben Präses Dr. h. c. Kurschus und Bischof Samiec weitere Vertreterinnen und Vertreter der EKD und der Mitgliedskirchen des Polnischen Ökumenischen Rates mitwirken. „Mit unserem Gottesdienst“, so Kurschus, „werden wir ein starkes Zeichen der Verbundenheit unserer Kirchen setzen. Gemeinsam wollen wir der Leiden des Zweiten Weltkrieges gedenken, die vor 80 Jahren von Deutschland ausgingen, aber auch unseren Dank für die Schritte der Versöhnung vor Gott bringen, die wir in den vergangenen Jahrzehnten miteinander gehen konnten. Beides wird uns Kirchen daran erinnern, welche Verantwortung auch wir für unsere Länder und die Zukunft Europas tragen.“

Gegründet wurde dieses Begegnungs- und Beratungsgremium zwischen dem Polnischen Ökumenischen Rat und der EKD im Jahr 1974 – als ein Resultat der 1965 veröffentlichten EKD-Denkschrift „Die Lage der Vertriebenen und das Verhältnis des deutschen Volkes zu seinen östlichen Nachbarn“ („Ostdenkschrift“). Seitdem hat der Ausschuss immer wieder Impulse zur Versöhnung zwischen Deutschen und Polen gegeben – sowohl in der Zeit des Kalten Krieges als auch während der politischen Wende 1989/90 als auch vor und nach dem Beitritt Polens in die Europäische Union 2004 und zum Schengen Abkommen 2007.