Diakonisch-gemeindepädagogischer Dienst
Gemeinsame Standards der fachschulischen Qualifikation
Der diakonisch-gemeindepädagogische Dienst umfasst zentrale Arbeitsfelder kirchlicher Praxis, etwa die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, mit Familien oder in diakonischen Projekten. Mitarbeitende verbinden dabei pädagogische, soziale und theologische Tätigkeitsfelder.
Die fachschulischen Ausbildungswege in diesem Bereich haben sich historisch sehr unterschiedlich entwickelt und waren bislang nur schwer vergleichbar. Dadurch war die Anerkennung von Abschlüssen zwischen unterschiedlichen EKD-Gliedkirchen oft nicht ohne weiteres möglich. Der zweite Band des EKD-Textes 137 greift dieses Problem auf und formuliert erstmals gemeinsame Qualitätsstandards auch für fachschulische Ausbildungen.
Ziel ist es, die Vergleichbarkeit der Abschlüsse zu erhöhen, die Anerkennung zwischen den Gliedkirchen zu erleichtern und die berufliche Mobilität sowie Entwicklungsmöglichkeiten der Absolvent*innen zu verbessern.
„Bilden – Unterstützen - Verkündigen“
Wie bereits im ersten Band zur hochschulischen Qualifikation orientieren sich die Standards an den drei zentralen Kompetenzbereichen: Bilden, Unterstützen und Verkündigen. Ergänzt werden diese durch grundlegende theologische Kompetenzen sowie die Fähigkeit, in religiös und gesellschaftlich pluralen Zusammenhängen professionell zu handeln. Besonderes Gewicht liegt auf der engen Verbindung von Theorie, Praxis und Selbstreflexion, die sich durch die gesamte fachschulische Ausbildung zieht und im Berufsanerkennungsjahr vertieft wird.
Neu entwickelt wurden auch verbindliche Standards zur Prävention und zum Umgang mit sexualisierter Gewalt. Ausbildungsstätten und Praxisstellen sind verpflichtet, Schutzkonzepte umzusetzen und entsprechende Qualifizierungen sicherzustellen.
Eine vergleichende Übersicht, die online bereitgestellt wird, macht unterschiedliche Ausbildungsgänge anhand nachvollziehbarer Kriterien vergleichbar und unterstützt so die bundesweite Anerkennung der Abschlüsse. Außerdem ermöglicht sie Vergleiche zwischen fachschulischen und hochschulischen Qualifikationswegen.
Für wen ist dieser Text?
- Lehrende und Lernende an Evangelischen Fach- und Hochschulen
- Professionell Mitarbeitende im diakonisch-gemeindepädagogischen Dienst
- Interessierte an der Ausbildung für den diakonisch-gemeindepädagogischen Dienst
- EKD-Gliedkirchen
- Kirchengemeinden
ub
Gemeinsame Standards der fachschulischen Qualifikation
Die fachschulischen Ausbildungen für den diakonisch-gemeindepädagogischen Dienst waren und sind an verschiedenen Standorten in Deutschland sehr unterschiedlich ausgerichtet. Das führte lange zu Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Qualifikationen zwischen verschiedenen Gliedkirchen. Der zweite Band des EKD-Textes 137 stellt erstmals gemeinsame Qualitätsstandards auch für fachschulische Ausbildungswege in diesem Bereich vor. Damit werden Qualifikationen zwischen den Gliedkirchen besser vergleichbar: ein wichtiger Schritt für mehr Mobilität und einfachere Einstellungsverfahren.
Evangelische Kirche in Deutschland, 2026