EKD ruft nach Amokfahrt in Leipzig zu Zusammenhalt auf

Nach der Amokfahrt mit zwei Toten in der Leipziger Innenstadt hat der stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Tobias Bilz, seine tiefe Betroffenheit zum Ausdruck gebracht. Er sprach den Opfern und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus und rief dazu auf, in der Trauer als Gemeinschaft zusammenzustehen.

Der sächsiche Landesbischof Tobias Bilz auf der Kanzel bei seiner Amtseinführung im April 2020

Leipzig (epd). „Solche Taten treffen uns ins Mark“, erklärte Bilz am späten Montagabend. Doch zeige sich auch: „In Momenten größten Leids wächst oft eine besondere Kraft der Solidarität. Menschen helfen einander, Fremde werden zu Nächsten.“

Nach vorläufigen Ermittlungen der Polizei war am Montagnachmittag ein 33-Jähriger mit einem Auto in der Leipziger Innenstadt in die Fußgängerzone gefahren und hatte mit dem Pkw mehrere Menschen erfasst. Eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann, die beide die deutsche Staatsangehörigkeit hatten, erlagen ihren Verletzungen. Eine genaue Angabe zur Zahl der Verletzten konnte die Polizei am Abend nicht machen.

Die Polizei nahm den mutmaßlichen Täter, der ebenfalls die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, in dem Auto sitzend fest. Sie geht von einem Einzeltäter aus, sein Motiv war zunächst unklar. Von einem politischen oder religiösen Motiv werde nicht ausgegangen, erklärte die Polizei am späten Montagabend.

Bilz: Als Gemeinschaft zusammenstehen

Bischof Bilz, der an der Spitze der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens steht, erklärte laut EKD, sein tiefes Mitgefühl gelte den Opfern, ihren Familien und allen, die durch dieses Ereignis aus ihrem Alltag gerissen wurden.

„Gerade jetzt kommt es darauf an, dass wir als Gemeinschaft zusammenstehen - wachsam, aber nicht von Misstrauen bestimmt; traurig, aber nicht ohne Hoffnung“, sagte er. Er bete für die Verletzten, für die Trauernden und für alle Einsatzkräfte.

Die Leipziger Nikolaikirche, die sich in unmittelbarer Nähe zum Tatort befindet, war am Montag für Gebete und Gespräche geöffnet. Für Dienstag ist dort eine Gedenkandacht geplant.