Kirsten Fehrs - Kandidatin für die Ratswahl

Kirsten Fehrs

Bischöfin
Bischofskanzlei Hamburg

Shanghaiallee 12
20457 Hamburg

Internet:
https://www.nordkirche.de
Persönliche Daten

Geburtsjahr: 1961
Geburtsort: Wesselburen/Dithmarschen
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Hamburg 

Landeskirche: Ev.-Luth Kirche in Norddeutschland (Nordkirche)

Berufsausbildung / Studium

  • Studium der Evangelischen Theologie in Hamburg
    Ordination 1990

Beruflicher Werdegang (schwerpunktmäßig)

  • 1990 Gemeindepastorin in Hohenwestedt
  • Projektentwicklung: Erwachsenenbildung in ländlicher Region
  • 1995 Leiterin des Ev. Bildungswerkes des Kirchenkreises Rendsburg
  • 2001 Personal- und Organisationsentwicklung in der Nordelbischen Kirche
  • 2006 Pröpstin im Kirchenkreis Hamburg-Ost und Hauptpastorin an der Hauptkirche St. Jacobi in Hamburg
     

Tätigkeitsfelder und Ehrenamt innerhalb und außerhalb der Kirche

Derzeit ausgeübte berufliche Tätigkeit

  • Seit November 2011 Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck 
  • Seit 2016 Mitglied im Rat der EKD
     

Wahrnehmung weiterer Aufgaben und Ämter und Ehrenämter innerhalb und außerhalb der Kirche

  • Vorsitzende: Beirat Stabsstelle gegen sexualisierte Gewalt der Nordkirche
  • Beirat für Evangelische Seelsorge in der Bundeswehr
  • Interreligiöses Forum Hamburg
  • Kuratorium Missionsakademie Uni Hamburg
  • Stellvertretende Vorsitzende: Gemeinsamer Ausschusses Kirche und Judentum
  • Mitglied: Aufsichtsrat Diakonisches Werk Hamburg
  • Beauftragtenrat zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in der EKD
  • Beirat Akademie der Weltreligionen
  • Beirat Ev. Stiftung Alsterdorf
  • Kontaktgesprächskreis mit der Deutschen Bischofskonferenz
  • Runder Tisch der Religionen
  • Stiftungsrat der Universität Lübeck
  • Verwaltungsrat hoffnungsorte Hamburg

Fragen an die Kandidat:innen zur Ratswahl 

Wo sehe ich die zukünftigen Aufgaben und Perspektiven für die Arbeit der EKD?

Die Seelsorge als Muttersprache der Kirche ist mehr als das professionell geführte Einzelgespräch: Sie hat zunehmend eine öffentliche Dimension, etwa bei Gedenkgottesdiensten in der Pandemie oder in der Debatte um assistierten Suizid. Kirche als Ort sensiblen Trostes, als Erlaubnisraum für Ängste und Schmerz – das ist unsere Stärke und wird von uns erwartet.

In Dialogforen mit Politik, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Akteuren gilt es zu fragen, wie unsere Gesellschaft die anstehenden Transformationen bewältigen kann, beim Klimaschutz, bei der demografischen Entwicklung. Dazu gehört auch das Miteinander von Religionen und Kulturen. Statt einer reinen Wertedebatte braucht es ein Integrationsmodell, bei dem u. a. der interreligiöse Dialog einen hohen Stellenwert hat.

In einer vielsprachig gewordenen Gesellschaft müssen wir sprachfähig bleiben und neue Wege gehen: beim Religionsunterricht, beim Staatskirchenrecht, in der Gestaltung unserer Gottesdienste. Dazu gehören auch Kasualangebote wie Tauffeste, die die Bindung an die Kirche stärken.
Den Priorisierungsprozess innerhalb der EKD so partizipativ wie möglich gestalten.

Die kontinuierliche Aufarbeitung von und Prävention vor sexualisierter Gewalt bleiben notwendig. Eine Kultur grenzachtenden Verhaltens fordert intensive Auseinandersetzung, Fortbildung aller Mitarbeitenden, Standards. Vertrauen, Vergebung, Versöhnung müssen theologisch neu gedacht werden in dieser Kirche, in der Menschen ungeschützt zutiefst verletzt wurden.
 

Was bringe ich dafür in die Arbeit des Rates mit ein?

Als Vorsitzende des Interreligiösen Forums Hamburg erlebe ich, dass Verschiedenheiten nicht eingeebnet werden dürfen, sondern ausgehalten werden können. Selbst Konflikte bringen uns auf dem Weg der Verständigung voran. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieser Weg vom Evangelium her geboten ist.

Im Dialog Kirche und Wirtschaft, den ich in Hamburg initiiert habe, leisten Führungspersönlichkeiten aus unterschiedlichen Bereichen und Generationen einen Beitrag zum Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft. Mit Formaten wie interaktiven Workshops, digitalem Abendbrot, gemeinsamen Gottesdiensten geht es um Themen wie Klimaschutz, Digitalisierung, Zukunftsgestaltung.

Als zuständige Bischöfin für die Seelsorgedienste in der Nordkirche, Ev. Akademie und KDA, den Hauptbereich Generationen und Geschlechter sind mir diese Themenfelder vertraut. Besonders am Herzen liegt mir der Dialog mit Jugendlichen, die durch die Pandemie extrem belastet sind.

Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt und Grenzverletzung gehört von Beginn meiner Amtszeit zu einem meiner dringlichsten und mich prägendsten Themen. Ich habe federführend Konzepte und das Präventionsgesetz (Gewaltschutzrichtlinie) mitentwickelt.

Humor – eine häufig unterschätzte Gabe Gottes. Es erleichtert das Leben, wenn man auch über sich selbst lachen kann.