Kirchen in Sachsen-Anhalt in großer Sorge nach AfD-Wahlsieg
Magdeburg (epd). Die Kirchen in Sachsen-Anhalt haben sich nach dem Wahlsieg der AfD besorgt zur Zukunft des Landes geäußert. In einer gemeinsamen Mitteilung der leitenden Geistlichen heißt es, diese Landtagswahl habe die politischen Verhältnisse in Sachsen-Anhalt tiefgreifend verändert: „Das Land ist gespalten.“
Das Wahlergebnis werde „mit großer Sorge zur Kenntnis“ genommen. Es zeige eine große Unzufriedenheit in weiten Teilen der Bevölkerung. „Unsere Sorge gilt dem sozialen Frieden und dem Miteinander der Menschen in unserem Bundesland“, erklärten der Bischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friedrich Kramer, der katholische Bischof von Magdeburg, Gerhard Feige, und Kirchenpräsident Karsten Georg Wolkenhauer von der Evangelischen Landeskirche Anhalts.
„Wachsamer Blick“ auf Politik der AfD
Kramer betonte: „Wir Kirchen stehen auch nach der Wahl fest an der Seite jener, die mit wachsamem Blick auf die Politik der AfD schauen.“ Feige appellierte „an die Wahlsieger, die Verfassung unseres Landes wie das Grundgesetz uneingeschränkt zu achten“. Wolkenhauer kündigte an, „einer Spaltung der Gesellschaft, der Schwächung demokratischer Institutionen und Einschränkung von Freiheitsrechten“ entschieden entgegenzutreten. In Sachsen-Anhalt leben rund 235.000 evangelische und 66.000 katholische Christinnen und Christen.
Dem vorläufigen Ergebnis zufolge erreichte die AfD bei der Wahl am Sonntag 43,8 Prozent der Stimmen. Außerdem sind die CDU, die SPD, die Grünen, die Linke und das BSW im künftigen Landtag vertreten. Die Mehrheit der Sitze im Parlament erreichte die AfD nicht, deren Landesverband vom sachsen-anhaltischen Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft ist.