Prof. Dr. Jacob Joussen - Kandidat für die Ratswahl

Jacob Joussen

Professor für Bürgerliches Recht, Deutsches und Europäisches Arbeitsrecht und Sozialrecht an der Ruhr-Universität Bochum

Persönliche Daten

Geburtsjahr: 1971
Geburtsort: Duisburg
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Düsseldorf

Landeskirche: Evangelische Kirche im Rheinland

Berufsausbildung / Studium

  • 1990-1992 Latein, katholische Theologie, Geschichte, Freiburg
  • 1992/93 katholische Theologie, Pontificia Università Gregoriana, Rom
  • 1993-1997 Rechtswissenschaft, Münster
  • 1997 1. juristisches Staatsexamen
  • 1990-1997 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes
  • 1998-2000 Arbeiten an der Dissertation zur "Auslegung europäischen Rechts" mit Stipendien der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie des europäischen Forschungsnetzwerks „Training and Mobility of Researchers – Common Principles of the European Private Law“, 
  • 1998 sechsmonatiger Forschungsaufenthalt in Turin
  • 2000 Promotion zum Dr. iur. in Münster, Promotionspreis WWU Münster
  • 2001 2. Juristisches Staatsexamen nach Referendariat in Bochum

Beruflicher Werdegang (schwerpunktmäßig)

  • 2001 Assistent Universität Münster, 2004 Habilitation, Lehrbefugnis für Bürgerliches Recht, Arbeits- und Sozialrecht, Habilitationspreis der Juristischen Studiengesellschaft
  • 2006 Ruf an die Universität Rostock
  • 2006 Rufe an die Universität Konstanz (abgelehnt) und die Universität Jena, bis 2010 Lehrstuhlinhaber Universität Jena
  • 2010 Rufe an die Universität Bielefeld (abgelehnt) und an die Ruhr-Universität Bochum, seit 2010 Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Arbeits- und Sozialrecht in Bochum
  • 2019 Ruf an die Universität Potsdam (abgelehnt), Gründung des Instituts für kirchliches Arbeitsrecht an der Ruhr-Universität Bochum
  • seit 2020 Schriftleiter Zeitschrift für Mitarbeitervertretungen (ZMV)

Tätigkeitsfelder und Ehrenamt innerhalb und außerhalb der Kirche

Derzeit ausgeübte berufliche Tätigkeit

Wahrnehmung weiterer Aufgaben und Ämter und Ehrenämter innerhalb und außerhalb der Kirche

  • (stellv.) Vorsitzender des Presbyteriums der Luther-Kirchengemeinde Düsseldorf
  • Mitglied Kuratorium Diakonie Düsseldorf
  • Mitglied Aufsichtsrat EWDE sowie Konferenz Diakonie
  • Mitglied Beirat des Referats für Chancengerechtigkeit der EKD
  • verantwortlicher Schriftleiter der Zeitschrift für Mitarbeitervertretungen (ZMV)
  • von 2012 bis 2021 Studiendekan der juristischen Fakultät, Mitglied in der Universitätskommission für Lehre sowie der universitären Qualitätsverbesserungskommission
  • seit 2021 Mitglied der Kommission für Gleichstellung an der Ruhr-Universität


Fragen an die Kandidat:innen zur Ratswahl 

Wo sehe ich die zukünftigen Aufgaben und Perspektiven für die Arbeit der EKD?

Für die Arbeit der EKD werden sich zukünftig auf verschiedenen Ebenen Aufgaben stellen. Es wird zum einen darum gehen müssen, den Menschen "vor Ort" ihr Evangelischsein zu ermöglichen. Dabei ist in den letzten Monaten durch die Pandemie deutlich geworden, dass es sehr viel Kreativität und Energie bedarf, die bereits zugehörigen Menschen (nach wie vor) zu erreichen. Aber es muss auch unverändert und immer wieder neu darum gehen, Menschen anzusprechen, die zwar religionsaffin sind, aber nichts von "ihrer" Gemeinde wissen. Wie erreicht man diese? Der Glaube wird in der Gemeinde er- und gelebt. Das zu ermöglichen, ist, in enger Verbundenheit mit den Landeskirchen, auch Aufgabe der EKD. Auf nationaler Ebene ist, zum anderen, Aufgabe der EKD, präzise Positionen zu Fragen einzunehmen, die die Menschen in ihrem persönlichen, religiösen und Glaubensfragen betreffen, und diese Positionen in den Diskurs einzubringen. Sie kann auf verschiedenste Weisen Angebote zur Glaubensorientierung machen und dabei helfen, evangelische Standpunkte sichtbar zu machen. Zudem wird zentral, wie die Diakonie als wesentlicher Ausdruck der Kirche künftig wirken kann. Viele Menschen verbinden mit Kirche gerade die diakonische Tätigkeit. Darauf ist besonders zu achten - und das gilt gerade auch für die Rahmenbedingungen diakonischer Tätigkeit: Wie kann sie arbeiten? Wer soll mitarbeiten (dürfen)? Wie ist das Verhältnis zwischen Kirche und Diakonie gestaltbar?

Was bringe ich dafür in die Arbeit des Rates mit ein?

Für die Herausforderungen "vor Ort" bringe ich meine langjährige Tätigkeit als Presbyter und (stellv.) Vorsitzender des Presbyteriums meiner Kirchengemeinde ein. Seit vielen Jahren leite ich seine Sitzungen und bin zudem u.a. im Personalbereich und Theologieausschuss aktiv sowie Mitglied der Kantorei. Für die Herausforderungen auf nationaler Ebene kann ich mich zum einen mit meinen beruflichen Kenntnissen einbringen: Seit vielen Jahren bin ich in die Diskussionen um die Arbeit von Diakonie und Kirche einbezogen, ich habe in vielen arbeitsrechtlichen Prozessen mitgewirkt, seit 2019 bin ich Direktor des einzigen deutschen "Instituts für kirchliches Arbeitsrechts". Die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für kirchliches Arbeiten sind mir daher sehr vertraut. In Düsseldorf bin ich zudem seit 2016 Mitglied des Kuratoriums der Diakonie Düsseldorf, ebenso wirke ich seit sechs Jahren im Aufsichtsrat des EWDE mit. Die Verbindung zwischen Kirche und Diakonie ist mir insofern seit langem ein Herzensanliegen. Schließlich bringe ich, obwohl Jurist, auch eine theologische Perspektive mit: durch das Studium der Theologie und durch die Kooptierung seitens der evangelisch-theologischen Fakultät der Ruhr-Universität.